Indonesien
Indonesien ist mit mehr als 17.000 Inseln der weltweit größte Inselstaat und das vierzehntgrößte Land der Welt. Es liegt in Südostasien zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. Auf der Insel Java, der bevölkerungsreichsten Insel der Welt, lebt mehr als die Hälfte der indonesischen Bevölkerung. Nach dreieinhalb Jahrhunderten der niederländischen Kolonialherrschaft erlangte Indonesien nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit. Indonesien ist offiziell ein säkulares Land, in dem die Religionsfreiheit garantiert ist, und die religiöse Vielfalt ein wichtiger Bestandteil der nationalen Identität ist.
Fläche:
1.905.000 km² (ungefähr vergleichbar mit der Fläche von Mexiko)
Einwohner:
283,5 Millionen (Stand: 2024)
Hauptstadt:
Jakarta
Sprachen:
Indonesisch
Währung:
1 Indonesische Rupiah (IDR) = 100 Sen
Religionen:
87% Islam, 10% Christentum, 1,7% Hinduismus, 0,7% Buddhismus, 0,6% andere Religionen und traditionelle Glaubensrichtungen
Visum für Indonesien:
Österreichische Staatsbürger benötigen bei der Einreise ein Visum, welches „on arrival“ für maximal 30 Tage zu bekommen ist und einmalig im Land um weitere 30 Tage verlängert werden kann. Es ist aber auch möglich vorab online das C1-Visum zu beantragen, das dann direkt für 60 Tage Aufenthaltsdauer gültig ist und im Land sogar einmalig um weitere 60 Tage verlängert werden kann. Hierfür gibt es mehrere Agenturen, die einem (gegen Bezahlung) bei der Einreichung behilflich sind. Es ist aber auch nicht unbedingt schwierig das Visum selbst online zu beantragen und in dem Fall dann deutlich günstiger (Anm.: Wie die selbstständige Online-Einreichung funktioniert und welche Voraussetzungen man erfüllen muss, kannst du bald in meinem Blogbeitrag zu Indonesien nachlesen.)
Wetter und Klima in Indonesien:
Wetter und Klima in Indonesien sind sehr vielfältig, da das Land sich mit seinen vielen Inseln über den Äquator erstreckt. Insgesamt herrscht ein tropisches Klima, das durch hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit gekennzeichnet ist. Indonesien hat eine Regenzeit, die je nach Region unterschiedlich ist, aber meistens von November bis März dauert. Während dieser Zeit gibt es häufig starke, oft kürzere Regenschauer, häufig am Nachmittag oder Abend. Die Trockenzeit ist in der Regel von April/Mai bis September/Oktober, mit weniger Regen und mehr Sonnenschein. In den bergigen Regionen und auf den höheren Lagen kann das Klima etwas kühler sein, besonders nachts.
Geld abheben in der Landeswährung:
Es gibt, besonders in touristisch erschlossenen Gegenden Indonesiens, flächendeckend Geldautomaten der verschiedensten Bankinstitute. An Bargeld zu kommen ist im Grunde also keine große Herausforderung. Hier zahlt es sich jedenfalls aus, die verschiedenen Anbieter zu vergleichen, denn ob und wie hohe Gebühren pro Abhebung eingezogen werden ist hier sehr unterschiedlich. Die für uns beste Wahl waren die Automaten der BNI, da wir hier keine Gebühren an die Bank zu entrichten hatten und auch pro Abhebung einen Betrag von 2 Mio. indonesischer Rupiah (= ca. € 96,-) auswählen konnten (Anm.: im Menü auf „weiteren Betrag“ klicken und 2 Mio. eingeben). Bei anderen Banken wurden Gebühren von beispielsweise IDR 50.000 (= ca. € 2,40) bei der Bank mandiri, oder IDR 100.000 (= ca. € 4,80) bei der CIMB fällig. Je nachdem welche Bankkarte man selbst benutzt, können zusätzlich Gebühren der eigenen Bank anfallen.
Sim-Karte in Indonesien:
Sim-Karten von Anbietern wie Telkomsel bieten das beste Netz im Land und sind auch für Touristen nicht schwierig zu bekommen. Wie fast überall gilt: die Sim-Karten an Flughäfen sind ziemlich überteuert und wer hier Geld sparen möchte, besucht einen der unzähligen Telkomsel-Stores in der nächsten Stadt. Am Flughafen in Medan (Sumatra) bezahlten wir beispielsweise umgerechnet € 12,70 für eine Tourist-Sim mit 21 GB Datenvolumen und 28 Tage Gültigkeit. Neben dem finanziellen Aspekt, ist diese Variante auch für Menschen, die länger im Land bleiben, nicht geeignet, da man sie nur noch einmal verlängern kann und die Sim danach unbrauchbar wird. Die bessere Option ist eindeutig, sich im nächsten Telkomsel-Shop beraten zu lassen. Unserer Erfahrung nach können die Mitarbeiter dort gut Englisch und man bezahlt bei Abschluss auch den Preis der Einheimischen. Hier haben wir beispielsweise für eine Sim mit 51 GB Datenvolumen für denselben Zeitraum umgerechnet ca. € 6,90 bezahlt. Für ein Top-Up von 60 GB und eine Verlängerung von weiteren 28 Tagen bezahlten wir dann umgerechnet € 5,10. Internet für dein Handy ist also in Indonesien wirklich günstig und hat während unserer Reise immer gut funktioniert. Die Aktivierung der Sim-Karte wird direkt im Shop vorgenommen und kann nur nach Vorlage des Reisepasses und Visums geschehen.
Transport in Indonesien:
Die Fortbewegungsmöglichkeiten in Indonesien sind vielfältig. Für längere Distanzen sind Inlandsflüge oder Überfahrten mit Fähren zwischen den Inseln unerlässlich. Die Insel Java lässt sich zum Beispiel ganz wunderbar per Zug bereisen, wohingegen man auf der Insel Bali vermehrt auf Taxis oder Motorroller angewiesen ist. Auch der Busverkehr ist auf vielen Insel weit ausgebaut und ziemlich günstig. Je nach Art der Reise und persönlichen Vorlieben, ist hier ganz individuell zu planen und zu entscheiden.
Inlandsflüge: Der Flugverkehr ist in Indonesien die schnellste Option, um zwischen den großen Inseln wie Java, Sumatra, Borneo, Sulawesi und der Neuguinea-Region zu reisen. Wichtige Airlines sind Garuda Indonesia, Lion Air, Indonesia AirAsia, Citilink und Batik Air, unter anderem. Oft lassen sich Tarife durch frühzeitige Buchung günstig gestalten.
Zug: Auf Java verfügt das Eisenbahnnetz über eine gute Abdeckung mit modernen Zügen und Verbindungen zwischen Städten wie Jakarta, Bandung, Yogyakarta und Surabaya u.v.m. Vorteile der Bahn sind der höhere Komfort im Vergleich zum Bus auf längeren Strecken und landschaftlich reizvolle Strecken.
Bus und Shuttle: Mit dem Bus zu reisen ist in Indonesien häufig sehr günstig. Minibusse verbinden häufig kleinere Städte, aber der Komfort ist geringer und die Straßen können holprig sein.
Taxi mit persönlichem Fahrer: Das Mieten eines Autos mit Fahrer ist vor allem bei Gruppen beliebt, da sich so eine individuelle Reiseroute flexibel gestalten lässt. Die Straßenverhältnisse variieren stark, und in Großstädten sowie ländlichen Regionen kann auch ein gewisses Verkehrschaos auftreten. Fahrer fungieren dabei oft auch als Tour-Guide. Für längere Strecken oder Inselkombinationen kann dies eine bequeme Lösung sein, ist aber klarerweise kostenintensiver als öffentliche Verkehrsmittel. Um ohne persönlichen Guide einfach von A nach B zu kommen ist es häufig möglich ein Taxi per App zu rufen (z.B. Grab oder Gojek).
Motorrad: Motorräder bieten Flexibilität und sind meist kostengünstig in der Miete. Ein internationaler Führerschein (mit dem Eintrag A für Motorräder) ist sinnvoll und auch, wenn man etwas Erfahrung mitbringt, denn der Verkehr kann, besonders in Städten oder dichter besiedelten Gegenden, chaotisch sein und die Straßenverhältnisse in ländlicheren Gegenden können dafür oftmals ziemlich schlecht sein.
Fähre: Zwischen den Inseln spielt auch die Überfahrt mit der Fähre eine zentrale Rolle. Wichtige Verbindungen existieren beispielsweise zwischen den beliebten Inseln Java, Bali und Lombok.
Öffentliches Verkehrsnetz in Städten: Indonesische Großstädte, wie zum Beispiel Jakarta, sind verkehrsintensiv, weshalb man sich hier oft besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen kann. U-Bahn, S-Bahn, Busse, (Motorrad-)Taxis – alles vorhanden und relativ einfach zu durchschauen.
Fahrrad: In touristischen Gegenden, zum Beispiel auf den Inseln Bali und Java, werden manchmal auch Leihfahrräder angeboten, die sich für Stadtrundfahrten oder auch Tagesausflüge in die Reisfelder anbieten.
Wissenswertes zu Indonesien:
- Linksverkehr: In Indonesien herrscht Linksverkehr.
- Jamu: Jamu ist ein traditionelles asiatisches Heil- oder Gesundheitsgetränk aus Indonesien, oft aus Kräutern, Gewürzen, Wurzeln und Wasser hergestellt. Es wird seit langer Zeit in der traditionellen Medizin genutzt und soll das Immunsystem stärken, Verdauung unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Die Rezepturen basieren auf natürlichen Zutaten wie Kurkuma, Ingwer, Galgant, Tamarinde, Zitronengras sowie Honig und Palmzucker. Der Geschmack kann – je nach Rezeptur – stark variieren.
- Tempeh: Tempeh ist ein traditionelles indonesisches Superfood aus fermentierten Sojabohnen. Ein Edelschimmelpilz verbindet die ganzen Bohnen zu einem festen Block. Es ist reich an pflanzlichem Protein, gut verdaulich und dient als hervorragender Fleischersatz mit einem mild-nussigen Geschmack. In Indonesien ist Tempeh ein Grundnahrungsmittel für den täglichen Bedarf und ist fester Bestandteil der traditionellen Küche. Mit rund 20g Protein bei 100g zählt Tempeh zu den stärksten pflanzlichen Eiweißquellen.
- Kopi Luwak: Der berühmte „Katzenkaffee“ ist eine spezielle Sorte Kaffee, bei der die Bohnen durch das Verdauungssystem der Schleichkatzen (Fleckenmusang) verarbeitet werden. Die Fermentation im Magen des Tiers soll den Kaffee extrahieren und das Aroma verändern. In der vereinfachten Herstellung werden Kaffeekirschen von Schleichkatzen gefressen, die Bohnen werden im Verdauungstrakt teilweise fermentiert, ausgeschieden, gereinigt, getrocknet und geröstet. Das Preisniveau ist sehr hoch, teurer als herkömmlicher Kaffee, teils aufgrund der aufwendigen Beschaffung und der Seltenheit. Die Qualitäts- und Ethik-Debatte ist stark umstritten. Es gibt Kritik wegen Tierwohl, Missbrauch (Käfighaltung, Zwangsernährung), Umweltbelastung und unklarer Herkunft. Oft werden Laborprüfungen und Zertifizierungen benötigt, um echten Kopi Luwak von Produkten mit minderwertiger Qualität zu unterscheiden.
- Canang Sari auf Bali: Auf der Insel Bali ist die vorherrschende Religionszugehörigkeit der balinesische Hinduismus. Daher findet man auf dieser Insel überall „Canang Sari“, die kleinen aus Palmblättern geflochtene Schälchen, die als tägliches Dankesopfer dienen, um Götter gnädig zu stimmen, positive Energien anzuziehen und böse Geister zu besänftigen. Sie liegen überall auf dem Boden und es ist höchste Vorsicht geboten, nicht hineinzutreten!
- Rechte Hand nutzen: In der traditionellen Kultur gilt die linke Hand als unrein, weshalb besser die rechte Hand genutzt werden sollte, um Dinge zu übergeben oder anzunehmen.
- Rauchen: Indonesien hat eine der höchsten Raucherquoten weltweit. Über 70% der Männer ü15 rauchen. Häufig beginnen sie schon im Kindesalter damit. Rauchen ist tief in der Kultur verwurzelt. Dass zum Beispiel ein Busfahrer während der Fahrt raucht, ist hier also völlige Normalität. Übrigens rauchen im Gegensatz dazu nur etwa 2 – 5 % der Frauen in Indonesien. Auch interessant: Indonesien ist der fünftgrößte Tabakproduzent der Welt.
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