Kandy

Kandy - Stadt am Bogambara-See:

Kandy ist eine richtig große Stadt in der Mitte Sri Lankas auf einer Hochebene inmitten von Bergen, Teeplantagen und artenreichen Regenwäldern. Es leben ca. 150.000 Menschen in dieser Stadt (Stand: 2016) und in ihrem Zentrum befindet sich der Kandy See (Bogambara-See). Kandy beheimatet außerdem eine der heiligsten Kultstätten der buddhistischen Welt, den Zahntempel (Sri Dalada Maligawa).

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Kandy:

Für 2 Nächte haben wir uns im „Lalanga Homestay“ einquartiert, das etwas außerhalb, ungefähr 7 km von der Innenstadt entfernt, liegt. Weil die Straßen in Kandy so gesteckt voll waren und im Verkehr kaum weiterkommen möglich war, war es erst schwierig einen Tuk Tuk-Fahrer zu finden, der uns zu dieser Unterkunft fahren wollte. Alle winkten ab, weil sie dabei viel zu lange feststecken würden. Ein Tourguide mit seinem kleinen Auto erbarmte sich dann uns zu fahren und im Gegenzug buchten wir eine Tagestour bei ihm für den nächsten Tag. Geführt wird die Unterkunft „Lalanga Homestay“, ein wahrgewordener Traum aus den 60er/70er-Jahren, von einem liebenswerten, älteren Ehepaar. Wir konnten uns nur sehr oberflächlich mit ihnen auf Englisch unterhalten, was aber ihrer Herzlichkeit keinen Abbruch tat. Wir wurden immer freundlich angelächelt und bekamen gutes Frühstück zu der Zeit aufgetischt, die wir uns aussuchten. Für das Zimmer mit eigenem Bad und inkl. Frühstück bezahlten wir ca. € 11,- pro Nacht. Um in die Stadt zu gelangen, muss man schon ein ordentliches Stück gehen. Wir sind am Ankunftstag nur in der Gegend spaziert und waren in einem Straßenlokal essen. Am folgenden und einzigen vollen Tag in Kandy wurden wir durch die gebuchte Tagestour von der Unterkunft mit dem Auto abgeholt, daher war die Lage der Unterkunft für uns absolut in Ordnung.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Kandy:

In Kandy gibt es offenbar viel zu sehen. Wir wussten davon erstmal nichts, denn wir kamen ohne richtigen Plan an der Bushaltestelle an und wollten einfach mal sehen, was sich so ergeben würde. Uns war nur wichtig irgendwie zum „Ambuluwawa Tower“ zu gelangen, der sich ungefähr 25 Kilometer von Kandy entfernt befindet. Mit unserer gebuchten Tagestour bei Wishwa konnten wir uns diesen Wunsch erfüllen und sahen noch so viel mehr von der Stadt Kandy, was wir uns gar nicht erwartet hätten. Ganz günstig war unser waschechter Touristentag zwar nicht, aber für uns hat es sich in dem Fall trotzdem ausgezahlt, da wir die Zeit alles selbst zu recherchieren und zu planen nicht mehr gehabt hätten. Hier also die einzelnen Stopps unserer Tour:

Ambuluwawa Tower: Auf einem Hügel in Gampola, ca. 45 Autominuten von Kandy entfernt, steht dieser hübsche, weiße Turm, als wäre er einem Tim Burton-Film entsprungen. Wir mussten beim Befahren des Hügels an einer Stelle vom Auto in ein Tuk Tuk umsteigen, da die Serpentinen je weiter man hinauf kommt immer enger werden und der Weg relativ steil ist. Das letzte Stück geht man dann noch zu Fuß bis man durch die großen Türen ins Innere des Turmes gelangt. Der Eintritt beläuft sich übrigens auf 2000 Rs pro Person (= ca. € 6,50). Man geht dann erst innen in einem sehr weitläufigen Raum, alles noch sehr großzügig, an verschiedenen Stellen über Treppen hinauf, bis man ungefähr auf Ebene 6 oder 7 außen am Turm weitergehen kann. Umso weiter man hinaufkommt, desto enger wird der Weg. An den letzten Stellen muss sich so mancher Hintern etwas seitlich drehen, um durchzukommen (true story!). Weil aber, wenn man immer weiter bis ganz zur Spitze hinauf geht, immer wieder Menschen gerade wieder am Rückweg entgegenkommen können, gibt es an der Innenseite des Weges kleine Ausbuchtungen im Turm, in die man klettern kann bis der Weg wieder frei ist. Der Turm ist angeblich um die 48 Meter hoch und weil er ohnehin auf einem kleinen Berg steht und sich deshalb ca. 1000m über dem Meeresspiegel befindet, ist die Aussicht von oben atemberaubend. Man sollte jedenfalls schwindelfrei sein, wenn man ihn genießen möchte. Wir haben uns schon sehr lange auf die Besteigung dieses Turmes gefreut und wurden nicht enttäuscht. Unser Tourguide hatte außerdem absolut Recht damit, dass wir schon früh am Vormittag hier sein sollten (wir waren gegen 9 da), denn die Menge an anderen Besuchern hielt sich noch sehr in Grenzen. Ich kann mir vorstellen, dass es die Erfahrung etwas trübt, wenn der Turm voller Menschen ist und man sich beim Weitergehen anstellen und viel warten muss. Wieder unten angekommen gab es für uns noch ein paar Affen zu beobachten. Weiters gibt es am Tuk Tuk-Parkplatz eine große Schaukel, auf der man gegen eine Gebühr schaukeln und die typischen Social-Media-Fotos schießen kann.

Tea Factory und Verkostung: Im Anschluss wurden wir zu einer Teefabrik gebracht. Eine junge Dame erklärte uns in sehr gutem Englisch jeden einzelnen Schritt der Teeproduktion und zeigte uns alle Maschinen. Für uns war es sehr kurzweilig und richtig interessant. Die Führung und anschließende Teeverkostung war kostenlos. Selbstverständlich war gerne gesehen, dass man im Anschluss auch etwas im Shop käuflich erwirbt. Hier wurden wir aber absolut nicht gedrängt und es hätte sich auch nicht unangenehm angefühlt hier nichts zu kaufen. Die Preise für Tee im Shop haben es natürlich in sich, aber ein kleines Päckchen qualitativ hochwertigen weißen Tee kauften wir dennoch (weil man das ja doch irgendwie halt auch macht…).

Royal Botanic Gardens: Danach verbrachten wir ungefähr 2 Stunden im ca. 80 Hektar großen Königlichen Botanischen Garten. Dort werden über 4000 verschiedene Pflanzenarten gezeigt und es gibt zahlreiche Themengärten, wie Gewürz- und Kräutergärten, Farne, Orchideenhäuser etc. Wir hatten wunderbaren Sonnenschein und genossen es sehr, einfach im Park zu spazieren und in der Wiese eine kleine Jause zu essen, auch wenn der Eintritt mit 3000 Rs pro Person (= ca. € 9,50) nicht ganz günstig ist.

Sri Maha Bodhi Viharaya / Bahirawakanda Tempel: Dieser Tempel ist bekannt für seine riesige, weiße Buddha-Statue. Sie ist knapp 27m hoch und damit eine der höchsten Buddhastatuen Sri Lankas. An der Rückseite der Statue kann man auf einem Treppengerüst nach oben gehen und hat hinter Buddhas Kopf einen schönen Ausblick über Kandy und die umliegende Gegend. Der Eintritt ist mit 300 Rs pro Person (= ca. € 1,-) auch nicht sehr hoch. Bevor man die Treppen zur Anlage hinaufsteigt, gibt es unten die Möglichkeit gegen eine kleine Spende seine Schuhe beaufsichtigt abzugeben. Auf der Seite der Anlage steht ein Bodhi-Baum und im Tempel kann man in einem Raum wunderbare Bilder zu Buddhas Geschichte an den Wänden betrachten. Immer wieder gibt es kleine Schreine und Altare mit Buddhastatuen und Opfergaben.

Asgiriya Maha Viharaya & Buddhism College Sri Chandananda: Hier sahen wir eine Art Museum und einen Meditationsraum, außerdem das wunderschöne Innere einer Stupa, in der an den Wänden und der kompletten Decke die Geschichte Buddhas in Sri Lanka in bunten Bildern verewigt ist. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und betrachteten die Bilder und die detailreichen Holzschnitzereien an den Türen und Wänden lange. Draußen trafen wir auf einige Mönch-Schüler, die gerade mit ihrer Kehrarbeit beschäftigt waren. Es wirkte auf uns wie ein ruhiger Ort des Friedens.

Sahas Uyana Food Court: Um unseren aufkommenden Hunger zu stillen fuhren wir zu einem Food Court. Dort gab es sehr viele unterschiedliche authentische Snacks und Gerichte aus Sri Lankas Küche, durch die wir uns probieren konnten. Unser Tourguide Wishwa nahm das dankenswerterweise für uns in die Hand, denn die vielen Eindrücke waren ganz schön erschlagend und wir wussten erst nicht, was wir alles wo bestellen sollten. Wir gingen einmal an den Fenstern vorbei und zeigten auf alles, was wir gerne probieren würden. Wishwa sagte dann der Kassiererin alles an, bezahlte und holte die einzelnen Speisen mit kleinen Bons von den jeweiligen Fenstern ab. Wir hätten uns vermutlich nicht ganz so sehr getraut so viele verschiedene Speisen zu kosten, wenn Wishwa uns nicht vorher gut erklärt hätte, woraus die einzelnen Speisen gemacht sind. Uns hat alles ganz gut geschmeckt. Wir mögen die Küche Sri Lankas eigentlich gerne, auch wenn sie oft schon ziemlich fettig ist und hier gerne frittiert wird.

Kandy Viewpoint: Anschließend hüpften wir beim Kandy Viewpoint kurz aus dem Auto. Das Wetter war leider nicht besonders gut und es hat ziemlich geschüttet. Aber der Ausblick war zu erahnen. Für uns war es jedenfalls nur ein kurzer Stopp. Eintritt muss man hierfür keinen bezahlen.

Kandyan Dance / Cultural Dance: Weil sich das an einem Touristentag so gehört, sahen wir uns auch einen Cultural Dance an, für den unser Guide Wishwa uns am Vortag noch gute Plätze organisiert hatte. Der Eintritt dafür war 2000 Rs pro Person (= ca. € 6,50). Wir sind jetzt nicht unbedingt die größten Tanz-Fans, aber es war ganz interessant die Show mit den traditionellen Gewändern zu sehen. Natürlich waren auch viele zirkusähnliche Attraktionen dabei, à la Saltos in der Luft und Jonglier-Teller balancieren. Am Ende gab es noch eine Feuershow und zwei Männer spukten Feuer und gingen über glühende Kohlen. Ja, kann man sich einmal ansehen in seinem Leben, aber öfter wäre das für uns persönlich jetzt nicht so interessant.

Sri Dalada Maligawa: Dem berühmten „Zahntempel“ von Kandy einen Besuch abzustatten war für uns allerdings keine verschwendete Zeit. Der Eintritt war 2000 Rs pro Person (= ca. € 6,50) und nochmal 100 Rs (= € 0,30), um unsere Schuhe abzugeben. Ohne Wishwas Hintergrundwissen wäre das aber auch nur halb so interessant gewesen. Der Zahntempel heißt nämlich so, weil dort angeblich Buddhas linker Eckzahn in einem goldenen Schrein aufbewahrt wird. Dieser Schrein steht in einer mindestens ebenso goldenen Kammer, die verschlossen ist. Dreimal am Tag wird das Fenster zu dieser Kammer für exakt eine Stunde geöffnet und gläubige Besucher dürfen, in einer langen Schlange daran vorbeigeschoben, einen flüchtigen Blick darauf erhaschen. Ach ja und natürlich auch Geld und andere Opfergaben bei dieser Gelegenheit vorbeibringen und dem Zahn und seinem Tempel spenden. Wir waren zur Abendzeremonie vor Ort und haben dieses Spektakel gespannt beobachtet. Unser Guide meinte, dass es sich jeden Tag zu den Kammer-Öffnungszeiten genauso abspielt und hunderte Buddhisten dafür anreisen. Das war ein Gedränge und Gewusel! Nach der Stunde, die im Gedränge wie im Flug vergeht, wurde die Kammer wieder geschlossen und die riesigen Teller mit Geldspenden eingesammelt. Was damit wohl passiert? Der Tempel ist jedenfalls sehr groß und in den oberen Stockwerken gibt es eine Art Museum zu bestaunen. Außerdem gibt es einen Raum, in dem ein riesiger ausgestopfter Elefant steht – Raja, der bereits 1988 starb. 1986 wurde der Elefant vom damaligen Präsidenten zum Nationalheiligtum erklärt. 50 Jahre lang trug dieser Elefant der bei der großen Prozession den goldenen Schrein mit dem Zahn und war sogar auf der alten 1000-Rupien-Banknote abgebildet.

Für unseren Tourguide Wishwa, der uns insgesamt 12 Stunden überall herumfuhr und uns alle Fragen beantwortete bezahlten wir am Ende 7000 Rs (= ca. € 22,-).

Lokale und Restaurants in Kandy:

Am ersten Tag fanden wir ein sehr günstiges Straßenlokal (Name war nur in singhalesischer Schrift), in dem ich richtig guten Reis und Curry gegessen habe. Das Mango-Curry war so gut und die Besitzerin freute sich so sehr, dass es mir sichtlich schmeckte, dass sie mir noch einmal ohne weitere Gebühr Nachschlag brachte. Es war scharf, aber für meinen Geschmack genau richtig. Für einmal gebratenen Gemüsereis und meinen Reis mit vegetarischen Currys und noch 3 große Wasserflaschen, die wir mitnehmen wollten, bezahlten wir am Ende umgerechnet € 3,66. Das war das zweitgünstige Essen auf unserer Sri Lanka-Reise.

Am zweiten Tag aßen wir im Food Court (siehe Aktivitäten oben) und ich kann nicht sagen, was die Speisen insgesamt gekostet haben, denn unser Guide Wishwa übernahm die Rechnung und meinte es wäre in unserem Tourpreis enthalten.

Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:

Wir wollten sehr gerne die berühmte Zugfahrt von Kandy nach Ella machen, haben uns aber im Vorfeld nicht um Tickets gekümmert. Eigentlich kann man Tickets sehr günstig am Tag der Fahrt kaufen, hat dann aber im blödesten (und recht wahrscheinlichen) Fall keinen Sitzplatz. Das ist für eine 7-stündige Fahrt mit insgesamt vier Rucksäcken natürlich etwas unangenehm. Um reservierte Sitzplätze hätten wir uns wohl früher kümmern müssen, wie es schien, denn der Mann am Schalter beim Bahnhof schüttelte nur den Kopf. Unser Guide Wishwa kümmerte sich dann darum, dass wir trotzdem die Zugfahrt machen konnten und besorgte uns reservierte Plätze für die 2. Klasse um 3500 Rs pro Person (= ca. € 11,-). Man kann solche Plätze definitiv günstiger bekommen, wenn man sich rechtzeitig darum kümmert, aber wir waren froh, dass wir die Fahrt überhaupt wahrnehmen konnten. Die Zugfahrt ist als eine der schönsten weltweit bekannt und hat uns trotz des nicht ganz optimalen Wetters nicht enttäuscht. Stellenweise fährt man auf 1600 Höhenmeter und hat einen so wunderbaren Ausblick auf die Berge und Täler im Hochland.

Das war unser Abenteuer in Kandy. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Kandy zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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