Kambodscha – Land der Khmer

Unsere Individual-Reise durch Kambodscha:

Wer an Kambodscha denkt, hat sofort die monumentalen Silhouetten von Angkor Wat vor Augen. Das größte religiöse Monument der Erde ist das unangefochtene Wahrzeichen des Landes und zeugt von der architektonischen Genialität des historischen Khmer-Reiches. Doch Kambodscha ist weit mehr als nur seine berühmte Tempelstadt. Es ist bekannt für eine tief verwurzelte buddhistische Kultur, die den Alltag der Menschen prägt, für das traditionelle, karierte Baumwolltuch (Krama), für kleine und paradiesische Inseln ohne Straßenverkehr, unberührte Naturlandschaften und auch für die tragische jüngere Geschichte, die das Land bis heute formt. Wir waren sehr gespannt auf Kambodscha und hatten auch ein wenig Respekt vor dem Bezahlen mit zwei unterschiedlichen Währungen im Land. Ich konnte mir vor unserer Reise nicht vorstellen, wie man da den Überblick über die Ausgaben und das Retourgeld behalten soll. Im Endeffekt war es aber nicht schwierig, da wir an Bankautomaten einfach immer kambodschanische Riel abhoben und daher hauptsächlich damit bezahlten und auch Wechselgeld in dieser Währung bekamen. Über die traurige Geschichte der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wussten wir zuvor nur oberflächlich Bescheid. Die intensive Auseinandersetzung damit im Land, machte uns zutiefst betroffen und stimmte uns häufig sehr nachdenklich.

Unsere Anreise nach und Einreise in Kambodscha:

Bei Einreisen auf dem Landweg von den umliegenden Ländern empfiehlt es sich mit einer Organisation per Bus zu reisen, die einem bei der Abwicklung des Visums hilft, da es hier angeblich vermehrt zu Betrügereien und Zusatzgebühren an den Grenzen kommen kann. Die Kosten an der Landesgrenze für ein Visa on arrival betrugen für uns beispielsweise im Mai 2025 genau USD 32,- pro Person (= ca. € 28,80). Achtung: Hier kann nur in bar und mit druckfrischen US-Dollarscheinen bezahlt werden. Sollten die Scheine etwas zerknittert sein, werden sie (aus Sorge vor Falschgeld) nicht angenommen.

Wir reisten vom Süden Laos (Don Det, 4000 Islands) mit einer Bus-Organisation über die Grenze und stiegen anschließend in Kratie aus. Die Tickets buchten wir im Vorhinein über die Website www.vireakbuntham.com für ca. € 21,20 pro Person. Mit einem Bus wurden wir auf der Laos-Seite zur Grenze gebracht, bekamen den Ausreisestempel im Pass, passierten die Grenze und bekamen nach Bezahlung des Visums den Einreisestempel für Kambodscha. Alles wurde gut erklärt und ein Guide begleitete uns die ganze Zeit, um bei Fragen zu unterstützen. Bei uns fielen keine dubiosen Zusatzgebühren an und alles ging sehr problemlos von statten.

Unsere (Lower-Budget-)Unterkünfte im Überblick

Wir buchten alle Unterkünfte unserer Kambodscha-Reise über die Plattform „booking.com“. Wir hatten eine gute Mischung aus günstigen Guesthouse-Zimmern und auch schickeren, kleinen Hotels und waren mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis eigentlich fast immer sehr zufrieden. Ein einziges Mal reisten wir früher als geplant ab, da früh morgens jeden Tag Bauarbeiten im Haus stattfanden. Wir wurden weder vorher darauf hingewiesen, noch wurde uns eine Alternative angeboten. Nach der ersten Nacht wurden wir vertröstet, dass die Arbeiten vorbei sind und als sie am zweiten Morgen wieder sehr früh begannen, packten wir unsere Sachen und zogen in eine andere Unterkunft, die wir spontan über die booking-App fanden. Die Bewertung soll im direkten Vergleich zeigen, welche Unterkünfte uns mehr oder weniger zusagten.

(+ = eher enttäuschend, ++ = gut machbar für ein paar Tage, +++ = echt in Ordnung und ziemlich nett, ++++ = Wow! Hier könnte ich noch länger bleiben. +++++ = Luxus! Darf ich bitte einziehen?)

  • Kratie: Sorya Guesthouse & Dolphin Tours – € 21,90/Nacht ++++
  • Kampong Cham: SunRise Villa – € 10,80/Nacht ++
  • Phnom Penh: Dynsey Boutique Hotel – € 19,25/Nacht +++
  • Kampot: Kro Nhep Guesthouse – € 12,15/Nacht +
  • Kampot: Orchid 101 – € 10,35/Nacht ++
  • Koh Rong: Villa Koh Rong – € 21,10/Nacht +
  • Koh Rong Sanloem: Sara Resort – € 35,15/Nacht ++++
  • Battambang: THE PLACE Hostel Battambang – € 17,-/Nacht +++
  • Siem Reap: The Chill River Boutique Villa – € 9,15/Nacht +++

Geld in der Landeswährung bekommen:

Da während der Zeit der Roten Khmer (1975 – 1979) die Währung in Kambodscha abgeschafft war, war das Vertrauen in die Währung, als sie nach dieser Schreckensherrschaft wieder eingeführt wurde, verloren. Zusätzlich zum Kambodschanischen Riel gilt also auch der US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel und wird im ganzen Land akzeptiert. Preise sind fast überall in beiden Währungen angegeben, oder können jederzeit leicht umgerechnet werden. Zu unserer Reisezeit im Mai/Juni 2025 wurde von der Bevölkerung folgende Umrechnung fast überall eingehalten: 1 USD = 4000 KHR.

Aber auch hier gilt Vorsicht: stark in Mitleidenschaft gezogene US-Dollar-Scheine, die also zerknittert oder schmutzig und alt sind, werden meist nicht angenommen. Diese Scheine möchte aus dem Grund niemand gerne nehmen, da es unsicher ist, ob damit weiterbezahlt werden kann.

Bei vielen Geldautomaten (ATMs) kann man zwischen einer Auszahlung von US-Dollar oder Riel wählen, bei manchen ist nur die Auszahlung der einen oder anderen Währung möglich. Wir haben ausnahmslos Kambodschanische Riel abgehoben und überall problemlos damit bezahlt. Sehr gute Erfahrungen haben wir hierbei beispielsweise bei der „Canadia Bank“ gemacht. Der Höchstbetrag am ATM war dabei 1,2 Mio. Riel (= ca. € 270,-). Bei jeder Abhebung wird eine Abhebegebühr von ca. USD 5,- (= ca. € 4,50) fällig, unabhängig von der Höhe des Abhebebetrags.

Geldautomaten findet man im ganzen Land, jedenfalls in allen Städten, in denen wir waren. Eine große Ausnahme stellen die Inseln, zum Beispiel Koh Rong und Koh Rong Sanloem dar. Dort gibt es keinen einzigen ATM und man sollte sich im Vorfeld gut mit Bargeld eindecken. Für den Notfall gibt es zwar auch dort Stellen, an denen man Bargeld bekommen kann, doch das kann dann ziemlich teuer werden.

Lokale Sim-Karte mit Datenvolumen:

Eine Sim-Karte in Kambodscha zu bekommen ist nicht schwierig. Hier gibt es beispielsweise von Metfone Angebote für 25 GB Datenvolumen für 30 Tage um umgerechnet ca. € 4,50. Dazu sucht man einfach in einer größeren Stadt den nächsten Metfone-Shop auf und hat kurze Zeit später bereits seine kambodschanische Telefonnummer mit Datenvolumen aktiviert. Wir gingen dazu einfach in einen Metfone-Shop an unserem ersten Stop, in Kratie, und auch wenn die Mitarbeiterin nicht gut Englisch konnte, wurden wir freundlich betreut und bekamen am Ende die gewünschten Sim-Karten. Die Freischaltung erfolgte direkt im Anschluss.

Hilfreiche Apps und Seiten für die Kambodscha-Reise:

  • Pass App: Cambodia Taxi Booking
  • Grab: App für Taxis in Asien, ähnlich wie Uber
  • CamID: App für Sim-Karte von Metfone
  • com: Hotelzimmer und Guesthouses buchen
  • 12go Asia: organisierte Transportmöglichkeiten
  • com: Bus-Organisation für Hilfe und Transport über die Grenze, z.B. Laos – Kambodscha

Wäsche waschen in Kambodscha:

Seine Wäsche in Kambodscha waschen zu lassen funktioniert, jedenfalls in den touristischeren Orten, ganz ohne Probleme und genauso wie in den umliegenden Ländern auch. Wir ließen während unseres Aufenthaltes insgesamt zweimal waschen und waren immer zufrieden. Auch preislich ist das in Kambodscha kein Thema – wir bezahlten beispielsweise für ungefähr 2 Kilogramm Wäsche in Phnom Penh umgerechnet ca. € 1,80 und für ungefähr 2,5 Kilogramm Wäsche in Siem Reap ca. € 2,25.

  • Phnom Penh: Quick Laundry
  • Siem Reap: Chenda Laundry

Motorrad-Verleih in Kambodscha:

Ein Motorrad auszuleihen ist in Kambodscha, ähnlich wie in Laos, nicht ganz so einfach, wie man es zum Beispiel aus Thailand oder Vietnam kennt. Es ist in jedem Fall machbar, aber manchmal mit etwas höheren als den gewohnten Kosten verbunden und an einigen Orten muss als Kaution der Reisepass abgegeben werden. Den Reisepass gibt man klarerweise sehr ungern aus den eigenen Händen, bekommt aber in manchen Fällen einfach kein Motorrad, wenn man nicht dazu einwilligt. Ich habe häufig davon gelesen, dass deutsche Staatsangehörige ihren Personalausweis statt dem Reisepass hinterlegen durften. Da wir so etwas nicht haben, probierten wir es immer erst mit dem internationalen Führerschein. Wir hatten während unserer Reise ja zwei verschiedene, da in manchen Ländern der eine und in anderen der andere internationale Führerschein gültig ist, somit konnten wir einen (natürlich den im Land ungültigen) auch abgeben. Zweimal hat diese Taktik funktioniert, aber zweimal waren wir auch gezwungen den Reisepass auszuhändigen, um einen Motorroller zu bekommen. Da wir keine Unfälle hatten, gab es auch keine Streitthemen bei der Rückgabe und wir bekamen den Reisepass jedes Mal ohne weitere Diskussion retour. Am einfachsten war es, wenn wir direkt in der jeweiligen Unterkunft einen Roller (privat) mieten konnten. Dann mussten wir keine Kaution entrichten und bezahlten den Roller einfach spätestens am Ende beim Check-out.

  • Kampong Cham: Sunrise Villa (unsere Unterkunft, keine Kaution)
  • Phnom Penh: Victory Motorcycle Rental & Repairs (Kaution: Reisepass)
  • Kampot: Kro Nhep Guesthouse & Orchid 101 (jeweils unsere Unterkunft, keine Kaution)
  • Koh Rong: an der Straße vom Koh Touch Beach, nicht in Google Maps eingetragen (Kaution: int. Führerschein war möglich und passte für uns, da wir ja zwei verschiedene hatten)
  • Battambang: Visamak Tourism Center (Kaution: Reisepass)
  • Siem Reap: Ratha motorbike and bike Rental (Kaution: int. Führerschein war möglich und passte für uns, da wir zwei verschiedene hatten, Roller wurde kostenlos zur Unterkunft gebracht und abgeholt)

Unsere Route:

Reisezeit: 14.05. – 12.06.2025 (4 Wochen)

Kratie – Kampong Cham – Phnom Penh – Kampot – Koh Rong – Koh Rong Sanloem – Battambang – Siem Reap

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