Kampong Cham

Kampong Cham – Der Hafen der Cham

Kampong Cham ist die drittgrößte Stadt Kambodschas und liegt direkt am Mekong. Der Name bedeutet übersetzt „Hafen der Cham“ und bezieht sich damit auf die Volksgruppe der Cham. Diese ethnische und vorwiegend muslimische Minderheit siedelte sich historisch in großer Zahl in dieser Region an, nachdem sie aus ihrem früheren Königreich Champa (im heutigen Vietnam) fliehen musste. Heute ist sie eine authentische und entspannte Provinzhauptstadt, die vom Massentourismus komplett verschont geblieben ist. Es besteht ein harmonisches Miteinander von buddhistischen Tempeln und Moscheen entlang des Flusses. Die Einwohner gelten als sehr gastfreundlich und neugierig auf Reisende, da westliche Gesichter hier noch keine Alltäglichkeit sind. Touristisch erschlossen ist sie trotzdem – es gibt gemütliche Gästehäuser, kleine Hotels, Geldautomaten und Restaurants mit manchmal auch englischen Speisekarten. Touristenbusse, Souvenirshops und eine Partyszene sucht man hier allerdings vergebens.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Kampong Cham:

  • 17.05. – 20.05.2025 (3 Nächte)

Unsere Anreise nach Kratie:

Wir kamen von Kratie mit einem „Shared Car“ in Kampong Cham an. Die Fahrt dauerte ungefähr 2,5 Stunden und kostete ca. € 8,- pro Person. Die Einheimischen reisen oft in diesen Fahrgemeinschaften, wenn die Busverbindungen rar sind. Da Kampong Cham nicht oft auf den Touristen-Reiserouten liegt, war es auch für uns die beste Art hierhin zu kommen. Buchen konnten wir unsere Sitzplätze im Auto der Fahrgemeinschaft über die Unterkunft in Kratie.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Kampong Cham:

SunRise Villa: Es gibt mehrere Hotels in Kampong Cham, wir wollten aber gerne in einem der günstigen Guesthouses übernachten. Unsere Wahl fiel auf die „SunRise Villa“ und weil wir über die booking-App hier nur ein Zimmer mit Ventilator hätten buchen können, versuchten wir unser Glück über die Telefonnummer, die in der App Google Maps eingetragen war. Wir schrieben sie direkt über WhatsApp an und fragten ein Zimmer mit Klimaanlage an, welches auch verfügbar war. Für € 10,80 pro Nacht bekamen wir ein sehr einfaches Zimmer mit eigenem Bad und theoretisch auch Frühstück inklusive, welches wir allerdings nie in Anspruch nahmen, da wir hier etwas länger schlafen wollten. Die Gastfamilie war sehr freundlich und wir konnten auch für einen sehr günstigen Preis Reis oder Nudeln mit Gemüse als Abendessen bestellen. Sogar ein kaltes Bier zu einem guten Preis hatte der Familienvater für uns im Angebot. Zusätzlich konnten wir sehr unkompliziert und günstig einen Motorroller über die Unterkunft buchen. Sie kümmerten sich um die Organisation und wir mussten auch keine Kaution hinterlegen.

Fortbewegung in Kampong Cham:

Zu Fuß: Will man sich nur in der Stadt bewegen, reicht es sicherlich aus zu Fuß unterwegs zu sein. Dafür ist es aber ratsam ein Hotel im Stadtkern zu buchen. Von unserer Unterkunft aus, wäre es zu weit gewesen, was aber für uns kein Problem war, da wir ohnehin einen Roller mieten wollten, um auch die Umgebung zu erkunden.

Motorroller: Wie erwähnt, mieteten wir einen Roller (Honda Vision) über die Unterkunft. Die Gastfamilie organisierte, dass der Roller zur Unterkunft gebracht und auch von dort wieder abgeholt wurde. Der Preis war außerdem für kambodschanische Verhältnisse mit umgerechnet € 6,30 pro Tag sehr günstig. Wir mussten auch keine Kaution hinterlegen. Jedem Menschen, der Roller fahren kann, würde ich sehr empfehlen dort einen zu mieten. Es ist wunderschön die Umgebung zu erkunden und man kann hier noch ein sehr authentisches Kambodscha erleben.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Kampong Cham

Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen aufeinanderfolgende vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.

Hinweis: Aktivitäten mit Tieren in Gefangenschaft (Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.

Moha Leap Pagoda: Die Wat Moha Leap Pagode ist eine der letzten verbliebenen traditionellen Holzpagoden in Kambodscha. Sie gilt als ein seltenes architektonisches Juwel, da fast alle anderen Holztempel des Landes im Laufe der Zeit oder durch die Zerstörungen der Roten Khmer verloren gingen. Man gelangt in einer ca. 30-minütigen Rollerfahrt dorthin und allein die Fahrt ist schon sehenswert, da man durch authentische kleine Dörfer und vorbei an wunderbarer Natur fährt. Am Tempelareal waren wir völlig alleine und konnten uns in Ruhe umsehen.

French River Guard Tower: Der historische, französische Wachturm wurde in den Jahren 1900 bis 1920 errichtet. Er diente primär als Wachturm zur Überwachung des Flussverkehrs und zum Schutz der umliegenden Kautschukplantagen vor Banditen. Bei Gefahr zündeten die Wachen ein großes Feuer auf dem Turm. Der Gouverneur von Kampong Cham hatte von seinem Haus auf der anderen Flussseite direkte Sichtachse darauf. 2005 wurde das ockerfarbene Bauwerk angeblich renoviert. Der Turm ist frei zugänglich und im Inneren kann man die lange, steile Treppe hinaufsteigen und von oben den Ausblick auf den Fluss und die Stadt genießen. Dafür sollte man allerdings schwindelfrei sein.

Koh Pan Island Bamboo Bridge: Die Bambusbrücke in Kampong Cham ist überall bekannt und verbindet das Festland mit der Mekong-Insel Koh Pen (oder auch: Koh Paen). Sie gilt als die längste ihrer Art weltweit und wird jedes Jahr in der Trockenzeit neu erbaut. Man kann sie ausschließlich zu Fuß passieren, aber es ist kein Problem den Roller vor dem Aufgang der Brücke für eine kleine Parkgebühr abzustellen. Wir bezahlten umgerechnet ungefähr € 0,60 pro Person, um über die Brücke auf die Insel gehen zu können.

Nokor Bachey Temple: Der Nokor Bachey Tempel ist die größte alte Tempelanlage in der Provinz Kampong Cham. Direkt in die Ruinen des historischen Khmer-Tempels aus dem 11. und 12. Jahrhundert wurde eine moderne, farbenfrohe buddhistische Pagode hineingebaut. Aber hier ein wichtiger Hinweis: die Tempelruinen sollten eigentlich frei zugänglich sein, aber wir wurden dort von einem Mann in einer Art Uniform angesprochen. Er wollte uns ein Kombi-Ticket für ein paar Sehenswürdigkeiten (einschließlich des Nokor Bachey Tempels) um insgesamt USD 10,- pro Person verkaufen. Soweit wir das beurteilen können, ist das ein Scam! Um der Diskussion zu entgehen, kann der Roller eventuell einfach außerhalb abgestellt werden, denn wir wurden auf dem Parkplatz angesprochen. Aus unserer Sicht waren die Sehenswürdigkeiten auf dem angeblichen „Ticket“, das der Herr aus seinem Roller-Gepäckfach verkaufen wollte, alle in Wahrheit kostenfrei zugänglich.

Phnom Bros & Phnom Srei: Der „Männer- und Frauenberg“ sind zwei benachbarte Hügel, die bequem über eine Straße mit dem Fahrzeug erreicht werden können. Nach dem Aufstieg über einige Stufen, hat man einen tollen Ausblick. Außerdem konnten wir auch ein paar Affen beobachten. Auf dem angeblichen „Kombi-Ticket“ vom illegalen Wachmann beim Nokor Bachey Tempel wären diese Hügel auch inkludiert gewesen (siehe Infos zum Scam oben). Hier wollte aber niemand ein Ticket sehen und es wurde auch kein Eintritt verlangt. Von den Einheimischen, die am Tempel waren, wurden wir nur freundlich angelächelt und begrüßt.

1.79 Monument: Dieses Monument ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an den 7. Jänner 1979 (daher der Name 1.79) erinnert, den Tag des Sturzes des Regimes der Roten Khmer durch vietnamesische Truppen und kambodschanische Verbündete.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Independence Monument Kampong Cham: ein im November 2022 eröffnetes Wahrzeichen, das an die Unabhängigkeit Kambodschas von Frankreich erinnert
  • Kizuna Bridge Roundabout: ein Monument im Kreisverkehr, der das Stadtgebiet direkt mit der berühmten Kizuna-Brücke über den Mekong verbindet
  • Statue of Indra on Airavata Elephant: ein Monument am Flussufer

Lokale und Restaurants in Kampong Cham:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

JolBen298: In diesem Café holten wir uns Croissants und Kaffee zum Frühstück. Es gibt einen total netten kleinen Garten, indem wir auf Klappsessel sitzen und in Ruhe frühstücken konnten, bevor wir auf Sightseeing-Tour gingen. Die Mädchen an der Theke waren erst etwas nervös, als wir ankamen, da Englisch hier wohl nicht ganz so häufig gebraucht wird, aber sie meisterten die Situation wunderbar und waren sehr freundlich.

  • Für 2x hot Espresso, 2x Mandel-Croissant, 2x plain Croissant bezahlten wir umgerechnet ca. € 6,75.

Today Coffee: Hier waren die Preise etwas höher im Vergleich, weshalb wir uns nur je einen Espresso leisteten. Vor der Tür gab es einen eigenen Parkservice, bei dem ein Wachmann auf die geparkten Fahrzeuge aufpasste.

  • Für 2x hot Espresso bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,45.

Vegetarian Kampong Cham Restaurant: In diesem Lokal konnten wir sehr günstig speisen. Es war allerdings nicht ganz einfach, da es die Karte nur in Khmer und nicht auf Englisch gab. Wir versuchten es mit der Übersetzungs-App und zeigten auf Bildern, was wir bestellen wollten. Da sehr viel mit veganen Fleischalternativen gearbeitet wurde, war das Essen hier nicht unbedingt unser Fall.

  • Für 3x Gerichte (Name nur auf Khmer), 2x 0,5l Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,65.

Viva La Pizza: Hier gibt es richtig gute Pizza. Leider ist es nur für Veganer etwas langweilig, da die Pizzen dafür ausschließlich ohne Käse bestellt werden können. Da wäre es natürlich toll, wenn sie auch veganen Käse im Angebot hätten, aber die Nachfrage ist hier wohl noch nicht groß genug.

  • Für 2x Pizza Margherita (eine davon ohne Käse), 1x Kanne Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,90.

Simple Café: Dieses Café fanden wir durch Zufall und bekamen neben schmackhaftem Kaffee (im Pappbecher) auch eine Packung gefriergetrocknete Jackfruit zu einem absolut unschlagbaren Preis.

  • Für 2x hot Americano, 1x Pkg. gefriergetrocknete Jackfruit bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,15.

Smile Restaurant: Die Preise waren hier im Vergleich zwar ein bisschen höher, aber die Speisen waren ganz gut und es gab ein paar vegetarische/vegane Optionen in der Menükarte. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

  • Für 1x Fried Vegetables and Cashews with Tofu and steamed Rice, 1x Vegetable Pasta, 1x 0,5l Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,65.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Kampong Cham aus ging unsere Reise weiter nach Phnom Penh. Wir fuhren mit einem Mini-Van und bezahlten ca. € 7,20 für die Fahrt von ungefähr drei Stunden. Die Fahrt buchten wir über unsere Unterkunft in Kampong Cham. Die Gastfamilie kümmerte sich um alles und wir wurden auch direkt von der Unterkunft abgeholt.

Das war unser Abenteuer in Kampong Cham. Was sagst du dazu? Kannst du dir vorstellen nach Kampong Cham zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe einfach einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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