Phnom Penh

Phnom Penh – Kambodschas Hauptstadt

Phnom Penh ist mit ca. 2,3 Millionen Einwohnern Kambodschas Hauptstadt und befindet sich am Tonle Sap, einem Zufluss des Mekong. Die Anfänge der Stadt gehen ins Jahr 1372 zurück, als angeblich eine Frau namens Penh einen Tempel auf einem künstlichen 27m hohen Hügel errichten ließ, um darin ein paar Buddhastatuen aufzustellen. Später folgten mehrere Kriege und Eroberungen durch Thailand und Vietnam. 1867 wurde Phnom Penh zum Hauptsitz der französischen Kolonialverwaltung. 1975 übernahmen die Roten Khmer die Herrschaft über Phnom Penh und es folgten die schrecklichsten Jahre in Phnom Penhs Geschichte, bis Anfang 1979 die Roten Khmer durch vietnamesische Truppen vertrieben wurden. Heute ist die für kambodschanische Verhältnisse moderne Stadt auch das mit Abstand bedeutendste wirtschaftliche Zentrum des Landes. Mit Metropolen wie Bangkok, ist die Stadt klarerweise nicht vergleichbar, da sie viel überschaubarer und ruhiger ist. Dafür bietet sie aber einen tieferen Einblick in die Geschichte und eine ursprünglichere Atmosphäre.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Phnom Penh:

  • 20.05. – 24.05.2025 (4 Nächte)

Unsere Anreise nach Phnom Penh:

Nach Phnom Penh reisten wir von Kampong Cham aus. Wir fuhren mit einem Mini-Van und bezahlten ca. € 7,20 für die Fahrt von ungefähr drei Stunden. Die Fahrt buchten wir über unsere Unterkunft in Kampong Cham.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Phnom Penh:

Dynsey Boutique Hotel: Wir entschieden uns für dieses Boutique-Hotel, da wir die Lage sehr gut fanden und auch die Rezensionen gut waren. Für ca. € 19,25 bekamen wir ein Zimmer, das uns ganz gut gefiel. Das kleine Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber hat für unserer Zwecke vollkommen ausgereicht. Die Mitarbeiter waren freundlich und hilfsbereit und wie wir nachher herausfanden, hätten wir auch über das Hotel einen Roller anmieten können. Vor der Tür gab es mehrere Restaurants und Bars und auch die Weiterreisetickets waren von hier aus überaus einfach zu beschaffen.

Fortbewegung in Phnom Penh:

Zu Fuß: Dank der tollen Lage unserer Unterkunft, konnten wir uns in der Stadt auch ganz gut zu Fuß fortbewegen. Um ein paar Sehenswürdigkeiten außerhalb zu besuchen und auch ein paar interessante Restaurants zu testen, entschieden wir aber bald einen Roller zu mieten.

Tuk Tuk: Tuk Tuks sind ein beliebtes und wichtiges Fortbewegungsmittel in der Stadt. Der Preis für die Fahrt sollte dabei unbedingt im Vorhinein ausgehandelt und festgelegt werden. Alternativ kann auch über die App „Grab“ ein Tuk Tuk gerufen werden.

Motorroller: Einen ca. 15-minütigen Spaziergang von unserer Unterkunft entfernt, mieteten wir bei „Victory Motorcycle Rental & Repairs“ einen Roller (Honda Click) für zwei Tage und ca. € 9,- pro Tag. Der Motorroller war super in Schuss, aber wir mussten einen Reisepass als Kaution abgeben. Bei der Rückgabe bekamen wir unser Dokument problemlos retour. Erst im Anschluss erfuhren wir, dass wir wohl auch Roller über unser Hotel hätten mieten können.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh

Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen aufeinanderfolgende vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.

Hinweis: Aktivitäten mit Tieren in Gefangenschaft (Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.

Tuol Sleng S-21 Genozid-Museum: Tuol Sleng (S-21) war das geheime Zentrum eines Netzwerkes von ungefähr 200 Gefängnissen. Darin wurden inhaftierte Menschen von den Roten Khmer gefoltert. Speziell in diesem Gefängnis waren in Summe 12.000 bis 20.000 Menschen eingekerkert. Es ist nur von 12 Überlebenden die Rede. Manche Menschen waren wochen- oder monatelang dort, bevor sie auf den Killing Fields hingerichtet und vergraben wurden. Durch diesen Ort, der vor den Roten Khmer eine Schule war, zu gehen war für uns interessant und schrecklich gleichermaßen. Wir gingen durch die Häuser und Gänge und sahen die unzähligen Bilder der Opfer. Bilder, die einfach gesehen werden müssen, aber die man auch nie wieder vergisst. Wir kamen aus dem fassungslosen Kopfschütteln gar nicht mehr heraus, als wir durch die originalen Zellen gingen während wir den Erzählungen über die Kopfhörer lauschten. Für mich persönlich strahlte der Fliesenboden und die Wände dort so viel Leidvolles ab, als würde das alles dort noch ganz fest drinstecken. Gänsehaut! Gerade weil es so undenkbar ist, was Menschen anderen Menschen antun können, ist es so wichtig hin- und nicht wegzusehen. Um unseren Roller dort zu parken bezahlten wir umgerechnet ca. € 0,25 und für den Eintritt (inkl. Audioguide) ca. € 9,50 pro Person.

Choeung Ek Völkermord-Gedenkzentrum: Nach einer ca. 30-minütigen Roller- oder Taxifahrt von Phnom Penh aus kann man Choeung Ek erreichen. Das Völkermord-Gedenkzentrum ist auch bekannt als die „Killing Fields“ und absolut sehenswert, wenn man tiefer in die schreckliche Geschichte rund um das Regime der Roten Khmer eintauchen möchte. Schätzungsweise 20.000 Menschen wurden hier unter dem Diktator Pol Pot und den Roten Khmer hingerichtet, nachdem wohl die meisten von ihnen zuvor im berüchtigten Foltergefängnis Tuol Sleng (S-21) in Phnom Penh verhört und gefangen gehalten wurden. Auf dem Gelände wurde im Jahr 1988 ein buddhistischer Gedenkstupa errichtet, durch dessen Glas auf mehr als 5.000 menschliche Schädel geblickt werden kann. Sie sollen das Ausmaß des Genozids dokumentieren und den Opfern gedenken. Da es sich um eine Gedenkstätte und einen Friedhof handelt, sollte die Kleidung respektvoll gewählt werden (Schultern und Knie bedeckt). Um unseren Roller dort zu parken bezahlten wir umgerechnet ca. € 0,25 und für den Eintritt und den inkludierten Audioguide noch umgerechnet ca. € 5,65 pro Person. Der Audioguide (übrigens auch auf Deutsch) hilft sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Es geht richtig tief unter die Haut, wenn man den Interviews mit Überlebenden über die Kopfhörer lauscht und an genau den Plätzen steht, an dem damals so viel Schreckliches passierte. Der Besuch hier hat uns sehr berührt.

Wat Phnom: Wat Phnom, angeblich die Wiege Phnom Penhs, befindet sich auf einem 27 Meter hohen, künstlichen Hügel mitten in der Stadt. Der Legende nach wurde der Tempel 1372 von der wohlhabenden Witwe Madame Penh gegründet, um die vier Buddhastatuen, die sie fand, darin unterzubringen. Die Parkanlage dort ist wunderschön und eignet sich gut um zu spazieren oder eine entspannte Pause einzulegen. Für den Eintritt bezahlten wir umgerechnet ca. € 0,90 pro Person.

Psar Kandal Market: Unweit der Uferpromenade befindet sich dieser authentische, wuselige Markt. Es gibt hier keinen touristischen Kitsch oder Souvenirs, sondern Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Haushaltswaren, Kleidung und Stoffe.

Preah Sisowath Quay: Hierbei handelt es sich um die ca. drei Kilometer lange Uferpromenade am Tonlé Sap. Morgens wird sie von den Einheimischen gerne für Sport genutzt und nach Einbruch der Dunkelheit erwacht sie mit zahlreichen Restaurants, Bars und Cafés zum Leben. Am Ufer legen hier auch regelmäßig Boote für abendliche Touren bei Sonnenuntergang auf dem Fluss ab. Während des Bon Om Touk-Festivals soll hier im Oktober/November das traditionelle Drachenbootrennen stattfinden.

Unabhängigkeitsdenkmal Phnom Penh: Das Unabhängigkeitsdenkmal in Phnom Penh ist ein 20 Meter hohes, lotusförmiges Wahrzeichen im Angkor-Stil, das im Jahr 1958 erbaut wurde. Es erinnert an die Befreiung Kambodschas von der französischen Kolonialherrschaft im Jahr 1953. Es steht mitten im Stadtzentrum an einem großen Kreisverkehr an der Kreuzung des Norodom Boulevard und des Sihanouk Boulevard. Abends ist das Denkmal stimmungsvoll beleuchtet.

Statue of His Majesty Preah Bat Samdech Preah Norodom Sihanouk: Dieses viereinhalb Meter hohe Bronzedenkmal wurde zu Ehren des verstorbenen „Vaterkönigs“ von Kambodscha gebaut. Die Statue befindet sich in der Nähe des Unabhängigkeitsdenkmals im Zentrum von Phnom Penh.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Königlicher Palast: offizielle Residenz des Königs von Kambodscha und ein Meisterwerk der traditionellen Khmer-Architektur
  • Wat Ounalom: das wichtigste religiöse Zentrum des Buddhismus in Kambodscha, 1443 gegründet
  • Central Market: ist eine berühmte Markthalle aus den Jahren 1935 bis 1937 im Art-déco-Stil
  • Russenmarkt Tuol-Tompuong-Markt: ein lebendiger, traditioneller Markt

Lokale und Restaurants in Phnom Penh:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

Kabbas Restaurant: Dieses Restaurant befand sich direkt gegenüber unserer Unterkunft und war am Anreisetag der praktikabelste Weg, die Zeit bis zum Check-in zu überbrücken. Die Speisen waren gut, die Preise fair und es gab Kokosnuss. Was will man mehr?

  • Für 1x Vegetable Curry mit Reis, 1x Stirfried Vegetables mit Tofu und Reis, 2x frische Kokosnuss bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,50.

Chez La Bulange: Sehr praktisch war dieses französische Bistrot, da es sich in der Straße unserer Unterkunft befand und uns schmackhaftes Frühstück bot. Mir persönlich schmeckten die Croissants zu sehr nach den Ei, mit dem sie wohl bestrichen waren, aber im Allgemeinen war das Frühstück hier super und preiswert.

  • Für 2x Parisien (Kaffee, Baguette mit Butter & Jam, Croissant, Pineapple-Juice) bezahlten wir umgerechnet ca. € 7,90.

Masala Dosa Street Kitchen: Hier bekamen wir ausgezeichnete indische Gerichte, aber der Preis war im Vergleich sehr hoch. Vermutlich auch die Erklärung, warum wir völlig alleine dort waren. Wenn man überlegt, wie wenig wir für dieselbe Qualität der gleichen Speisen in Indien bezahlten, war der Preis ziemlich ungerechtfertigt.

  • Für 1x Samosa, 2x Chana Masala, 1x Plain Naan, 1x Butter-Naan, 1x 1,5l Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 21,40.

Emma Coffee: Das Emma Coffee ist ein nettes, cleanes Café mit nur ein paar wenigen Tischen. Es gab plantbased Milk und eine Auswahl an Kuchen.

  • Für 1x Oat-Cappuccino, 1x Oat-Spanish Coffee, 1x Marmor-Kuchen bezahlten wir umgerechnet ca. € 7,40.

Cuffeine: Plant-based Coffee: Beim Cuffeine bestellten und bezahlten wir erst an einem Fenster neben dem Eingang und setzten uns dann ins Innere. Die Atmosphäre war sehr speziell und der Kaffee ausgezeichnet, wurde nur leider im Plastikbecher serviert. Wie schon dem Namen zu entnehmen, kann man hier auf pflanzliche Milchalternativen zählen.

  • Für 2x Iced Cuffeine Latte (mit Hafermilch) bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,40.

H2O Coffee: Das H2O Coffee sah mit den offenen Wänden und vielen Pflanzen sehr einladend aus. Auch der Kaffee war sehr gut und theoretisch hätte es auch Mandelmilch gegeben, wenn sie nicht gerade aus gewesen wäre.

  • Für 2x Iced Americano bezahlten wir umgerechnet ca. € 2,70.

Bong Bonlai (im YK Art House): Dieses wunderbare 100% vegane Restaurant befindet sich im YK Art House und bietet tolle Frühstücksgerichte. Wir saßen in einem grünen Innenhof und auch wenn die Preise etwas höher waren, waren wir von unserer Frühstückserfahrung dort begeistert. Wie wir dann herausfanden, gibt es dort auch eine Unterkunft, in der man nächtigen kann.

  • Für 1x Avocado & Beans Toast, 1x Pancakes Coconut with Banana & Passionfruit, 1x Fruit Salad, 1x Americano, 1x Caffe Latte bezahlten wir umgerechnet ca. € 15,75.

Go Green Restaurant: Im strömenden Regen fanden wir zum Glück endlich dieses vegetarische Restaurant und waren die einzigen Gäste. Das Essen schmeckte uns ganz gut, allerdings wurde viel mit Fleischersatz gearbeitet, was wir prinzipiell ja weniger mögen. Bevor wir bezahlten, kam die Familie und offensichtlichen Betreiber des Restaurants nach Hause. Sie wirkten ziemlich gut betucht auf uns und aßen gemeinsam am großen Tisch zu Abend. Die Mutter kam ein wenig mit uns ins Gespräch und erzählte uns, dass sie gerade dabei war die ursprüngliche Form einer bestimmten Mango-Sorte anzubauen und schenkte uns zwei Stück, damit wir sie als Nachspeise probieren konnten. Wir lieben Mangos und kaufen sie auf Reisen häufig, aber der derartig süße Geschmack dieser saftigen Mango kam uns bisher noch nie unter – danke für diese Erfahrung!

  • Für 1x Green Curry mit Reis, 1x Fried Basil Rice, 2x 0,6l Wasser, 2x Coconut, (2x Mango aufs Haus) bezahlten wir umgerechnet ca. € 12,40.

Flowers Nanobrewery, Vegan Sushi Taproom: Hier kommt ein kleiner Geheimtipp für euch! Dieses vegane Restaurant befindet sich in einem Hinterhof und erst waren wir unsicher, ob wir überhaupt richtig waren. Auch optisch wirkt es nicht auf den ersten Blick wie ein bekanntes Lokal. Die Speisen waren die besten, die wir in Kambodscha hatten, besonders der Burger war himmlisch. Außerdem gab es selbstgebrautes Bier in verschiedensten Variationen – top! Wir sprachen mit dem Angestellten und er meinte, das Lokal und die kleine Brauerei würde ein hierhin ausgewanderter Japaner betreiben. Aus unserer Sicht ein rundum wunderbarer Ort, den wir definitiv wieder besuchen würden, sollten wir in der Stadt sein – ganz egal wie auch die Preise sind.

  • Für 2x Cashewnut Cheese and grilled Pumpkin Burger, 1x Avocado-Maki, 1x 0,5l Wasser, 3x Craft Bier bezahlten wir umgerechnet ca. € 22,50.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Phnom Penh fuhren wir mit einem Mini-Van (Kim Seng Express) etwas mehr als drei Stunden nach Kampot. Für die Fahrt bezahlten wir umgerechnet ca. € 8,- und bekamen die Tickets supereinfach in einem Shop gegenüber unserem Hotel in Phnom Penh.

Das war unser Abenteuer in Phnom Penh. Was sagst du dazu? Kannst du dir vorstellen nach Phnom Penh zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe einfach einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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