Phong Nha

Phong Nha – Tor zum UNESCO Nationalpark

Phong Nha in Zentralvietnam ist das Tor zum UNESCO Weltnaturerbe Phong Nha-Ke Bang Nationalpark, der für seine beeindruckenden Karstlandschaften, Höhlen und tropischen Wälder bekannt ist. Wir fühlten uns bei der Aussicht dort stark zu unserem Aufenthalt in Laos zurückversetzt. Die touristischen Hauptattraktionen in Phong Nha sind die Besichtigungen der vielen verschiedenen Höhlen, von denen manche auf eigene Faust und andere nur mit Guide besichtigt werden dürfen. In dieser Gegend befindet sich sogar die größte Höhle der Welt, dessen Besichtigung allerdings nur für eine streng limitierte Zahl an Besuchern pro Jahr möglich ist und eine mehrtägige, anspruchsvolle Expedition erfordert. Der Ort selbst ist im Vergleich nicht sehr groß, aber es finden sich dort viele Unterkünfte für Touristen und auch eine Auswahl an guten Restaurants.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Phong Nha:

  • 17.11. – 20.11.2025 (3 Nächte)

Unsere Anreise nach Phong Nha:

Nach Phong Nha fuhren wir von Hue aus mit dem Bus. Gebucht hatten wir einen Bus des Unternehmens „HK Buslines“ für 09:30 von einer Abfahrtstelle, die zu Fuß in weniger als 10 Minuten von unserer Unterkunft in Hue entfernt war. Nach der Buchung erhielten wir eine E-Mail der Busgesellschaft, dass sie uns nur einen Bus für 10:30 anbieten können und ob das für uns ok sei. 10:30 war uns sogar lieber, also sagten wir zu und bekamen die Bestätigung im Anschluss. Am nächsten Morgen bekamen wir kurz vor 9 Uhr, während wir gerade unsere Rucksäcke packten, einen Anruf, dass der Bus aufgrund des Hochwassers doch schon früher fahren würde. Das brachte uns natürlich ein wenig Stress ein, aber wir schafften es dann so 20 Minuten später vor Ort zu sein. Dort stiegen wir in einen auf uns wartenden Mini-Van, der uns offensichtlich erst zum großen Bus brachte. Auch dies war in der Buchung zuvor für uns nicht ersichtlich. Im Endeffekt ging sich alles gut aus und wir waren dann klarerweise auch früher als gedacht in Phong Nha. Die Buszeiten sind in Vietnam häufig Richtwerte und es ist jedenfalls ratsam die Zeit nicht zu knapp zu kalkulieren. Für die Tickets bezahlten wir übrigens ca. € 11,20 pro Person und saßen in Summe ca. 4,5 Stunden im Bus. Auf der Strecke kamen wir immer wieder an überfluteten Feldern und Dörfern vorbei und fuhren einmal über eine Straße, die man nicht sehen konnte, da der Wasserstand recht hoch war. Die Reise mit dem Bus war aber für uns an dem Tag glücklicherweise problemlos möglich.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Phong Nha:

Horizon Homestay: Wir kamen für drei Nächte im Horizon Homestay unter und bezahlten hier für ein Doppelzimmer („Zimmer mit Kingsize-Bett und Bergblick“) umgerechnet ca. € 14,40 pro Nacht. Frühstück war in diesem Preis sogar inkludiert, wobei man aus einer kleinen Frühstückskarte wählen konnte. Der junge Vermieter war freundlich und hilfsbereit und auch das Zimmer war in Ordnung. Es wirkte noch relativ neu, weshalb es auch noch keinen Schimmel oder muffigen Geruch gab. Theoretisch wäre auch möglich gewesen einen Roller über die Unterkunft zu mieten, allerdings war bei uns das Wetter so schlecht, dass wir dann doch darauf verzichtet haben. Es gab außerdem die Möglichkeit in der Unterkunft zu Abend zu essen, wenn man rechtzeitig vorher Bescheid gab. Für Vegetarier gab es zumindest Reis oder Nudeln mit Gemüse und an dem sehr verregneten Tag waren wir sehr froh, nicht noch in den Ort laufen zu müssen, um zu essen. Andere Gäste schwärmten sehr von dem fangfrischen Fisch, den sie in der Unterkunft zu essen bekamen. Die Lage war für uns ganz gut. Der Ort ist ja generell eher klein, daher ist alles zu Fuß ganz gut erreichbar. Die Straße zur Unterkunft war nicht betoniert, weshalb man sich hier auf große Wasserlacken und einen schlammigen Weg bei Regen einstellen muss. Wir konnten vom Horizon Homestay zu Fuß in ein paar Minuten die Bootsanlegestelle erreichen, von der man zur Phong Nha Höhle und zur Tien Son Höhle fahren kann.

Fortbewegung in Phong Nha:

Taxi (über Grab): Ein Taxi über eine App zu buchen, ist theoretisch auch in Phong Nha möglich, allerdings sind wir unsicher, ob von überall aus auch Fahrten bestätigt werden. Persönlich haben wir den Dienst dort nicht genutzt, daher kann ich dazu auch nicht näher berichten.

Zu Fuß: Von unserer Unterkunft aus waren einige Restaurants und ein kleiner Supermarkt zu Fuß erreichbar. Auch zur Bootsanlegestelle konnte man mühelos in ein paar Minuten spazieren.

Motorroller: Wir hatten geplant für einen Tag über unsere Unterkunft einen Motorroller zu mieten, um eine weitere Höhle zu besichtigen, was auch anstandslos geklappt hätte. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und aufgrund des vielen Regens entschieden wir spontan den Tag doch in der Unterkunft zu verbringen. Mit dem Motorroller kann man aber auf eigene Faust noch weitere Höhlen, wie die Paradise Cave erreichen und auf teure Guides oder Fahrer verzichten.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Phong Nha:

Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.

Hinweis: Aktivitäten mit Tieren (auch Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.

Phong Nha Cave & Tien Son Cave: Zu Fuß spazierten wir in ein paar Minuten zur „Xuan Son Boat Station“. Von hier aus fahren die Boote zur Phong Nha und Tien Son Höhle und wenn man früh genug dran ist, kann man im Prinzip gleich beide Höhlen besichtigen. Die Tickets dafür kauft man hier an der Bootsanlegestelle am Schalter. Für das Boot, das einen dorthin und wieder retour bringt, bezahlt man theoretisch ca. € 25,-. Wenn man aber Glück hat und gerade andere Touristen zur selben Zeit fahren wollen, kann man sich ein Boot und damit auch die Kosten teilen. Umso mehr Menschen sich hier zusammenfinden, desto günstiger wird also die Bootsfahrt. Insgesamt können bis zu 12 Personen mit einem Boot fahren. Wir hatten großes Glück und waren insgesamt 8 Leute in einem Boot, daher kostete uns die Fahrt hin und retour nur noch umgerechnet ca. € 3,- pro Person. Für die Tickets zur Phong Nha Cave bezahlten wir umgerechnet ca. € 4,90 pro Person und für die der Tien Son Cave ca. € 2,60 pro Person. Es bietet sich an gleich beide Höhlen anzusehen, da die Tien Son Höhle direkt bei der Phong Nha Höhle über Stufen gut erreichbar ist. Der Aufstieg ist allerdings recht anstrengend (überhaupt bei schwüler Hitze), aber zahlt sich sehr aus. Die korpulente Dame in unserer „Boots-Gruppe“ kam ziemlich ins Schwitzen und brauchte ein paar Pausen, war aber am Ende sehr stolz es geschafft zu haben. Ihr Durchhaltevermögen war sehr bewundernswert. Für beide Höhlen braucht man übrigens keinen Guide und kann sich die hohen Kosten dafür definitiv sparen. Einfach vor Ort für ein Boot und die Tickets bezahlen und alles auf eigene Faust erkunden – klappt wunderbar und ist sehr einfach. Die Bootsfahrt hat ungefähr 30 Minuten gedauert und war sehr entspannend.

Xuan Tien Kirche: Diese hübsche katholische Kirche entdeckten wir durch Zufall, da sie ganz in der Nähe unserer Unterkunft war. Wenn man also ohnehin in der Gegend ist und einen Spaziergang macht, kann man ihn beispielsweise so planen, dass man hier vorbeikommt.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Phong Nha Botanic Garden: ein Naturschutzgebiet mit über 500 Pflanzenarten, ca. 12 km nordwestlich von Phong Nha
  • Paradise Cave: eine der längsten Trockenhöhlen Asiens (über 31 km), bekannt für ihre riesigen, majestätischen Kammern mit beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten, die Millionen Jahre alt sind – nur ein Teil ist für Besucher zugänglich (ohne Guide möglich)
  • Dark Cave: ein Abenteuer-Ziel mit Ziplining, Kajakfahren, Schwimmen und einem berühmten Schlammbad in einem unterirdischen Fluss, leicht erreichbar mit Roller oder Taxi (Guide erforderlich)
  • Elephant Cave: eine beeindruckende Trockenhöhle mit einem riesigen, Elefantenmaul-ähnlichen Eingang, die über eine Dschungelwanderung erreichbar ist (Guide erforderlich)
  • Son-Doong-Höhle: größte Höhle der Welt, bekannt für ihre gigantischen Kammern mit eigenem Dschungel und unterirdischen Flüssen, die nur durch teure, mehrtägige Trekking-Expeditionen (mit Guide) zugänglich sind und vorab gebucht werden müssen, da nur eine bestimmte Anzahl an Menschen pro Jahr hineindürfen

Lokale und Restaurants in Phong Nha:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

Bamboo Chopstick Restaurant: In diesem Restaurant waren wir sogar zweimal essen, da wir es sehr mochten. Es gibt vegane und vegetarische Optionen und auch Craft Beer. Die vegane Noodle Bowl fand ich sehr gut, weshalb ich sie an beiden Abenden aß. Die Portion war es aus meiner Sicht richtig groß.

  • Für 1x Vegan Noodle Bowl, 1x Pasta and Vegetables, 2x Craft Beer, 1x Brownie bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,70.

Horizon Homestay: Es gibt eine kleine Menükarte im Horizon Homestay, welche der Vermieter per WhatsApp verschickt, damit man in Ruhe auswählen kann. Ebenfalls per WhatsApp haben wir dann am letzten Tag, an dem es viel und stark regnete, für das Abendessen (ein paar Stunden zuvor, damit die Zutaten besorgt werden konnten) bestellt. Es handelt sich hierbei nicht um ein Restaurant, sondern nur um eine Möglichkeit für die Geste zu essen, wenn sie nicht noch in den Ort spazieren wollen. Für Vegetarier gab es zumindest Reis oder Nudeln mit Gemüse und der Preis war sehr fair. Wir hörten andere Gäste über den Fisch schwärmen, den sie dort zu essen bekamen und der direkt davor frisch im Fluss gefangen wurde. Wir hätten nicht jeden Abend in der Unterkunft essen wollen, aber wir fanden es toll, dass es die Möglichkeit gab an einem Abend hierhin auszuweichen.

  • Für 1x Fried Rice with Vegetables (no egg), 1x Stirfried Noodles with Vegetable and egg, 2x Bier bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,90.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Phong Nha fuhren wir nach Tam Coc in Ninh Binh. Für die mehr als 370 Kilometer buchten wir einen Sleeper-Bus über die Plattform „12go Asia“ und bezahlten dafür € 18,15 pro Person. Mit Pausen und auch einer Wartezeit im Stau kamen wir nach 7,5 Stunden am Zielort an. Diesmal entschieden wir uns gegen eine Nachtfahrt, da man dabei zumeist sehr früh und übermüdet ankommt, die Check-In-Möglichkeit in den Unterkünften allerdings oft erst gegen 14 Uhr losgeht. Ohne „Early Check-in“, der aber wieder extra kostet, macht eine Nachtfahrt in den meisten Fällen wenig Sinn.

Das war unser Abenteuer in Phong Nha. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Phong Nha zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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