Da Lat

Đà Lạt– Die Stadt des ewigen Frühlings

Da Lat liegt in Vietnams Hochland, ca. 1500 Meter über dem Meeresspiegel, in der Provinz Lam Dong. Es herrscht ganzjährig angenehmes, kühles Hochlandklima, was besonders für den Kaffeeanbau dort sehr vorteilhaft ist. Aufgrund der gleichbleibenden, kühleren Temperaturen wird die Stadt auch „City of eternal Spring“ (Stadt des ewigen Frühlings) genannt. Man findet dort kleine Gassen mit hübscher Kolonialarchitektur und sympathischen Kaffeehäusern, breite Straßen mit vielen Geschäften, weitläufige (Blumen-)Parks und Seen, sowie Aussicht auf Berge und Pinienwälder.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Da Lat:

  • 26.10. – 29.10.2025 (3 Nächte)

Unsere Anreise nach Da Lat:

Wir fuhren von Ho-Chi-Minh-Stadt mit dem Nachtbus nach Da Lat. Die Fahrt war mit 8 Stunden angeschrieben und startete gegen 23:00 Uhr. Die Tickets für den Sleeper-Bus (FUTA) buchten wir über die Plattform „12go Asia“ und bezahlten € 14,45 pro Person. Auf den Tickets sahen wir nachher, dass die Fahrt im Futa-Büro wohl 290.000 Dong pro Person gekostet hätte, was umgerechnet ca. € 9,60 sind. Hier kann man also sparen, wenn man vor Ort und nicht über die App kauft. Die geplante Ankunft in Da Lat war für 06:30 Uhr am nächsten Tag angesetzt. Wir waren pünktlich am Treffpunkt in Ho-Chi-Minh-City und checkten mit unseren Online-Tickets am Schalter ein. Dann warteten wir, bis wir von einem Futa-Shuttle abgeholt wurden und an einen anderen Ort, an einer breiten, vielbefahrenen Straße gebracht wurden. Dort warteten wir wieder mit unzähligen anderen Touristen und Einheimischen. Immer wieder hielten dort große Futa-Sleeper-Busse an, aber es dauerte etwas, bis unserer dabei war. Auf unseren ausgedruckten Tickets, die wir im Futa-Büro nach dem Einchecken bekamen, stand das Kennzeichen des Busses, was es einfacher machte zu erkennen, in welchen Bus wir einzusteigen hatten. Die Busfahrt verlief gut und es wurde ein paar Mal gehalten, um Menschen ein- und aussteigen zu lassen. Eine 20-minütige Pause wurde auch gemacht. Die restliche Zeit wurde das Licht abgedreht und alle versuchten zu schlafen. Mir geling das leider nicht, da die Straße relativ kurvenreich war, der Bus ein ziemliches Tempo draufhatte und die Schlaf-Koje unbequem war. Die Fahrtzeit war deutlich kürzer als angegeben und wir stiegen bereits gegen 5 Uhr morgens in Da Lat aus. Dort zeigten wir die Adresse unserer Unterkunft einem Mitarbeiter, der uns dann sagte in welches Shuttle wir einsteigen sollten. Dieses brachte uns dann kostenfrei zur Unterkunft. Hier empfiehlt es sich definitiv einen Early-Check-In im Hotel mitzubuchen. Wir hatten das leider verabsäumt und um 5 Uhr morgens sind die Möglichkeiten in der Stadt noch ein wenig begrenzt.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Da Lat:

The Green House: In diesem kleinen Hotel hatten wir uns erst für unsere drei Nächte eingemietet und im Vorfeld hat auch alles gut funktioniert. Die Vermieter waren über die Booking-Chat-Funktion mit uns in gutem Kontakt und bemühten sich, dass wir so früh wie möglich einchecken konnten, da wir ja schon sehr zeitig in Da Lat ankamen. Statt der üblichen Check-In-Zeit um 14:00 Uhr, bekamen wir bereits um 12:00 die Nachricht mit dem Code für unseren Zimmerschlüssel. Der befand sich in einer Schlüsselbox neben dem Zimmer und als wir eintraten, schoss uns direkt ein sehr strenger Schimmel-Geruch in die Nase. Consti riss gleich alle Fenster auf, aber bei näherer Betrachtung fanden wir überall schimmlige Stellen und Bettzeug und Handtücher waren noch dazu ziemlich feucht. Kurzerhand entschieden wir zu stornieren, da es über die App zum Glück noch kostenfrei möglich war. Wir schilderten dem Vermieter unser Problem, der sich ziemlich verständnisvoll zeigte und uns ein anderes Zimmer anbieten wollte. Wir hatten uns aber bereits auf booking.com umgesehen und eine andere Unterkunft gefunden, bei der wir ein besseres Gefühl hatten. Prinzipiell hätte das Hotel, das ein bisschen wie ein gehobeneres Hostel wirkt, auf jeden Fall Potenzial. Es gibt einen netten Gemeinschaftsbereich mit Küche, man kann Motorroller mieten und verschiedene Tour-Angebote buchen. Vielleicht sind Zimmer in höheren Preiskategorien auch besser, aber davon kann ich nicht berichten. Das Zimmer, das uns angeboten wurde, sah jedenfalls nicht mehr wie auf den Fotos in der Booking-App aus. Für das gebuchte und unten abgebildete Zimmer hätten wir jedenfalls umgerechnet ca. € 12,30 pro Nacht bezahlen sollen.

Petit Dalat – Boutique Hotel: Mit unserem Zimmer in diesem Boutique Hotel waren wir sehr zufrieden. Es scheint, dass ganz Da Lat ein Problem mit der Feuchtigkeit hat und man kann ihr auch während des Aufenthaltes nicht vorbeugen, da hier aufgrund der niedrigeren Temperaturen Klimaanlagen in Zimmern nicht üblich sind. Dieses Hotel allerdings hat sich zumindest bemüht zu renovieren und sehr auf Einrichtung und Details geachtet, was uns gut gefallen hat. Der Mitarbeiter an der kleinen Rezeption kann zwar kein Englisch, verständigt sich aber gut über die Übersetzungsapp am Handy, weshalb die Kommunikation im Grunde kein Problem ist. Es gibt auch eine kleine Kaffeebar mit Sitzgelegenheiten im ersten Stock, die wir sehr nett fanden. Vermutlich kann man hier auch gut ein bisschen mit dem Laptop sitzen, was wir aber nicht gemacht haben. Die Lage fanden wir auch optimal und wir konnten zu Fuß einige gute Restaurants und Kaffeehäuser erreichen. Bezahlt haben wir hier übrigens umgerechnet ca. € 16,80 pro Nacht.

Fortbewegung in Da Lat:

Taxi (über Grab): Taxis über Transport-Apps, wie z.B. Grab, zu buchen ist in Da Lat problemlos möglich.

Zu Fuß: In der Innenstadt kommt man auch gut zu Fuß zurecht. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen allerdings außerhalb der Stadt, weshalb man, um sie zu sehen, auf ein Transportmittel angewiesen ist.

Motorroller: Unser Plan war eigentlich einen Motorroller zu mieten und damit die Gegend selbst zu erkunden, wie wir es auch sonst gerne machen. Leider war das Wetter während unseres Aufenthaltes sehr instabil und wir mussten mit viel Regen rechnen. Aus dem Grund entschieden wir uns dagegen und buchten stattdessen eine geführte Tour. Dabei wird man im Mini-Van zu verschiedenen Plätzen gefahren, was für uns die bessere Option war, um ein paar der Sehenswürdigkeiten sehen zu können und dabei möglichst trocken zu bleiben.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Da Lat:

Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.

Hinweis: Aktivitäten mit Tieren (auch Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.

3 Wasserfälle Gruppen-Tour: Aufgrund des instabilen Wetters entschieden wir uns für diese Tour und buchten über die App „Get your Guide“ ganz unkompliziert am Vortag. Die Ganztagestour war für 08:00 bis 16:00 Uhr angesetzt und kostete uns ca. € 19,- pro Person. Es gab mehrere Punkte am Programm. Nicht alle haben uns gleichermaßen interessiert, aber so ist das ja meistens bei Ganztagestouren. Die Gruppe war mit 6 Personen überschaubar klein und der Local-Guide Su konnte gut Englisch und hatte einen eigensinnigen, aber unterhaltsamen Humor. Da die Tour mehrere Sehenswürdigkeiten umfasst, beschreibe ich sie hier einzeln:

Datanla Waterfall 3 & New Alpine Coaster: Unser erster Programmpunkt war Datanla Waterfall 3, den man entweder über einen Spazierweg oder mit der Sommerrodelbahn erreicht. Am Eingang bezahlt man entweder 80.000 Dong (= ca. € 2,70) für den Eintritt oder 250.000 Dong (= ca. € 8,30) pro Person für Eintritt und die Fahrt mit der Sommerrodelbahn. Die Fahrt kann man entweder alleine oder zu zweit antreten und wir hatten richtig viel Spaß dabei. An der Rodel gibt es rechts und links einen Hebel, der beim Zurückziehen bremst und die Bremsen beim Drücken nach vorne wieder löst. An mehreren Stellen während der Fahrt werden Fotos gemacht, die man dann unten käuflich erwerben kann. Für ein großes ausgedrucktes Foto bezahlt man hier 90.000 Dong (= ca. € 3,-) und für drei kleine mit Plastik-Schlüsselanhänger, in den man die Fotos geben kann, 120.000 Dong (= ca. € 4,-). Zusätzlich bekommt man einen Link und die Möglichkeit das Foto dann digital herunterzuladen. Beim Wasserfall kam aufgrund des vielen Regens der letzten Tage ziemlich viel Wasser runter. Ein schöner Ort. Laut unserem Guide gibt es auch den Datanla Wasserfall 1, der aber weniger eindrucksvoll sein soll, weshalb er nicht am Programm stand. Wieso es einen Wasserfall 1 und 3, aber keinen Wasserfall 2 gibt, konnte er uns nicht wirklich verständlich erklären.

Pongour Falls: Zweiter Programmpunkt nach einer etwas längeren Fahrt waren die Pongour Falls, die der Tourguide als den schönsten Wasserfall in ganz Vietnam ankündigte. Auf den Fotos sah dieser auch eindrucksvoll aus, als wir aber ankamen, schoss so viel Wasser herunter, dass der halbe Weg überschwemmt war. Der Guide meinte, dass kürzlich wohl die Staudammschleusen geöffnet wurden und deshalb nun so viel Wasser runterkommt. Auch, wenn wir nicht das übliche Bild dieses breiten Wasserfalls sehen konnten, war es sehr interessant für uns die Kraft dieser Wassermassen zu beobachten. Vom Eingang aus gibt es übrigens einen Spazierweg, den man erst zurücklegen muss, ehe man an den Wasserfall kommt. Ist man nicht so gut zu Fuß, gibt es die Möglichkeit sich mit einem offenen Shuttle für 15.000 Dong p. P. (= ca. € 0,50) dorthin bringen zu lassen. Der Weg retour kostet dann ebenfalls 15.000 Dong. Wie viel Eintritt am Eingang zu bezahlen ist, kann ich leider nicht sagen, da er in unserem Tourpreis inbegriffen war.

Lady Buddha-Statue (Quán Thế Âm Bồ Tát Nam Bàn): Der dritte Stopp war an der 71m hohen, weißen Lady-Buddha-Statue, oder auch Guan Yin. Von dort aus war es möglich den dritten Wasserfall der Tour, den „Elephant Waterfall“ zu sehen, dessen Areal seit längerer Zeit geschlossen ist. Im Inneren der Buddha-Statue führen Stufen hinauf und nachdem man seine Schuhe ausgezogen hat, kann man bis in den Bereich ihrer Schulter gehen. Von oben hat man immer wieder einen sehr schönen Ausblick durch kleine Fenster auf die gesamte Umgebung und auch auf den „Elephant Waterfall“ selbst. Auch in die große Halle des Tempels neben der Statue kann mein ohne Schuhe eintreten und die Figuren bestaunen. So viel ich mitbekommen habe war der Eintritt dort überall frei.

Cuong Hoan Silk Factory: Der nächste Stopp war bei einer Seidenfabrik ganz in der Nähe. Da ich zuvor noch nie bei einer Seidenfabrik war, war dieser Besuch für mich ernüchternd. Ich muss zugeben, dass ich mich zuvor noch nicht viel mit dem Herstellungsprozess von Seide beschäftigt hatte. Ich wusste, dass dafür der Kokon der Seidenraupe verwendet wird, aber dachte blauäugig, dass dieser erst verwendet wird, wenn der sich darin entwickelte Seidenspinner den Kokon bereits verlassen hat. Beim Eintreten in die Fabrik ist ein minimaler Eintrittspreis zu entrichten (war in unserem Tourpreis inkludiert) und dann darf man sich selbst in der kleinen Fabrikshalle etwas umsehen. Es war gut, dass unser Guide Su dabei war und uns den Prozess Schritt für Schritt erklärt hat, da dort keine Führungen angeboten werden und man sonst nur zusehen kann. Ich nahm den Geruch und auch die Atmosphäre dort beim Eintreten schon als sehr unangenehm wahr. Dann kam die ernüchternde Wahrheit: Der Kokon der Seidenraupe wäre für die Herstellung von Seide unbrauchbar, wenn der Seidenspinner den Kokon verlässt, da er ein Loch hinein macht, um sich zu befreien und der lange Faden, mit dem er sich zuvor selbst umwickelt hat damit gekürzt werden würde. Für die Seidenproduktion wird aber ein möglichst langer Faden gesponnen und das geht nur, solange sich die Raupe noch im Inneren des Kokons befindet. Während sie also in ihrer Schutzhülle schlummert und sich zum Schmetterling entwickeln möchte, wird sie in kochend heißes Wasser geworfen und damit abgetötet. Danach wird der Faden maschinell vom Kokon ab- und auf eine Spule aufgewickelt. Übrig bleiben getötete Seidenraupen, die sich nicht mehr zum Schmetterling entwickeln können. Zumindest werden die toten Raupen als Hühnerfutter weiterverarbeitet, was aber für mich wenig tröstlich war. Angeblich werden pro 1 Gramm Seide ca. 15 Kokons benötigt. Um den jährlich weltweiten Bedarf von ungefähr 200.000 Tonnen Rohseide zu decken, werden also fast 3 Billionen Seidenraupen bei ihrem „Entwicklungsschlaf“ verbrüht und getötet. Für mich ist das irgendwie so bizarr, dass man das Endprodukt dann auf der eigenen Haut trägt. Natürlich darf hier jeder seine eigene Meinung dazu haben, aber ich persönlich würde nach den Erkenntnissen dieses Tages niemals Seide kaufen und das unterstützen. Das wäre nämlich im Anschluss im dortigen Shop noch möglich. Dort findet man Krawatten, Kleidung, Schals etc. aus Seide und, wenn man möchte, kann man auch eine tote Seidenraupe probieren, also essen. Mich hat der Besuch eher traurig gestimmt, aber es war gut, dass ich dabei war und sehen konnte, wie es abläuft, um mein Bewusstsein über Seide damit zu erweitern.

Cricket-Farm (Trại dế Thiện An): Einen vorletzten Stopp legten wir an dieser „Grillen-Farm“ ein. Es wurde angekündigt, dass man hier sehen kann, wie die Grille für den Verzehr gezüchtet wird und diese dann auch probieren darf. Wie du dir vermutlich schon denkst, war das ein Stopp, den wir sonst ausgelassen hätten, aber bei so einer Gruppentour ist man bekannterweise „mitgehangen, mitgefangen“, also versuchten wir möglichst offen an das Thema heranzugehen. Dort angekommen wirkte es allerdings so ausgestorben, dass wir gar nicht wussten, ob es hier überhaupt noch etwas zu sehen gibt. In einer Art Garage befanden sich dann aber ein paar offene Behälter mit Grillen in verschieden Alters-Stadien. Unser Guide versuchte ein bisschen etwas dazu zu erklären und die Stimmung mit ein paar Witzen aufzulockern. Naja… war eher so semi-interessant, nett gesagt. Im Anschluss nahmen wir im vorderen Bereich Platz und der Guide versuchte mit Klopfen an der Tür auf uns aufmerksam zu machen. Er schaffte es auch, denn ein bedrohlich klingender Hund bellte wild, bis ein paar Minuten später die Tür einen Spalt geöffnet wurde. Dann huschte ein junges Mädchen von einer Tür in eine andere und kam kurze Zeit später mit einem Teller angebratener Grillen zurück. Daraufhin verschwand sie wieder im Haus. Der Guide schenkte uns ein Stamperl Reiswein ein, den ich nicht runterbrachte, da er im Abgang intensiv nach Hühnerstall schmeckte. Ich übertreibe nicht – der war für mich wirklich nicht trinkbar. Wir hatten schon ausgezeichneten, selbstgebrannten Reiswein in Phetchaburi (Thailand), aber den konnte man mit diesem nicht so edlen Tropfen absolut nicht vergleichen. Die Gruppenmitglieder spießten die gegrillten Grillen auf Zahnstocher und befanden sie nach dem Probieren für gut. Dann fuhren wir weiter.

Me Linh Coffee Garden: Der letzte Stopp der geführten Tour wurde an einer Kaffeeplantage eingelegt. Auf diesen Programmpunkt hatten wir uns schon gefreut, da wir große Kaffeeliebhaber sind. Vor Ort stellten wir fest, dass hier auch der bekannte „Luwak Coffee“, oder „Weasel Coffee“, wie er hier genannt wird, zum Verkauf angeboten wird. Da das oft mit Tieren, die in kleinen Käfigen gehalten werden, einhergeht, war ich erst ein bisschen enttäuscht. Nachdem wir unterschiedliche Kaffeepflanzen begutachten durften, zeigte uns der Guide den Ort an dem die Luwak-produzierenden Tiere ihr Zuhause hatten. Ich war positiv überrascht über die Größe des „Geheges“ und darüber, dass viele der Tiere sich darin auch frei aufhalten konnten. Ein paar wenige waren aber tatsächlich in kleinen Käfigen und zeigten gestörtes Verhalten, in dem sie rastlos am kurzen Gitter entlang gingen. Der Guide beschwichtigte diese Beobachtung, indem er erklärte, dass die Tiere in den Käfigen erst kürzlich Impfungen erhalten hätten und zur medizinischen Kontrolle noch ein wenig von den anderen Tieren getrennt sein müssten. In den Rezensionen auf Google Maps las ich aber von mehreren Seiten zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten über einzelne in Käfige gesperrte Tiere. Kann natürlich Zufall sein, kommt mir aber komisch vor. Es gab ein bisschen Ausblick zu genießen, aber um ehrlich zu sein nicht besonders viel zu sehen. Im Anschluss wurden wir durch einen großen Raum mit vielen zu verkaufenden Souvenirs in ein Café geführt, in dem man verschiedene Kaffeesorten direkt probieren und natürlich auch in allen möglichen Gebinden kaufen konnte. Da wir Luwak-Kaffee bereits in Indonesien probiert hatten, entschieden wir uns dagegen es hier noch einmal zu tun. Zudem waren alle angebotenen Sorten im Vergleich ziemlich teuer. Wir tranken eine Tasse Mokka für umgerechnet ca. € 3,60 pro Tasse, was noch eines der günstigeren Angebote dort war.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Da Lat Night Market (Chợ Đêm Đà Lạt): Während unseres Aufenthaltes war es abends häufig regnerisch, weshalb wir den Nachtmarkt in Đà Lạt diesmal ausgelassen haben.
  • Nicholas Cathedral of Da Lat: eine römisch-katholische Kirche
  • Lam Vien Square (Quảng trường Lâm Viên): ein zentraler Stadtplatz am Ufer des Xuan Huong Sees und ist bekannt für seine riesigen, bunten Glasstrukturen in Form einer Sonnenblume und einer Artischocke
  • Lam Dong Museum (Bảo tàng Lâm Đồng): präsentiert die Kultur und Geschichte der Provinz Lam Dong in neun Ausstellungsräumen und zeigt dort archäologische Funde, Artefakte, Kostüme, Waffen und Werkzeuge aus den Widerstandskriegen gegen Franzosen und Amerikaner sowie eine Darstellung der lokalen Handwerkskunst
  • Da Lat City Flower Garden (Vườn hoa thành phố Đà Lạt): beherbergt 300 verschiedene Blumenarten auf einer Fläche von rund 7.000 Quadratmetern
  • Golden Buddha Statue und Van-Hanh-Pagode (Thiền viện Vạn Hạnh): 23 Meter hohes und 20 Meter breites, imposantes Bauwerk, das eine Lotusblume in der Hand hält
  • Da Lat Railway Station: historischer Bahnhof in Vietnam mit einer einzigartigen Architektur im anglo-normannischen Stil
  • Wanderung zum Lang Biang: es gibt angeblich verschiedene Routen, anspruchsvoll, aber mit tollem Ausblick, Achtung: angeblich soll man viel Geld zahlen, um beim Eingang hoch gefahren zu werden, man darf aber auch zu Fuß gehen, ca. 7 km.

Lokale und Restaurants in Da Lat:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

Lien Hoa Bakery: Da diese Bäckerei laut Google Maps ab 05:30 geöffnet haben soll, sind wir am Anreisetag hierhin spaziert. Wir kamen so früh in Da Lat an, dass wir kaum Optionen hatten. Die Mitarbeiterin war um diese Uhrzeit zwar schon dort, aber die Vitrinen waren noch spärlich mit frischem Gebäck gefüllt, also warteten wir. Zum Glück gab es zwei kleine Tische am Ende der Stufen, wo wir sitzen und Zeit totschlagen konnten. Nach einiger Zeit kam ein Lieferant mit frischen Croissants und die Dame an der Kassa war (vermutlich aus Mitleid) so freundlich und hat uns telefonisch Kaffee bestellt. Bis dann um 08:00 Uhr unser rausgesuchtes Kaffeehaus öffnete konnten wir hierbleiben, worüber wir sehr froh waren.

  • Für 4x Croissants, 2x Kaffee bezahlten wir umgerechnet ca. € 4,-.

One More Cafe: Laptop-friendly-CaféAm Anreisetag hatten wir viel Zeit bis wir in unser Hotel einchecken konnten, also besuchten wir dieses Kaffeehaus zur Öffnungszeit um 08:00 Uhr, da ich im Internet gelesen hatte, dass man dort auch mit dem Laptop gut sitzen können soll. Wir ließen uns im ersten Stock nieder, aber es gab scheinbar auch noch einen zweiten Stock als eine Art „Co-Working-Place“. Wir durften dort ein paar Stunden verbringen, bis wir zum Check-in unseres Hotels konnten und waren sehr dankbar für das Obdach. Immer wieder wurde uns dort sehr guter Jasmin-Green-Tea kostenlos nachgeschenkt. Top! Die Mitarbeiterinnen waren überhaupt alle sehr aufmerksam und freundlich und der kleine Hund der Besitzerin ziemlich lieb.

  • Für 1x Vietnamese Black Coffee, 1x Americano, 1x Fried Eggs on Toast, 2x Espresso bezahlten wir umgerechnet ca. € 8,10.

Shree Ganesha Indian Restaurant: Ganz in der Nähe unseres Hotels befand sich dieses sehr authentische indische Restaurant. Wir lieben ja indisches Essen und waren aus diesem Grund auch zweimal hier. Das Naan wird angeblich im Tandoori-Ofen gemacht und ist sehr empfehlenswert. Es gibt, wie es schien, auch einen oberen Stock, wir saßen aber immer im Eingangsbereich.

  • Für 1x Veg. Samosa, 1x Dal Makhani, 1x Veg. Coconut Curry, 1x Plain Naan, 1x Garlic Naan, 1x kl. Wasser, 1x Sai Gon Beer bezahlten wir umgerechnet ca. € 13,90.

Bánh mì chay cô Hoa: Hier aßen wir unser erstes Mal so richtig am Straßenwagen Banh mi. Banh mi hatten wir natürlich schon öfter, aber sonst immer in kleineren Lokalen und hier eben das erste Mal an einem richtigen, dampfenden, kleinen Wagen. Die ältere Dame war superlieb und es gab auch nur ein vegetarisches Banh mi, also keine Wahlmöglichkeit. In ihrer kleinen Pfanne briet sie vegetarisches Fleisch, Ei und Koriander heraus und füllte das angeröstete Baguette damit. Wir waren unsicher, ob es uns schmeckt, aber dann mehr als positiv überrascht. Diese Erfahrung können wir definitiv empfehlen, wenn man authentisches Banh mi in einer vegetarischen Variante testen möchte. Der Preis ist noch dazu unschlagbar!

  • Für zwei vegetarische Banh mi bezahlten wir umgerechnet ca. € 1,60.

Tyna Coffee: Das Tyna Coffee ist ein sehr hübsches kleines Kaffeehaus in Mintgrün und wir haben dort einige Stunden am Laptop verbracht. Es ist nicht auf die Arbeit am Laptop ausgerichtet, aber es gibt einen Tisch ganz hinten im Eck, wo man an der Wand eine Steckdose findet und es schien kein Problem zu sein, dass wir diese nutzten. Der Kaffee war sehr gut. Will man pflanzliche Milch, sollte man den Mitarbeiter aber ein wenig im Auge behalten, da er wohl routiniert trotzdem zu Kuhmilch greift, wenn man ihn dann nicht direkt noch einmal erinnert. Der Fauxpas dürfte ihm aber so unangenehm gewesen sein, dass er uns dann einen Vietnam-Magnet als Wiedergutmachung schenkte. Süße Geste!

  • Für 2x Oat-Cappuccino, 1x Schoko-Croissant, 1x Coconut-Croissant bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,70.

QUÁN HOÀNG NHI – Ẩm Thực Chay Đà Lạt: In diesem komplett vegetarischen Restaurant kann man authentische vietnamesische Küche für kleines Geld bekommen. Geschmacklich waren wir ehrlicherweise nicht ganz so überzeugt, aber es hat schon gut gepasst als Abwechslung zu unseren Besuchen im indischen Restaurant. Vermutlich war für den ungewohnten Geschmack ein bestimmtes Blatt ausschlaggebend, dass all unsere Gerichte beinhalteten: Fischminze bzw. Molchschwanz. Es hat so stark nach Fisch geschmeckt, was für uns langjährige Vegetarier sehr ungewohnt war.

  • Für 1x Ban Xeo (Vietnamese Pancake), 1x Goi Xoai (Vietnamese Mango Salad), 1x Nui Xao Rau (Gebratene Nudeln mit Gemüse), 2x kl. Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 6,20.

PHỐ NƯỚNG- LẨU, NƯỚNG CÁC MÓN ĂN TRUYỀN THỐNG VIỆT NAM: In dieses Restaurant führte uns unser Guide Su während der gebuchten Tages-Tour, um zu Mittag zu essen. Es befindet sich in der Nähe der großen Lady-Buddha-Statue und der Ausblick von der Terrasse war echt schön. Unsere bestellten Speisen schmeckten richtig gut – jedenfalls mein vegetarisches Curry, denn Constis gebratener Reis war wohl etwas trocken.

  • Für 1x Veg. Curry with Rice, 1x Veg. Fried Rice, 1x Kokosnuss, 1x Wassermelonen-Saft bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,60.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Da Lat fuhren wir ebenfalls mit einem FUTA-Bus nach Nha Trang. Die Tickets buchten wir wieder im Vorfeld über die App „12go Asia“ und bezahlten hier ca. € 8,- pro Person. Wir wurden von einem im Preis inbegriffenen Shuttle vom Hotel abgeholt und zum FUTA-Bahnhof gebracht. Nach dem Einchecken am Schalter warteten wir vor dem Eingang im Außenbereich bis der Bus vorfuhr. Die Fahrt war angenehm und dauerte inklusive 30-minütiger Pause ungefähr dreieinhalb Stunden. Für die Pause hielten wir an einer kleinen Raststätte mit der Möglichkeit die Toilette aufzusuchen und etwas zu essen und zu trinken. Die Fahrt von Da Lat nach Nhat Trang ist sehr kurvenreich, aber wunderschön, da man über die Berge und vorbei an mehreren Wasserfällen und sattgrüner Natur fährt. Ich hatte glücklicherweise einen Fensterplatz (an der linken Seite) und die vorbeiziehende Natur mit Musik auf den Ohren zu beobachten, war ein tolles und tief entspannendes Erlebnis.

Das war unser Abenteuer in Da Lat. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Da Lat zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

Wo möchtest du jetzt hin?

Schreibe einen Kommentar