Sri Lanka – Vorsicht, Scammer!

scammer (engl.) = Betrüger/in

Es gibt sie in jedem Land und ihr vorrangiges Ziel ist es, leichtgläubige Touristen abzuzocken! Genauso gibt es sie natürlich auch in Sri Lanka. Wir haben ein paar Betrugsmaschen auf unserer 4-wöchigen-Individualrundreise kennengelernt und möchten dir davon berichten, damit du vorbereitet bist und die üblichen Tricks schnell durchschauen kannst.

Spielen alle nur etwas vor?

Es ist prinzipiell nicht notwendig beim Reisen eine permanente Grundskepsis zu haben, denn die meisten Menschen, denen wir begegnet sind, waren wirklich freundlich und hilfsbereit, auch ohne davon zu profitieren. Und für alle anderen gilt: mit einem breiten Lächeln und einer abwinkenden Geste, wird man in den meisten Fällen auch schnell wieder in Ruhe gelassen. Natürlich versuchen viele Menschen Geld mit dir zu machen – das ist ihr Job, das ist ihre Chance zu überleben. Man darf nicht vergessen, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und zahlreiche Menschen nur knapp darüber. Zusätzlich erlebte das Land seit dem Jahr 2019 eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1948. Die Kosten für Lebensmittel stiegen enorm an, ebenso für Energie und folglich auch für den Transport. Nachdem in den Jahren der Pandemie der Tourismus fast gänzlich ausblieb, sehen die Menschen nun endlich wieder ihre Möglichkeit Geld zu verdienen und ich persönlich finde, man kann das auch niemandem übelnehmen. Jeder Mensch hat immer seine Gründe. Mag sein, dass wir sie nicht gleich nachvollziehen können, oder dass sie uns widerstreben, aber dennoch sind es ihre Gründe. Wir wissen nicht, wie wir handeln würden, hätten wir ihr Leben mit ihren Erfahrungen gelebt. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf kann man auch die unangenehmeren Zusammentreffen möglicherweise etwas leichter nehmen.

Das soll aber natürlich kein Schönreden sein! Betrogen zu werden ist selbstverständlich nicht in Ordnung und was wir dagegen tun können, ist uns selbst davor zu schützen. Daher gibt es hier unsere Beobachtungen und Erfahrungen ganz ausführlich für dich:

Die Sache mit den Tuk Tuks

An Tuk Tuks kommt man in Sri Lanka nicht vorbei. Und sind wir doch ehrlich, es macht schon Spaß mit den kleinen motorisierten Dreirädern durch die Stadt zu düsen und dabei den Wind in den Haaren zu spüren. Im Großen und Ganzen sind kürzere Tuk Tuk-Fahrten innerhalb der Stadt auch nicht sonderlich teuer.

Ein wichtiger Punkt ist auf jeden Fall den Preis immer VOR der Fahrt auszuhandeln. Frag dabei bevor du einsteigst ruhig nach, wie viel der Fahrer für die gewünschte Strecke haben möchte und handle gegebenenfalls noch etwas oder geh darauf ein. Ein heißer Tipp ist hier die App „PickMe“, die in Sri Lanka ähnlich wie „Uber“ funktioniert. Wir haben nur ein einziges Mal ein Tuk Tuk über diese App gebucht, aber sie war uns unzählige Male hilfreich als Basis bei Verhandlungen. Wollte der Tuk Tuk-Fahrer unserer Ansicht nach zu viel Geld von uns, zeigten wir ihm den Preis auf der PickMe-App für dieselbe Strecke und schon klappte es meist auch für den App-Preis. Eine Local Sim-Card mit Datenvolumen ist hier also empfehlenswert, um auf der Straße leichter verhandeln zu können (und auch, um dem Tuk Tuk-Fahrer dann den Weg mittels Google Maps ansagen zu können). Der einzige Ort auf unserer Route, an dem PickMe nicht als Verhandlungsbasis dienen konnte, war Ella. Das ist nämlich ein Ort im Hochland und dort gehen die Wege, auch wenn es kürzere Strecken sind, über steile Hügel hinauf und hinunter. Die Tuk Tuks plagen sich ganz schön und brauchen dafür natürlich mehr Sprit. Hier haben wir verstanden, dass die Fahrer nicht gerne auf den PickMe-Preis eingehen wollen.

Über PickMe ist es übrigens nicht überall im Land möglich zu buchen und es gibt auch keine Garantie, dass ein Fahrer deine gewünschte Fahrt annimmt. Wir haben sie daher wirklich hauptsächlich als Richtwert für uns genutzt. Noch dazu müssen die Fahrer einen Teil des Geldes dann natürlich abgeben, wenn man über die Organisation bucht und sie haben mehr davon, wenn man sich abseits der App einig wird. Nur einmal wollte ein Fahrer in einer touristischen Gegend in Negombo den fast zweieinhalbfachen Preis haben und hat, als wir darauf nicht eingegangen sind, allen anderen Tuk Tuk-Fahrern auf Singhalesisch etwas gesagt, woraufhin sie uns auch nicht mitnahmen, sondern weiterfuhren. Hier sahen wir uns quasi gezwungen über PickMe zu buchen, um nicht zu viel zu bezahlen. Nachdem drei Fahrer unsere Fahrt über 12 km erst angenommen und wieder gecancelt haben, kam doch noch einer, der uns für den Preis fuhr und dem gaben wir dann auch gerne etwas Trinkgeld.

Möchtest du nicht mit dem Tuk Tuk fahren, sondern zum Beispiel, wie wir oft, einfach lieber zu Fuß gehen, dann gilt: lass dich erst gar nicht auf ein Gespräch ein! Die Tuk-Tuk-Fahrer wittern das Geschäft und versuchen dich mit ihrer freundlichen Art in ein Gespräch zu verwickeln. Erst fragen sie dich woher du kommst und kennen dann natürlich auch oft jemanden aus deinem Land. Dann wollen sie wissen wie lang du bleibst und was du vor hast hier anzusehen. Sie kommen mit Tipps und wollen dann klarerweise, dass du eine Art Tagestour mit ihnen machst, also einen Pauschalpreis bezahlst und sie dich dafür von einem Punkt zum nächsten führen. Sie sind da oft sehr hartnäckig und es dauert dann sich aus dem Gespräch wieder zu lösen, wenn man nicht unfreundlich sein möchte. Nachdem wir diese Situation ein bis zweimal hatten, sind wir auf Fragen nicht mehr eingegangen. Ich habe nur noch mit einem Lächeln auf den Lippen und einer abwinkenden Geste „No, thank you!“ gesagt und bin stur weitergegangen. Manchmal haben wir noch im Weitergehen geantwortet, dass wir aus „Austria“ sind und weitere Fragen ignoriert, ohne stehen zu bleiben. Mit dieser Technik und immer einem Lächeln im Gesicht sind wir dann eigentlich gut durchgekommen. Wichtig war auch nach dem gefühlt hundertsten Mal angesprochen zu werden nicht genervt zu reagieren. Die Tuk-Tuk-Fahrer fragen, weil das ihr Job ist und sie ihr (Über-)Leben damit finanzieren. Verständnis zeigen und darüber lächeln rettet jedenfalls den eigenen Tag.

Wenn du mit einem Tuk Tuk zum Bus oder Zug gebracht werden willst, dann kann es passieren, dass dir ein besonders dreister Fahrer erklärt, dass dieses Verkehrsmittel überhaupt nicht fährt, oder dass es sehr umständlich ist so zu reisen. Vorgeschlagen wird dann mit dem Tuk Tuk eine längere Distanz zurückzulegen und von dort dann in eine bessere Verbindung einzusteigen. Bei solchen Informationen bin ich jedenfalls jetzt sofort skeptisch. Uns ist genau das nämlich zu Beginn unserer Reise passiert. Wir wollten mit dem öffentlichen Bus in eine andere Stadt fahren und ein Tuk Tuk-Fahrer meinte, es wäre ein viel zu umständlicher Weg mit mehrmaligem Umsteigen. Er betonte immer wieder, dass er einheimisch ist und sich gut auskennt, wir ihm also glauben können und zog dann ein kleines Blatt mit notierten Zug-Abfahrtszeiten aus seiner Geldbörse. Es wäre die viel bessere Variante in einem etwas entfernteren Ort in den Zug einzusteigen und er würde uns natürlich dort hinbringen. Zur vereinbarten Zeit wartete er schon am Treffpunkt und als wir im Tuk Tuk saßen und er schon fuhr, läutete plötzlich sein Handy und er bekam die Information, dass der Zug heute doch nicht fährt, also schlug er vor uns den ganzen Weg mit seinem Tuk Tuk zu fahren für 50 USD. Da wurde ich dann etwas ärgerlich und erklärte ihm sehr bestimmt, dass er uns jetzt sofort zur nächsten Bushaltestelle führen soll, wie wir das eigentlich von Anfang an wollten. Und siehe da: mit der Busfahrt klappte alles genauso wie ich es zuvor recherchiert hatte – kein Umsteigen, alles wunderbar. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass der Zug, zu dem uns der Tuk Tuk-Fahrer bringen wollte, bereits seit 9 Monaten aufgrund von Umbauarbeiten nicht fährt. Es war also ganz eindeutig eine Scammer-Masche, die er sicherlich öfter so abzieht. Außerdem wollte er dann natürlich den zuvor vereinbarten höheren Preis für die etwas weitere Strecke haben, als er uns bei der näheren Bushaltestelle aussteigen ließ. Lass dich also nicht so verunsichern, wie das bei uns der Fall war. Und wenn doch, dann hole dir zumindest noch andere Meinungen ein und vertraue nicht alleine auf einen Tuk Tuk-Fahrer, der davon profitiert, dass du deine eigentlich gut recherchierten Pläne änderst.

Unverhoffte Stadtführung

Zweimal ist es uns passiert, dass wir mit einem Einheimischen ins Gespräch kamen und der uns dann, ohne dass wir das wollten oder ausgemacht hätten, an verschiedene Orte führte bzw. begleitete und im Nachhinein dafür Geld wollte. Beim ersten Mal orientierten wir uns gerade in Negombo bei den Ruinen des Forts über Google Maps, als ein freundlicher junger Mann stehen blieb und uns in ein Gespräch verwickelte. Die üblichen Fragen: „Woher seid ihr? Wie lange bleibt ihr? Was wollt ihr ansehen?“ Wir antworteten nur knapp, da wir uns schon denken konnten wo das hinführen wird. Dann begleitete er uns einfach und erzählte uns in gebrochenem Englisch Dinge, die er angeblich von seinem Opa gelernt hätte. Wir haben versucht ihn ein wenig zu ignorieren, aber er war ziemlich hartnäckig. Unser Fehler war sicher, dass wir einfach zu höflich waren. Wir hätten hier ganz deutlich Grenzen setzen müssen. Freundlich aber direkt zu sagen, dass man das nicht will und man ihm kein Geld geben wird, hätte das Ganze vermutlich abgekürzt. Am Ende wollten wir unsere Ruhe haben und haben uns laut und deutlich verabschiedet, dann folgte er uns und bettelte um Geld. Wir gingen darauf nicht ein, winkten nur ab und irgendwann gab er auf.

Beim zweiten Mal wurden wir wieder genauso angesprochen, diesmal in Galle. Der Mann tat so, als würde er sich unheimlich freuen Menschen aus Österreich zu treffen. Er erzählte uns, dass er ein Überlebender des Tsunamis von 2004 war und dass er den Ärzten, die aus Österreich und Deutschland geschickt wurden, sein Leben verdankte. Er zeigte uns seine Narbe am Brustkorb und betonte, was für ein gutes Herz österreichische Menschen hätten. Und weil wir so gute Menschen wären, wollte er uns einen Markt zeigen, bei dem wir zu einheimischen Preisen einkaufen können und nicht wie im Galle Fort mit Touristenpreisen abgezockt werden. Uns war ziemlich klar wo das hinführen wird, dennoch gingen wir ein bisschen mit ihm, da wir ohnehin in diese Richtung mussten und neugierig auf den Verlauf waren. Plötzlich standen wir in einem kleinen Laden für Tee und Gewürze und durften an den Päckcheninhalten riechen. Wir mussten etwas schmunzeln und bedankten uns beim Ladenbesitzer, natürlich ohne etwas zu kaufen. Als wir aus dem Laden kamen, bogen wir schnell ab, aber unser „Freund“ bemerkte es und lief uns hinterher. Er fragte, ob uns nichts gefallen hätte und wir erklärten ihm, dass wir nichts kaufen wollen und es jetzt genug sei. Dann bettelte er und betonte, dass er kein Geld wolle, sondern nur Milch für seine Kinder. Aha, interessanter Verlauf – eine Packung Milch will er haben? Das wollten wir dann doch sehen und gingen aus Neugierde noch einmal mit. Schon standen wir im nächsten Laden und er packte eifrig eine große Dose Milchpulver um 3200 Rs (= € 10,30) in eine Tasche. Als wir den Preis sahen, erklärten wir ihm, dass wir das sicher nicht kaufen und er uns jetzt bitte in Ruhe lassen soll. Er lief uns noch kurz hinterher und meinte, dass er ja kein Geld, sondern nur etwas für sein Baby will. Wir ignorierten alles Weitere und waren ihn bald los. Ich bin mir relativ sicher, dass er die Ware nach einem Kauf, sofort gegen Geld eintauschen und sich Drogen oder Alkohol kaufen würde, so wie er auf mich jedenfalls gewirkt hat. Aber das sind natürlich nur Mutmaßungen. Wäre es wirklich nur um eine Packung Milch gegangen, hätten wir vielleicht sogar eingelenkt, aber die Gier hat ihn enttarnt.

Scammer im Team – die dreisteste Masche von allen

Die folgende Masche haben wir erst im Nachhinein richtig durchschaut. Alles ging so furchtbar schnell, sodass wir sogar nach bereits 4 Wochen gesammelten Erfahrungen im Land trotzdem auf den Leim gingen. Man muss dazusagen, dass dieser Betrug in der Hauptstadt Colombo abgezogen wurde und ich mir schwer vorstellen kann, dass man auf diese ausgefuchste Technik auch in anderen Orten Sri Lankas trifft. Aber von vorne:

Wir hatten wenig Zeit in Colombo, da wir am frühen Nachmittag ankamen und nur eine Nacht dort verbringen wollten, bevor wir weiter nach Negombo Richtung Flughafen fuhren. Unser Plan war es einfach ein bisschen in der Gegend im Umkreis unserer Unterkunft zu spazieren, vielleicht nicht zu überteuertes Essen zu finden und nach Möglichkeit die berühmte „Rote Moschee“ anzusehen. Als wir so durch die Straßen schlenderten und ein wenig Foto- und Videomaterial sammelten kamen wir am Hilton-Hotel vorbei. Dort stand ein Mann an der Ampel, fein im Anzug gekleidet. Er tat erst so als würde er unabsichtlich in unser Bild laufen, wich dann zurück und fragte wieder die üblichen Fragen. Es wirkte wie eine zufällige Begegnung und die Fragen sehr beiläufig. Dann meinte er, dass wir riesengroßes Glück hätten, denn nur heute könne man etwas Bestimmtes in einem Tempel in Colombo sehen. Es wäre der letzte von vier Tagen und sonst würde man nicht die Möglichkeit dazu bekommen. Ob wir davon denn gar nichts wüssten, fragte er noch verwundert. Er erwähnte nebenbei, dass er im Hilton-Hotel arbeiten würde und wenn wir ein Tuk Tuk nehmen, dann sollten wir ausschließlich die roten Fahrzeuge nehmen, die hätten eine bestimmte Plakette und würden mit Taxameter fahren. Schon bog genau so ein Tuk Tuk um die Ecke und er hielt es auf. Dieses Tuk Tuk wäre so eines, wir sollen uns keine Sorgen machen, weil es mit Taxameter fährt. Der Fahrer hatte sogar ein offiziell aussehendes T-Shirt an (weiß mit türkiser Aufschrift – irgendwas mit Tourismus). Als Taxameter lag, wie mir nachher erst auffiel, aber nur sein Handy mit irgendeiner laufenden App neben dem Lenker. Blauäugig und gedrängt vom angeblichen Hilton-Mitarbeiter stiegen wir ein und fuhren zu einem Tempel. Der Eintritt im Tempel war in Ordnung und der Fahrer kam mit hinein und erzählte uns ständig, was für ein Glück wir nicht hätten genau heute in der Stadt zu sein. Er war super freundlich und interessiert, fragte uns zu unseren Jobs (wohl um abzuchecken wieviel Geld zu holen sei) und erzählte uns von seiner Familie und Kindern. Alles mit Kalkül, wie wir jetzt natürlich wissen, aber zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnten. Er brachte uns noch zu einem weiteren Tempel, den wir mit den Tickets aus dem ersten Tempel kostenfrei besuchen konnten. Im Anschluss wurde es immer skurriler. Plötzlich brachte er uns in einen Juwelier-Laden, wo wir etwas kaufen konnten, wenn wir denn wollten. Natürlich wollten wir nicht, das stand ja nicht mal am Plan. Da wurde es uns zu viel und wir erklärten ihm, dass wir nur noch zum letzten ausgemachten Stopp, einem Park, wollten. Er leistete unserer Bitte Folge und erklärte uns nach dem Aussteigen, dass wir ihm laut Taxameter 14.000 Rs (= € 45,-) schuldeten! Bitte wie viel!?!? Jetzt wurde es uns erst so richtig klar, dass das nur Betrug sein konnte. Wir wussten, dass man in Sri Lanka für einen Fahrer mit seinem Tuk Tuk für einen Tag bzw. mehrere Stunden als Pauschalpreis max. 5.000 Rs bezahlt und 14.000 Rs absolut irre war. Kein Taxameter hätte diesen Betrag für die Strecke angezeigt. Unser Glück war, dass wir gar nicht mehr so viel Bargeld dabei hatten, denn es war ja schon das Ende unserer Reise. Wir erklärten ihm, dass wir ihm unmöglich so viel Geld geben konnten und er mit dem Preis deutlich runtergehen müsse. Sein letztes Angebot waren 10.000 Rs, immer noch zu viel, aber nach vielen immer unangenehmer werdenden Diskussionen, wollten wir gerne endlich aus dieser schrägen Situation raus. Wir willigten, sauer auf uns selbst wieder auf eine Abzocke hereingefallen zu sein, ein und meinten aber, dass er uns zum Bankomat führen müsse, da wir so viel nicht mehr in bar dabei hätten. So, und nun kommt unser Glück im Unglück, denn der Bankomat spuckte uns absolut kein Geld mehr aus. Zwei Tage zuvor konnten wir noch Geld abheben und uns war selbst schleierhaft, was hier das Problem war. Schon etwas zornig fuhr uns der Tuk Tuk-Guide von einem ATM zum nächsten, aber bei keinem einzigen konnten wir 10.000 Rs beheben. Es stand immer nur, dass man einen kleineren Betrag wählen sollte und es schien als hätten wir kaum mehr Geld am Konto. Wir erklärten ihm, dass wir es uns wohl nicht leisten konnten und dass er in Zukunft Leuten vorher sagen muss, was es kostet. Wir sagten, dass wir nur noch 5.000 Rs in bar bei uns hätten, wir die ihm geben würden, aber mehr konnten wir nicht tun. Er wollte es erst nicht wahrhaben und nach dem ca. siebenten ATM, bei dem er dann schon daneben stand und dabei zusah, wie einfach kein Geld abgehoben werden konnte, meinte er, dass er dann mit uns zu seiner Agentur fahren würde und wir ihnen das erklären sollten, denn er bekäme Probleme, wenn er so lange unterwegs war, aber kein Geld abliefern konnte. Gut, dann sollte es eben so sein. Was sollten wir auch anderes machen, also willigten wir ein seiner Agentur die Sachlage zu erklären. Am Weg zur vermeintlichen Agentur deutete er plötzlich an den Straßenrand und meinte, ob das nicht unser Freund sei, der uns geholfen hatte das Tuk Tuk zu bekommen (der Mann im Anzug wohlgemerkt – an den hatten wir überhaupt nicht mehr gedacht, war es doch eine willkürliche Begegnung, wie wir eigentlich dachten). Er hielt an und sagte dem Mann, dass dieser bei seiner Agentur anrufen solle, um ihnen zu erklären, dass wir nicht genug Geld hätten und nur 5.000 Rs geben konnten. Er meinte die Agentur würde es ihm dann glauben, wenn ein Einheimischer dafür bürgte. Der Mann schaute nur genervt, sagte dazu nichts, wählte eine Nummer und verschwand im Casino, vor dem wir angehalten hatten. Nach dieser Show fiel es uns wie Schuppen von den Augen. So viele Zufälle konnte es nicht geben. Die zwei agierten im Team. Der erste Mann im Anzug, angeblich Mitarbeiter des Hilton-Hotels und der Tuk Tuk-Fahrer von einer angeblichen Tourismus-Agentur mit falschem Taxameter! Unfassbar, oder? Wir hatten so ein Glück, dass wir im Endeffekt nur den Preis bezahlten, den das Ganze auch maximal wert war, wussten aber selbst nicht, warum der Bankomat nichts ausspuckte. Wie sich später herausstellte, war der Betrag einfach nur zu niedrig, da man erst ab € 50,- abheben kann. Ob wir da einen kleinen Schutz vom Universum oder einfach sehr viel Glück im Unglück hatten, darf jeder für sich selbst entscheiden. Wir jedenfalls teilen diese Geschichte gerne mit dir, damit du nicht in dieselbe unangenehme Lage gerätst.

Ich hoffe natürlich, dass du dich mit dem Wissen nun vor möglichen Betrügereien selbst besser schützen kannst und auch sensibilisierter bist, wenn du auf deiner Sri Lanka-Reise in ähnliche Situationen geraten solltest.

Hast du vielleicht sogar schon einmal Ähnliches erlebt? Oder kannst du unsere Erfahrungen mit anderen Betrüger-Maschen ergänzen? Schreibe es gerne unten in die Kommentare, um darauf aufmerksam zu machen. Hier macht es wirklich Sinn, dass wir gegenseitig von unseren Reise-Erfahrungen profitieren können. Pass gut auf dich auf!

Alles Liebe

Jasmin

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