Ben Tre – Kokosnussmetropole im Mekong-Delta
Ben Tre ist eine Provinz und Stadt im Mekong-Delta und bekannt als die „Kokosnussmetropole“, aufgrund der vielen Kokospalmen und der Bedeutung der Kokosnuss für die Wirtschaft und Kultur. Zu den Hauptattraktionen hier zählen Bootsfahren auf den Kanälen in üppiger Natur, Fahrradtouren durch die Reisfelder und Obstgärten, Besuch von lokalen Handelsbetrieben, wie beispielsweise die Herstellung von Kokosnussbonbons oder auch ein Besuch im Vam Ho Vogelschutzgebiet. Der Ort hatte uns schon beim Wort „Kokosnussmetropole“. Viel mehr brauchte ich darüber gar nicht zu lesen. Ich liebe Kokospalmen und Kokosnüsse und stellte mir den Ort traumhaft vor. Nach unserem Besuch kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde und unser Aufenthalt dort einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten wird. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl mit dem Fahrrad zwischen den Kokosnussfeldern zu fahren, auf beiden Seiten und auch über einem die wunderschön gefächerten Palmblätter, die immer in kleinen Abständen Sonnenstrahlen durchlassen. Der ganze Ort strahlte eine sehr angenehme Ruhe aus und ich hätte dort auch locker noch ein paar Tage länger entspannen können.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Ben Tre:
18.10. – 20.10.2025 (2 Nächte)
Unsere Anreise nach Ben Tre:
Wir fuhren von Trà Vinh mit dem Bus nach Ben Tre. Die Tickets waren mit ca. € 3,30 pro Person wieder äußerst günstig und die Fahrt dauerte ungefähr 1,5 Stunden. Die Endstation dieses Busses war eigentlich Ho-Chi-Minh-City, aber an der Autobahn bei Ben Tre wurde eine Pause gemacht und dort stiegen alle aus, die nur bis hierhin wollten. Um weiter in die Stadt zu gelangen, gibt es dort dann Shuttles, die im Preis inkludiert sind, wenn man innerhalb ihrer Route aussteigen möchte. Der Gastgeber unserer Unterkunft schickte uns einen Satz auf Vietnamesisch, den wir dem Shuttle-Fahrer zeigen sollten, damit der wusste wo er uns aussteigen lassen sollte. Da sich die Kokosnussfarm nicht auf der Shuttle-Route befindet, wäre der weitere Plan gewesen, dass uns der Gastgeber dann von dort mit dem Roller abholt. Wir warteten allerdings eine gefühlte Ewigkeit bei Shuttle und es fuhr einfach nicht los (ich denke, es waren schon so 30-45 Minuten), also beschlossen wir es uns einfach zu machen und ein Grab-Taxi zu buchen, das uns dann direkt vor der Unterkunft aussteigen ließ. So hatte unser Gastgeber uns wenigstens auch nicht mit all unserem Gepäck abzuholen. Ja, das kostete natürlich extra (€ 6,85), allerdings war es auch eine Fahrt von ca. 25 Minuten, die für uns im klimatisierten Auto sehr komfortabel war.



Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Ben Tre:
Coco Happy Farm: Auf der Coco Happy Farm schliefen wir in Thuans altem Kinderzimmer (inkl. eigenem Badezimmer) im Elternhaus und bezahlten ca. € 11,50 pro Nacht. Frühstück war inkludiert und wir bekamen so oft wir wollten Kokosnüsse aus dem Garten und Trinkwasser, so viel wir benötigten. Außerdem führte uns Thuan zu Fuß durch den Garten und zeigte uns alle Früchte dort, von denen wir einige probieren durften. Ebenfalls kostenlos machte er mit uns eine Fahrrad-Tour durch die Kokosplantage und den Ort. Er zeigte uns die Kokosnussfabrik, in der wir den dort arbeitenden Einwohnern etwas zusehen durften und führte uns auch über den Markt. Zusätzlich machten wir einen Stopp beim ältesten (chinesischen) Tempel im Ort. Thuan spricht sehr gut Englisch, weshalb er viele interessante Infos geben konnte und auch all unsere Fragen beantwortete. Auf der Farm leben auch seine Eltern und seine Schwester mit ihrem Sohn, die alle sehr freundlich waren. Thuans Schwester führt direkt daneben ein kleines Restaurant, in dem wir täglich Frühstück bekamen und auch Mittag- und Abendessen vorbestellen konnten. Vegetarische Speisen gab es auch ein paar im Angebot. Das Frühstück war super und auch der Kaffee (aus der Siebträgermaschine) echt gut. Im Garten trifft man immer wieder auf Hunde, Katzen, Enten und Hühner. Unweit entfernt kann man bei seinen Verwandten auch Ziegen und Kühe besuchen. Wir hatten eine echt gute Zeit bei Thuan. Es ist allerdings gut, wenn man sich vorher bewusst macht, dass es sich bei einem Besuch mehr um eine authentische Mekong-Delta-Erfahrung handelt, als um einen komfortablen Luxus-Aufenthalt. Im Zimmer gab es zwar kein Fenster und keinen Spiegel, aber die Klimaanlage funktionierte einwandfrei und auch die Bettwäsche und Handtücher waren sauber.







Fortbewegung in Ben Tre:
Taxi (über Grab): Ein Grab-Taxi zu buchen ist auch in diesem Bereich des Mekong-Delta möglich. Wir nutzten den Dienst einmal, als wir vom Bus an der Autobahn zu unserer Unterkunft wollten. Die Fahrt dauerte ungefähr 25 Minuten und kostete uns € 6,85.
Zu Fuß: Zu Fuß spazierten wir nur zum Restaurant nach vorne, für alle anderen Wege nahmen wir das Fahrrad.
Fahrrad oder Motorroller: In unserer Unterkunft konnten wir uns kostenlos Fahrräder und theoretisch auch einen Motorroller leihen. Wir nahmen nur die Fahrräder in Anspruch und es machte echt großen Spaß damit durch die Kokosnussplantagen zu fahren.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Ben Tre:
Fahrradtour durch die Kokosnussplantage: So eine gemütliche Fahrt durch die Plantagen ist ungemein entspannend. Langsam zieht man an den Kokospalmen entlang und zwischendurch blitzt die Sonne durch. Sehr idyllisch!







Fahrradtour mit Thuan durch den Ort: Thuan zeigte uns seinen Ort und den dortigen Markt. Woran auch immer wir vorbeiradelten wurden wir freundlich begrüßt. Er zeigte uns die Wasserbecken für die Blauscheren-Riesengarnele (Rosenberggarele), die hier heimisch ist, im Mekong gefangen und dann weiterverkauft wird. Thuan nahm sich wirklich viel Zeit uns seinen Heimatort zu zeigen und unsere Fragen zu beantworten.



Besuch einer Kokosnussfabrik: Thuan führte uns im Zuge seiner kostenlosen Fahrradtour durch den Ort, bis zu einer Kokosnussfabrik. Dort durften wir zusehen, wie die Einheimischen die Kokosnuss in all ihre Einzelteile aufspalteten. Die Kokosnuss wird komplett verarbeitet und alles von ihr findet Verwendung. Arbeit für das ganze Dorf gibt es hier nicht, aber immerhin bleiben die Aufträge nie aus. Man sieht hier gefühlt alle paar Minuten Menschen Kokosnüsse durch den Ort transportieren. Kinderbetreuung gibt es keine, daher bringen manche ihre Kinder zur Arbeit in der Fabrik mit. Kleine Kinder laufen herum und spielen miteinander und größere lernen mitzuhelfen.




Besuch des ältesten Tempels im Ort: Thuan führte uns im Zuge seiner kostenlosen Fahrradtour durch den Ort, außerdem bis zum angeblich ältesten Tempel dort. Es handelt sich um einen chinesischen Tempel und die Anlage strahlte auf uns eine angenehme Ruhe aus. Es gibt ein eindrucksvolles Tor, eine Meditationshalle, einen liegenden Buddha, viel Natur und verschiedene Statuen. Auch einen hübschen Garten, in dem man bis zu einem kleinen Teich nach hinten gehen kann findet man auf dem Areal. Wir verbrachten dort einige Zeit und fanden den Ort wirklich schön.







Fireflies Night Cruise: Zusätzlich zu den inkludierten Aktivitäten buchten wir bei Thuan eine Bootsfahrt auf dem Mekong. Diese startete um 15:30 Uhr und endete gegen 19:00 Uhr. Zuerst spazierten wir zu einer weiteren Kokosnussverarbeitungsstelle am Ufer des Mekong, wo auch unser motorisiertes Boot bereits auf uns wartete. Damit fuhren wir eine Zeit auf dem Mekong, vorbei an vielen Kokosnusspalmen. Auf dem Boot gab es eine Kokosnuss als Erfrischung. Als die Kanäle immer schmäler wurden, stiegen wir auf kleine, schmale nicht-motorisierte Holzboote um. Die Fahrt war wunderschön und sehr entspannend. Irgendwann gingen wir an Land und besuchten einen kleinen Ort, an dem wir zusehen und auch selbst ausprobieren konnten, wie Bambusmatten gewoben werden. Die Möglichkeit die Einwohner ein wenig zu unterstützen und ein paar Souvenirs zu kaufen, gibt es dort auch. Dann aßen wir zu Abend und bei Sonnenuntergang stiegen wir wieder in das motorisierte Boot, das dort bereits auf uns wartete. Damit fuhren wir dann noch an zwei Stellen, an denen man einige Glühwürmchen im Baum beobachten konnte. Thuan erzählte, dass die Glühwürmchen jetzt nur noch an bestimmten Orten sind, nicht wie früher in seiner Kindheit, und sie nachts einfach überall waren, da es da noch keinen Strom im Ort gab. Die Tour war angenehm und eine Fahrt auf dem Mekong wird jedenfalls für mich nie langweilig. Die Tour kam uns ein bisschen günstiger, da wir insgesamt vier Teilnehmer waren. Wir bezahlten ca. € 17,50 pro Person und für das vegetarische Abendessen am Mekong-Ufer noch extra ca. € 11,75 für uns beide.












Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Besuch einer Ziegel-Fabrik
- Besuch einer Kokosnuss-Bonbon-Fabrik
Lokale und Restaurants in Ben Tre:
Coco Happy Farm Restaurant: Im Umkreis gibt es nicht viel und auch eigentlich nicht wirklich etwas für Touristen, da der Ort gar nicht wirklich auf Touristen eingestellt ist. Thuans Schwester betreibt aber das kleine Restaurant direkt neben der Farm, in dem es Frühstück und auch ganz gute andere Speisen gibt. Seafood-Liebhaber kommen hier vermutlich auf ihre Kosten, aber es gibt auch zwei vegetarische Speisen im Angebot.
- Für 2x Veg. Fried Rice und 1x kl. Dose Bier bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,20.


Quán ăn sân vườn Cậu Ba: An diesem Ort bekamen wir das „Shared Dinner“ während unseres Boottrips. Für uns wurde es dankenswerterweise vegetarisch gehalten und es gab Fried Rice, Frühlingsrollen, Kokosnusssprossen und Tofu-Gemüse. Alles war ausgesprochen gut, allerdings auch nicht ganz günstig im Vergleich.
- Für ein vegetarisches „Shared Meal“ und zwei kleine Bierdosen bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,75.

Weiterreise zum nächsten Stopp:
Von Ben Tre wollten wir weiter nach Ho-Chi-Minh-City. Thuan half uns bei der Weiterreise und organisierte alles. Er und seine Schwester brachten uns mitsamt Gepäck auf ihren Motorrollern an die große Straße, von wo aus uns ein Shuttle abholte und zum Bus-Office brachte. Dort bezahlten wir ca. € 3,- pro Person für die von Thuan zuvor bestellten Tickets. Die Fahrt mit dem Bus dauerte ungefähr 2,5 Stunden bis Ho-Chi-Minh-City. Die Busse (keine Sleeper, sondern mit Sitzplätzen) fahren angeblich alle halben Stunden von dort in die Großstadt.


Das war unser Abenteuer in Ben Tre. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Ben Tre zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
