Dhigurah - Die Robinson-Crusoe-Insel
Dhigurah ist im Vergleich zu Maafushi ein absoluter Ruhepol. Etwa 760 Menschen leben im Norden der Insel, wobei uns gesagt wurde, dass nur ca. 500 davon auch wirklich da sind und der Rest anderswo arbeitet bzw. studiert. Mehr als die Hälfte der Insel ist unverbaut und naturbelassen und zeigt tropische Vegetation und traumhafte Sandstrände. Im näheren Umkreis sollen ganzjährig Mantarochen und Walhaie, sowie Meeresschildkröten zu sichten sein. Es ist also möglich Touren zu buchen, um mit diesen Tieren zu schnorcheln oder zu tauchen. Bei uns war das Wetter dafür leider nicht optimal, da es oft geregnet hat und sehr stürmisch war. Am letzten Tag war es etwas besser und wir durften an einer kleinen Turtle-Snorkeling-Tour teilnehmen. Dabei konnten wir Meeresschildkröten, kleine Riffhaie, unzählige bunte Fische in einer spannenden Unterwasserwelt beobachten. Auf der Insel Dhigurah gibt es außerdem mehrere kleine Shops, eine Schule, ein Krankenhaus, eine Moschee und Fußballplätze.
Unsere Anreise nach Dhigurah:
Die Anreise von Malé mit der öffentlichen Fähre ist etwas umständlicher und länger. Man benötigt zwei verschiedene Linien und muss auf der Insel Mahibadhoo umsteigen. Der Weg dauert insgesamt (inkl. Wartezeit beim Umstieg) zwischen 6,5 und 7,5 Stunden. Der Transfer ist außerdem nur an ganz bestimmten Wochentagen möglich, da die Fähre 305 (ADH. MAHIBADHOO – MALE‘) nur an drei Tagen von Malé nach Mahibadhoo und an wieder drei anderen Tagen von Mahibadhoo nach Malé zurückfährt.
Unser Weiterreisetag war ein Dienstag und weil an diesem Tag die öffentliche Fähre von Malé nach Mahibadhoo nicht fährt, hätten wir diese auch nicht nutzen können. Bei meiner Planung musste ich darauf aber auch keine Rücksicht nehmen, da wir die Zeit auf Dhigurah ohnehin besser nutzen wollten und uns daher direkt für die Anreise per öffentlichem Speedboat entschieden. Das öffentliche Speedboat nach Mahibadhoo fährt an fünf Tagen um 10:30 von Malé ab und braucht ungefähr 180 Minuten. Die Kosten belaufen sich auf angeblich ca. 40 USD pro Person und Strecke. Von dort aus ist es mit der öffentlichen Fähre 304 möglich um 13:30 nach Dhigurah zu fahren (Ankunft: 15:05) – so jedenfalls in der Theorie. Wir erfuhren vor Ort, dass es täglich ein bis zwei Speedboats von Malé direkt nach Dhigurah gibt und wollten diese Möglichkeit gerne nutzen. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall mit der gebuchten Unterkunft auf Dhigurah im Vorfeld in Kontakt zu treten. Sie organisieren dann einen Platz für dich auf diesem Boot, bezahlt wird dann erst in der Unterkunft. Wir haben für die Hin- und Rückfahrt dabei jeweils 60 USD pro Person bezahlt (= € 54,-). Eigentlich wollten wir für die Rückfahrt gerne die lange Strecke mit der öffentlichen Fähre in Kauf nehmen und diesen Weg einfach ausprobieren, aber das Wetter war so schlecht, dass das Speedboat die bessere (und vermutlich auch einzige) Option war.
Für besseres Wetter wäre mein Plan sonst der folgende gewesen:
Abfahrt Dhigurah 08:05 mit der Fähre 304 (ADH. FENFUSHI – ADH. MAHIBADHOO) – 95 Minuten bis Mahibadhoo, dort 80 Minuten Aufenthalt, danach mit der Fähre 305 (ADH. MAHIBADHOO – MALE’) – Fahrt 260 Minuten bis Malé, Ankunft um 15:20.
Dhigurahs Bevölkerung:
Auf der Insel lebt, wie schon erwähnt, eine sehr überschaubare Gemeinde. Hier kennt jeder jeden. Uns wurde erzählt, dass aus dem Grund die Kriminalitätsrate gleich null ist. Man soll problemlos Fahrräder am Wegrand stehen lassen können und muss sich nicht sorgen. Wir haben die Menschen als freundlich und neugierig wahrgenommen. Sie grüßen und lächeln und man fühlt sich willkommen.
Dhigurahs Strände:
Wörtlich übersetzt heißt Dhigurah „lange Insel“. Dementsprechend lang sind auch die Strände an beiden Seiten. Diese münden in eine wunderschöne, lange Sandbank. Angeblich kann man sogar bei Ebbe auf der Sandbank bis zur privaten Nachbarinsel gehen. Als wir dort waren, war das nicht der Fall, aber wir konnten dennoch weit hinauswaten. Irgendwann standen wir mehr als knöcheltief im Wasser und hatten rund um uns nur noch das Meer. Das war ein ganz besonderer Augenblick, den ich nie vergessen werde. Um zur Sandbank zu gelangen, kann man einen Teil des Weges am Strand entlang spazieren, muss aber irgendwann ins Landesinnere und geht dann den restlichen Abschnitt durch wunderschöne Natur. An den Stränden und auch im Dschungel sieht man ganz häufig die unterschiedlichsten Einsiedlerkrebse und auch etwas größere Geisterkrabben. An den einzelnen Strandabschnitten ist übrigens immer ausgeschildert, ob es sich um eine Bikini-Beach-Zone handelt und man in Badebekleidung schwimmen darf oder nicht.





Lokale und Restaurants auf Dhigurah:
Mit der Auswahl und den Kosten für das Essen in Restaurants verhält es sich ähnlich wie auf Maafushi. Natürlich gibt es im Vergleich nur eine kleinere Anzahl an Restaurants auf der Insel. Wir haben trotzdem vier verschiedene testen können und waren überall glücklich. Für unsere Restaurantbesuche auf Dhigurah haben wir zusammen im Durchschnitt jeweils 19,20 USD (= € 17,30) ausgegeben. Dabei hatten wir immer zwei vegetarische bzw. vegane Hauptspeisen und eine große Flasche Wasser. Der Schnitt ist ähnlich günstig wie auf Maafushi, da wir auch auf dieser Insel ein Bistrot mit unschlagbaren Preisen gefunden haben und dort zweimal essen waren (Shell Restaurant and Cafe).
Supermärkte gibt es nur wenige und eher kleine. Das Sortiment ist ein ähnliches wie auf Maafushi.
Wir haben außerdem keine richtigen Märkte gesehen. In einer Straße hatte aber ein älterer Mann ein kleines Eckhaus, bei dem die Türe immer offen war. Davor war ein großer Tisch aufgebaut, auf dem einige Waren angeboten wurden. Im Haus hatte er Früchte, wie Kokosnüsse und Bananen und auf dem Tisch lagen getrocknete (und ich denke teilweise gezuckerte) Früchte und ein paar Nüsse.
Unsere Unterkunft auf Dhigurah:
Auf Dhigurah findet man keine großen Hotelbauten, sondern nur kleinere Unterkünfte. Wir haben 5 Nächte im „ITHAA Dhigurah“ verbracht und wollten am liebsten dort gar nicht mehr weg. Insgesamt 6 Zimmer bietet das wunderschöne Boutique Hotel verteilt auf zwei Stockwerken an. Unser Aufenthalt war inklusive Frühstück gebucht. Wir hätten noch die Möglichkeit gehabt vor Ort auf Halb- oder Vollpension aufzustocken, nutzten dieses Angebot jedoch nicht. Für das Frühstück kann man aus einer Karte mit ungefähr zehn verschiedenen Angeboten eines pro Tag wählen und sagt am Abend davor einfach Bescheid welches man möchte und zu welcher Uhrzeit man vor hat zu erscheinen. Wir wurden bei der Anreise gefragt, ob wir irgendwelche Unverträglichkeiten oder Wünsche bezüglich des Essens hätten und auf die Tatsache, dass wir uns vegetarisch bzw. vegan ernähren wurde immer liebevoll Rücksicht genommen. Auch wenn man nicht das Halb- oder Vollpensionspaket gebucht hat, kann man zu gewissen Zeiten im hoteleigenen kleinen Restaurant, das nur für Hotelgäste ist, à la carte essen, was wir ebenfalls einmal gemacht haben. Das Essen war ausgezeichnet und wir mussten nicht einmal für das Wasser bezahlen. Trinkwasser wird im ITHAA Dhigurah nämlich zusätzlich zweimal täglich beim Roomservice in Glasflaschen ins Zimmer gestellt. Preislich ist das Hotel mit ca. 85 USD (= € 76,-) pro Nacht zu unserer Reisezeit, inkl. Frühstück und Steuern, natürlich nicht im Low(er)-Budget-Bereich einzuordnen.
Durch unseren Kompromiss und dem günstigeren Hotel auf Maafushi, war es preislich für uns aber gut machbar. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und würden jederzeit dort wieder nächtigen.
Besonderheiten und Wissenswertes:
Da die Insel sehr lang ist (ca. 3,5km) und man zu Fuß ungefähr eine Stunde bis zur Sandbank braucht, gibt es die Möglichkeit Fahrräder oder Motorroller auszuleihen. Im Hotel wurde uns gesagt, dass man ein Fahrrad für den halben Tag um 8 USD (= € 7,20) und für den ganzen Tag um 10 USD (= € 9,-) ausborgen kann. Bei einem Spaziergang haben wir ein Schild mit günstigeren Preisen entdeckt, wissen aber nicht ob dies noch aktuell ist, da wir immer zu Fuß unterwegs waren.
Auf der Insel kann man viele Flughunde entdecken. Man sieht sie schon von Weitem im Flug, da sie ziemlich groß sind. Im Gegensatz zu Fledermäusen, ernähren sie sich allerdings ausschließlich von Früchten und Blütennektar.
Auch auf Dhigurah gibt es aktuell ein paar Baustellen. Sogar direkt neben dem Hotel ITHAA Dhigurah wurde während unseres Aufenthalts gearbeitet. Wir bekamen davon allerdings wenig mit, da das Hotel einen Sichtschutz in einer Art Vorhang aufgestellt hatte und die meiste Aktivität dort im Dunkeln stattfand.
Das war unser Abenteuer auf der Insel Dhigurah. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Dhigurah zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
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