Malediven – Start im Paradies

Malediven - Der Start unserer Langzeitreise im Paradies

Für unsere Reise auf die Malediven stellte sich die Frage „Resort- oder Local-Island“ natürlich nicht, da wir immer lieber das Land an sich erleben und das tägliche Leben der Einheimischen mitbekommen wollen. Dass eine Resort-Insel unser Budget außerdem um Welten gesprengt hätte, muss ich wahrscheinlich nicht zusätzlich erwähnen. Ich muss zugeben, ich hätte vor meiner Reiseplanung überhaupt nie gedacht einmal auf die Malediven zu kommen. In meinem Kopf verband ich das Land immer mit „zu teuer“ und „zu viel unnötiger Luxus“ und stempelte es vorschnell als Reiseziel ausschließlich für den „Reich-und-schön-Teil“ unserer Gesellschaft ab.

Bei näherer Betrachtung wurde mir aber bewusst, dass es mittlerweile möglich ist, die Malediven auch mit kleinerem Budget und dafür ohne übertriebenen Luxus zu bereisen – und das sogar bereits seit dem Jahr 2009. In diesem Jahr wurden nämlich durch eine neue, demokratische Regierung, die Inseln der Einheimischen für den Tourismus geöffnet, was den Locals ermöglichte kleinere Homestays zu eröffnen. Dieses Wissen machte eine Reise dorthin für mich schon sehr viel interessanter.

Nach meiner Recherche zu den Local Islands entschieden wir uns für zwei Inseln in zwei verschiedenen Atollen: „Maafushi“ im Süd-Malé-Atoll (Kaafu) und „Dhigurah“ im Süd-Ari-Atoll (Alif Dhaalu). Die Wahl fiel auf diese beiden Inseln, da ich mir von ihnen versprach, sehr unterschiedliche, wenn nicht gar konträre Erfahrungen und Eindrücke sammeln zu können.

Anreise auf die Malediven

Da bei unseren Reisen Zeit eine weniger große Rolle spielt als Geld, suchte ich ungefähr 8 – 9 Monate vor dem geplanten Reisestart nach den günstigsten Flügen auf die Malediven. Der einzige Faktor, der mir besonders wichtig war, war, dass die Landung nicht viel später als mittags (und keinesfalls an einem Freitag) sein sollte. Das hat den einfachen Grund, dass wir die Möglichkeit haben wollten mit der günstigen öffentlichen Fähre auf die erste Insel zu gelangen. Bei Flügen, die zu den Abendstunden ankommen, wäre das nicht mehr möglich und wir müssten im schlimmsten Fall auf ein privates Speedboat zurückgreifen, was schnell das Hundertfache an Kosten verursachen könnte. Da ich mich zuvor intensiv mit dem öffentlichen Verkehrsnetz der Malediven beschäftigt hatte, wusste ich, dass die passende Fähre an diesem Tag um 15:00 Uhr von der Hauptinsel starten sollte. Natürlich muss man auch bedenken, dass die Fähre bei Schlechtwetter nicht fährt, aber auf das Wetter haben wir bekanntlich ja keinen Einfluss. Jedenfalls wir nicht.

Für den Start unserer Reise waren wir ziemlich flexibel, was mir ermöglichte den günstigsten Flug in einem Zeitraum von ein bis zwei Monaten rauszusuchen. Wir wollten gerne im Herbst, also September oder Oktober starten. Für die Malediven sind diese Monate wegen des Südwestmonsuns nicht unbedingt die beste Reisezeit, aber wir wollten unser Glück dennoch versuchen. Meistens ist es in den Regenzeiten ja so, dass es ein- bis zweimal am Tag heftig regnet und die restlichen Stunden trocken sind. Außerdem sollen hier ganzjährig Temperaturen um die 30°C herrschen, was ein bisschen Regen auch immer leichter verkraften lässt. Die Unterkünfte sind in der Regenzeit meistens etwas günstiger und das stellt natürlich einen praktischen Bonus dar.

Die günstigsten Flüge waren bald gefunden und wir buchten direkt bei den Airlines. Der erst Flug ging mit WizzAir nach Abu Dhabi. Nach einem längeren Aufenthalt dort ging es weiter mit Vistara, einer indischen Fluglinie. Wir hatten einen weiteren Zwischenstopp in Mumbai und nach einem dortigen Aufenthalt den letzten Flug nach Malé, die Hauptinsel der Malediven. Insgesamt waren wir über 30 Stunden auf den Beinen, hatten dafür aber Flugtickets für insgesamt ca. € 320,- pro Person bekommen. Ein wichtiger Hinweis, um bei Flügen Geld zu sparen, ist ausschließlich mit Handgepäck zu reisen.  Und das hat nicht nur finanzielle, sondern auch zeitliche Vorteile, da man bei keinen Gepäckbändern lange anstehen muss. Wenn man zu zweit reist und es einem nicht wichtig ist im Flugzeug nebeneinander zu sitzen, kann man auch ein bisschen sparen. Bei WizzAir haben wir beispielsweise € 15,- pro Person aufgezahlt, weil wir für unseren ersten Flug nach 5 Jahren und den Start in unser Langzeitabenteuer gerne zusammen sein wollten.

Unsere Anreise verlief im Prinzip problemlos, bis auf einen kleinen Zwischenfall am Flughafen in Mumbai. Wir waren, nachdem wir bereits 20 Stunden auf den Beinen waren, ziemlich müde und auch einfach nicht vorbereitet auf das, was sich auf diesem Flughafen abgespielt hat. Unzählige Menschen wollten durch einen einzigen geöffneten Passkontrollen-Schalter und bildeten eine riesige Traube, in die wir uns mit unseren Rucksäcken vorne und hinten bepackt so gut wir konnten einzufügen versuchten. Nach stundenlangem Anstehen mit dem immer schwerer werdenden Gepäck und Flughafenmitarbeitern, die uns auf unser Nachfragen keines Blickes würdigten, sondern sich einfach wegdrehten, kamen wir irgendwann tatsächlich durch diese Passkontrolle. Nur hatten wir es da noch nicht geschafft, denn danach kam erst der Security-Check, der sich als der bisher mühsamste meines Lebens herausstellen sollte.

Männer und Frauen mussten sich getrennt anstellen und nachdem die Rucksäcke auf dem Förderband durch den Computer-Check gelaufen sind, wurden Consti und ich herausgepickt, und sollten vor versammelter Mannschaft alle Rucksäcke komplett ausräumen. Wir wurden beschuldigt irgendwelche unerlaubten Dinge mitzuführen und der Mitarbeiter wollte von mir immer die „Schere zum Haareschneiden“ sehen. Ich wusste nicht, was er meint und erklärte ihm, dass die einzige Schere, die ich mithätte eine Nagelschere sei. Er verneinte aber und meinte, dass es nicht um Nägel, sondern um Haare ginge. Nachdem sie den gesamten Rucksackinhalt auf den Kopf gestellt hatten, zeigte er mir triumphierend meine Nagelschere. Ich verstand die ganze Aufregung immer noch nicht. Als ich ihm erklärte, dass in unserem Land damit Nägel geschnitten werden, lachte er nur und konfiszierte sie. Den Sinn darf man wohl nicht hinterfragen, denn wenn ich jemanden verletzen wollte, könnte ich das mit meiner spitzen Nagelfeile, meinen Kugelschreibern oder meinen Rasierklingen wohl genauso tun. Aber gut, wir sind zu Gast und ordnen uns natürlich unter. Schade finde ich es trotzdem um meine Nagelschere, da weder in Wien noch in Abu Dhabi jemand daraus ein Problem machte und Mumbai ja auch nur ein Durchreiseort war und wir gar nicht ins Land einreisten. Ok, genug beschwert, lassen wir dieses Thema hinter uns. Aber nur als Tipp für dich: Solltest du irgendwann eine Zwischenlandung in Indien haben und nicht wie ein Schwerverbrecher behandelt werden wollen, lass jegliche Scheren lieber zuhause oder entsorge sie vorher. Scheren mögen sie in Indien nämlich so gar nicht (Feuerzeuge übrigens auch nicht).

Mumbai

Mit dem Wetter hatten wir jedenfalls am Anreisetag mehr Glück. Nach der Landung am Velana International Airport nahe Malé, der Hauptinsel der Malediven, gingen wir direkt aus dem Flughafengebäude hinaus zu den Bootstegen. Der Flughafen befindet sich genau genommen auf der Insel Hulhumalé, die mit Malé über eine lange Brücke verbunden ist. Da die öffentliche Fähre aber von der Hauptinsel aus wegfährt, mussten wir erst dorthin gelangen. Das ist mit Taxis, Bussen und Fährbooten möglich. Wir entschieden uns für das Fährboot und fanden das kleine Tickethäuschen bei den Bootstegen relativ schnell. Für zwei Tickets zur Hauptinsel bezahlten wir hier 2 USD (= € 1,80). Das Praktische an diesem Transport ist, dass man auf Malé auch direkt an dem Steg ankommt, von dem dann auch die öffentliche Fähre nach Maafushi abfährt.

Für unsere beiden Tickets nach Maafushi bezahlten wir insgesamt 3 USD (= € 2,70) und die Fahrt dauerte ungefähr 100 Minuten.

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Unser Fazit

Wir haben unsere Zeit auf den Malediven trotz des oft nicht optimalen Wetters sehr genossen. Die Strände sind wunderschön und das Wasser türkisblau, genauso wie man es von Fotos aus dem Internet kennt. Dhigurah wäre für uns eine Insel, die wir gerne auch noch ein zweites Mal besuchen würden, um sie bei Sonnenschein genießen zu können und eventuell auch Walhaie oder Mantas zu sehen. Insgesamt haben wir 11 Nächte auf den Malediven verbracht. Nach fünf Nächten auf Maafushi und fünf Nächten auf Dhigurah blieben wir eine weitere Nacht auf der Flughafeninsel Hulhumalé, da unser Flug am nächsten Morgen bereits um 07:35 startete. Sehr hilfreich war, dass wir bereits vor unserer Reise US Dollar hatten und dort auch nicht wechseln mussten. Ein paar US Dollar auf Reisen dabei zu haben ist überhaupt kein Fehler, da er in sehr vielen Ländern der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert wird.

Für eine Weiterreise bietet sich Sri Lanka als vorhergehendes oder darauffolgendes Land an, da es nur knapp 1,5 Flugstunden entfernt und der Flug zwischen den beiden Ländern auch relativ günstig ist.

Und jetzt du! Was ist dein Bild zu den Malediven? Warst du schon einmal dort, oder hast vor einmal hinzureisen? Teile gerne deine Erfahrungen und Gedanken, Ergänzungen oder Fragen unten in den Kommentaren.

Alles Liebe

Jasmin

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Heike Schwabe

    Cooler Bericht. Wir sind aktuell gerade im Ithaa Dhigurah noch bis 06.11.25. kann alles so bestätigen, was du geschrieben hast. Ist sehr schön hier und wir haben bisher echt Glück mit dem Wetter, nur Sonnenschein und ein paar harmlose Wolken. Walhai und Manta Tour wird noch gemacht. Lg

    1. Jasmin B.

      Liebe Heike, danke für die Nachricht! So schön, dass ihr dort auch eine so gute Zeit habt. Und wow – super, dass ihr so tolles Wetter habt! Mit Sonne ist alles gleich nochmal eine Spur besser. Ich drück euch sehr die Daumen für Walhai und Manta. Das wird bestimmt ein einzigartiges Erlebnis. Ganz liebe Grüße nach Dhigurah
      Jasmin

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