Tschechien – Land der Burgen und Schlösser

Unsere Individual-Reisen durch Tschechien:

Seit noch nicht allzu langer Zeit wohnen wir nun in Niederösterreich, nah an der Grenze zu Tschechien, daher kam uns auch bald die Idee unser Nachbarland einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. 2019, als wir noch in Wien lebten, besuchten wir bereits Prag mit dem Zug und verbrachten ein paar sehr entspannte Tage in Tschechiens Hauptstadt. Bei unserem zweiten Besuch sollte es für uns aber in den historischen Landesteil Mähren gehen. Und weil es auch zwischen unseren geplanten Stopps viel zu sehen gab, bot sich ein Roadtrip mit dem Auto gleich noch mehr an. Tschechien ist eindeutig das Land der Burgen und Schlösser, gibt es dort doch mehr als 2000 Bauwerke dieser Art. Auch eindrucksvolle Kirchen kann man an gefühlt jeder Ecke entdecken und das obwohl in keinem anderen Land in Europa die Quote an Konfessionslosen und Atheisten so hoch ist, wie in Tschechien. Zwischen 70% und 78% der Menschen haben hier nämlich überhaupt keine Bindung zur Kirche. Besonders Biertrinker kommen in Tschechien voll auf ihre Kosten. Beim Pro-Kopf-Verbrauch hat das Land weltweit den höchsten Bierkonsum mit angeblich rund 140 bis 150 Litern pro Einwohner und Jahr. Bier ist hier tief in der Kultur verankert, so wurde zum Beispiel das moderne Pilsner Bier 1842 auch in Pilsen erfunden. Die Preise für frisch gezapftes Bier variieren zwar stark je nach Lage und Verkaufsort, sind aber im Vergleich zu Österreich überaus preiswert. In traditionellen tschechischen Gaststätten ist das gezapfte Hausbier auf der Karte oft immer noch günstiger als ein einfaches Mineralwasser in der Flasche. Was uns bei unserer Mähren-Reise auffiel war, dass der Großteil der Touristen selbst aus Tschechien kamen. Die Führungen in Schlössern werden häufig ausschließlich auf Tschechisch angeboten. Auch tschechische Musik hört man hier aus unserer Sicht viel häufiger als österreichische Musik in Österreich.

Unsere Anreise nach und Einreise in Tschechien:

Natürlich brauchten wir als österreichische Staatsbürger kein Visum für Tschechien. Die EU-Mitgliedstaaten haben das Recht auf Freizügigkeit im EU-Recht verankert und die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen wurden durch das Schengen-Abkommen abgeschafft. Bürger benötigen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, um sich jederzeit ausweisen zu können. Nach Prag fuhren wir 2019 mit einem tschechischen RegioJet-Zug direkt von Wien aus und dann auch wieder retour. Den Preis kann ich nicht mehr genau sagen, aber ich weiß noch, dass es um ein ordentliches Stück preiswerter war, als ein Ticket der ÖBB zu buchen. Außerdem buchten wir bei RegioJet im Business-Bereich und hatten damit eine sehr komfortable Fahrt. Wir konnten dank kleinem Tisch und Steckdosen in unserer Kabine gut die vier bis viereinhalb Stunden Fahrtzeit am Laptop arbeiten. Zusätzlich bekamen wir zwischendurch sogar gratis Kaffee. In den historischen Landesteil Mähren fuhren wir 2026 mit dem Auto und auch hier gab es keinerlei Zwischenfälle, da wir uns um die Vignette und das Freischalten des Roaming-Dienstes für die Nutzung von „GoogleMaps“ im Vorhinein kümmerten und viel mehr auch nicht beachten mussten.

Unsere (Lower-Budget-)Unterkünfte im Überblick:

Wir buchten alle Unterkünfte unserer Tschechien-Reisen über die Plattform „booking.com“. Wichtig war mir, dass es in den Unterkünften in Brünn und Olmütz eine kleine Küchenzeile für die Möglichkeit zur Selbstversorgung und auch ein im Preis inbegriffener Parkplatz angeboten wird, da wir mit dem Auto anreisten. Außerdem wollte ich, für die Möglichkeit von Sightseeing zu Fuß, nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt sein. In beiden Unterkünften waren wir nicht weiter als 2,5 Kilometer von der Innenstadt entfernt, was in weniger als 30 Minuten zu Fuß machbar war. In Prag reisten wir 2019 mit dem Zug an und brauchten daher keinen Parkplatz, sondern wählten eine Unterkunft mit besonders guter Lage, sehr nahe an der Karlskirche.

(+ = eher enttäuschend, ++ = gut machbar für ein paar Tage, +++ = echt in Ordnung und ziemlich nett, ++++ = Wow! Hier könnte ich noch länger bleiben. +++++ = Luxus! Darf ich bitte einziehen?)

  • Brünn (08/2026): Old Bakery VIBE Bratislavská – € 83,50/Nacht (bzw. € 61,45/Nacht, weil ermäßigt) ++++
  • Olmütz (08/2026): Olomouc NEW2 – € 56,70/Nacht +++
  • Prag (06/2019): Bishop’s House – € 169,80/Nacht *inkl. Frühstück ++++

Geld in der Landeswährung bekommen:

Im Grunde kann man an den meisten Orten mit z.B. Visa bezahlen, daher ist es hier vermutlich weniger notwendig viel Bargeld dabei zu haben. Wir haben aber immer gerne etwas Landeswährung, für den Fall, dass die Karte einmal nicht funktioniert, oder keine Kartenzahlung möglich ist. Also beschlossen wir etwas Geld direkt nach dem Grenzübergang in Valtice bei einem Geldautomaten zu beheben. Unsere Wahl fiel auf den „Česká spořitelna, a.s. – ATM“, in der Nähe des Schlosses, was, wie sich herausstellte, ein Automat der tschechischen Sparkasse war. Wir haben glücklicherweise mit der DKB-Visa-Debit keine Gebühren beim Abheben im Ausland, aber waren dann trotzdem überrascht, wie hoch die Gebühren der tschechischen Sparkasse waren. Ganze 169 Kronen, also um die € 7,- kostete uns der Spaß (Wir hoben 2500 Kronen, also etwas mehr als € 100,- ab). Ein weiteres Mal hoben wir kein Geld ab, daher kann ich nicht sagen, ob bei anderen Geldautomaten keine oder geringere Gebühren eingezogen werden. In den größeren Städten, wie Brünn, Olmütz und Znaim sahen wir jedenfalls öfter auch Raiffeisenbanken und Filialen der Bank Austria.

Lokale Sim-Karte mit Datenvolumen:

Theoretisch gilt in den allermeisten EU-Ländern das „Roam like at home“-Prinzip (Roaming-Regulierung der EU von 2017), bei dem ohne Weiteres Freiminuten und Frei-SMS eines Vertragstarifs zur Gänze in der EU ebenso genutzt werden können wie zu Hause, dazu noch ein guter Teil des inkludierten Datenvolumens bei größeren Tarifen. Natürlich ist es schlau, sich zuvor noch beim eignen Anbieter zu informieren, wie die Konditionen denn genau aussehen. Wir beispielsweise haben günstige Tarife und Sim-Karten von HOT und hatten dort 15.000 MB Roaming-Daten in der EU (die Liste an Ländern, die abgedeckt sind, kann online eingesehen werden) gratis inkludiert. Aber Achtung, heißer Tipp: wir mussten das erst vorher in unserer HOT-App freischalten – andernfalls fährt man über die Grenze und hat ganz plötzlich kein Internet mehr (kann es also auch nicht mehr freischalten, bis man irgendwo W-Lan hat, oder muss dann noch einmal über die Grenze zurück). Bei uns hat alles funktioniert und wir brauchten nur einen Bruchteil des inkludierten Datenvolumens, da in den Unterkünften ohnehin W-Lan inkludiert war.

AutoFahren in Tschechien:

Im Grunde fährt es sich auf tschechischen Straßen genauso wie auf österreichischen. Natürlich sind trotzdem ein paar Regeln zu beachten, weshalb es klug ist, sie vorher zu kennen, also hier das Wichtigste im Überblick:

  • Vignette: Für die meisten Fahrzeuge gilt auf tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen Vignetten- bzw. Mautpflicht. Online kann diese für 1 Tag/10 Tage/1 Monat/1 Jahr erworben werden.
    Wichtiger Tipp vom ÖAMTC: „Achtung: Es gibt im Internet viele weitere Drittanbieter, die E-Vignetten verkaufen, jedoch hohe Bearbeitungsgebühren verlangen. CENDIS, die offiziell in Tschechien beauftragte Firma für den Verkauf von Autobahnvignetten, warnt im Speziellen vor der betrügerischen Website https://edalnices.com. Diese imitiert das Design und den Inhalt des offiziellen Verkaufsportals, jedoch wird keine gültige Vignette verkauft bzw. hohe Beträge in Rechnung gestellt. Der ÖAMTC empfiehlt daher, die E-Vignette direkt auf der Website der Autobahngesellschaft zu kaufen. Die offizielle E-Shop der tschechischen Vignette lautet https://edalnice.gov.cz“ (Die Vignette kann übrigens bis zu 30 Tage im Voraus erworben werden.)
  • Absolutes Alkoholverbot: Beim Fahren in Tschechien gilt eine strenge 0,0-Promille-Regelung.
  • Lichtpflicht: Abblendlicht oder Tagfahrleuchten müssen ganzjährig tagsüber eingeschaltet sein.
  • Rettungsgasse: Bei Stau muss wie in Österreich eine Rettungsgasse gebildet werden.
  • Mitführpflichten: Warndreieck, Verbandskasten und eine Warnweste für jeden Insassen sollten mitgeführt werden.
  • Kindersitze: Kinder unter 1,50 m und 36 kg brauchen einen passenden Sitz.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen: Wenn nicht anders angegeben, gilt:
    • Innerorts: 50 km/h
    • Außerorts: 90 km/h
    • Schnellstraßen: 110 km/h
    • Autobahnen: 130 km/h

Hilfreiche Apps und Seiten für die Tschechien-Reise:

  • Bolt: App für Taxis, ähnlich wie Uber
  • booking.com: Hotelzimmer und Guesthouses buchen
  • https://edalnice.gov.cz/de: offizielle Seite, um die Vignette online zu erwerben
  • https://podzemibrno.cz/de/mista/kostnice-u-sv-jakuba/: Online Vorverkauf für das Beinhaus bei der St.-Jakobs-Kirche in Brünn
  • https://www.gotobrno.cz/de/: Infos zu Brünn (Veranstaltungen, Brno-Pass etc.)

Wäsche waschen in Tschechien:

Für die wenigen Tage war es für uns grundsätzlich eigentlich nicht notwendig Wäsche zu waschen. Wir hatten aber in unseren gebuchten Unterkünften neben einer eigenen Küchenzeile zur Selbstversorgung auch eine Waschmaschine, um selbst Wäsche zu waschen. Daher nutzten wir die Möglichkeit auch einmal. Für einen längeren Aufenthalt bieten sich solche Unterkünfte also besonders an. Wir sahen aber auch eine Self-Laundry mit vielen großen Waschmaschinen beim Spazieren durch die Stadt, also gibt es diese Möglichkeit zur Not auch.

Unsere Route:

Reisezeit: 03.08. – 08.08.2026 (6 Tage)

Roadtrip durch Mähren:

Brno (Brünn) – Olomouc (Olmütz) – Znojmo (Znaim)

Inhalte zu den einzelnen Stopps:

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