Mähren - Unser 6-tägiger Roadtrip
Mähren (tschechisch: Morava) ist eine historische Region im Osten der Tschechischen Republik. Zusammen mit Böhmen im Westen und einem Teil von Schlesien im Nordosten bildet es das heutige Tschechien. Da unser Wohnort nur ungefähr 40 Autominuten von der mährisch-tschechischen Grenze entfernt liegt, war die Idee, einen Roadtrip durch dieses geschichtsträchtige Gebiet zu machen, bald geboren. Mährens ganz eigene Identität unterscheidet sich von Böhmen. Die Menschen gelten hier als traditionsbewusst und folkloristisch geprägt. Während in Böhmen (rund um Prag) traditionell eher Bier getrunken wird, schlägt das Herz Mährens für den Wein und den hausgemachten Sliwowitz (Pflaumenschnaps). Tschechien hat aber generell weltweit den höchsten Bierkonsum pro Kopf und so wird auch in Mähren leidenschaftlich und viel Bier getrunken. Der Unterschied liegt eher im Stolz auf die regionalen Produkte. Während Böhmen das historische Zentrum des Bierbrauens ist (Pilsen, Budweis), besitzt Mähren eben zusätzlich das Monopol auf den tschechischen Weinbau. Eine Rundreise durch Mähren verspricht einen abwechslungsreichen Mix aus lebendiger Weinkultur, beeindruckender Architektur und unberührter Natur abseits des Massentourismus.




Unsere Roadtrip durch Mähren:
03.08. – 08.08.2026 (5 Nächte)
Unsere Route durch Mähren und alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg:
Die „große mährische Kultur- und Genussschleife“ verbindet die landschaftlichen und weinkulturellen Höhepunkte des Südens mit den beiden wichtigsten historischen Metropolen der Region im Zentrum und Westen. Hier kann man den Kontrast zwischen majestätischer Natur, UNESCO-Weltkulturerbe und mährischer Gelassenheit erleben. Die Stopps unserer Route standen im Handumdrehen fest und fügten sich wie von selbst in unsere Reiseplanung ein.
Tag 1: Österreich – Feldsberg (Valtice) – Eisgrub (Lednice) – Nikolsburg (Mikulov) – Brünn (Brno)
Den königlichen Auftakt unserer Reise bildete der sogenannte „Garten Europas“, durch die prunkvolle UNESCO-Architektur des riesigen Valtice-Lednice-Parkareals und den beeindruckenden Schlössern des Hauses Liechtenstein geprägt. Nur ein kurzes Stück ging es weiter bis Mikulov, in das Herz des Weinlandes und hinein in die Postkartenidylle mit seinem markanten Schloss auf dem Felsen. Bis wir schließlich in Brno, der modernen, pulsierenden Metropole Mährens, ankamen und uns für drei Nächte hier einquartierten.
Sehenswürdigkeiten in Valtice und Umgebung:
Reistenkolonnade (Kolonáda na Reistně): Die Reistsenkolonnade ist ein monumentales, klassizistisches Denkmal auf dem Reistenberg (Homole), quasi direkt an der Straße, von der wir aus Österreich ankamen. Sie bildete also unseren ersten Stopp, nachdem wir die Grenze passierten. Wir stellten das Auto am Anfang der Schotterstraße unter einem Baum ab. Es standen dort noch zwei andere Fahrzeuge, weshalb wir nicht lange überlegten. Ein etwas größerer Parkplatz dort war abgesperrt und wir fanden weder Schilder noch Ticketschalter. Zu Fuß spazierten wir dann den kurzen Weg nach hinten, bis wir das beeindruckende Bauwerk erblickten. Fürst Johann I. von Liechtenstein ließ das Bauwerk, eine Kombination aus einem römischen Triumphbogen in der Mitte und seitlichen Säulengängen, zwischen 1811 und 1823 errichten. Es dient als Denkmal für seinen verstorbenen Vater und seine zwei Brüder – so ist auch oben in der Mitte die Inschrift „Der Sohn dem Vater. Der Bruder den Brüdern.“ zu lesen. In den Eckpavillons führt für einen kleinen Eintrittspreis eine Wendeltreppe hinauf auf die Dachterrasse (jedenfalls in den Sommermonaten geöffnet), von wo aus man den Panoramablick über das mährische Weinland genießen kann.



Schloss Feldsberg (Státní zámek Valtice): Über Jahrhunderte war das Prachtschloss der Hauptwohnsitz des Hauses Liechtenstein und bildet heute zusammen mit dem Nachbarschloss Lednice das Herzstück der UNESCO-Welterbestätte Kulturlandschaft Lednice-Valtice. Historisch gehörte Feldsberg zu Niederösterreich und wurde erst 1920 durch den Vertrag von Saint-Germain an die damalige Tschechoslowakei übertragen. Links neben dem Schloss fanden wir einen öffentlichen Parkplatz, auf dem wir für € 2,- pro Stunde (bzw. 40 Tschechischen Kronen) parken durften. Direkt an der Einfahrt zum Parkplatz findet man eine Parkuhr, bei der man ein Ticket ziehen kann. Bezahlt wird dabei bar oder mit Karte, nachdem man die Anzahl der Stunden eingestellt hat. Das ausgedruckte Ticket muss dann gut sichtbar innen an der Windschutzscheibe angebracht werden. Noch ein Tipp: Schreibe zusätzlich mit Kugelschreiber gut lesbar dein Kennzeichen auf das Ticket. Angeblich wurden Tickets öfter weitergegeben und um dem vorzubeugen wird erwartet, dass das Kennzeichen darauf vermerkt ist. Auf dem Schlossareal und in den Parks darf man sich übrigens kostenfrei bewegen. Es befinden sich auch Restaurants und Cafés hier. Die Innenräume können nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Diese werden häufig nur in tschechischer Sprache angeboten. Ausländische Gäste erhalten am Eingang jedoch detaillierte, gedruckte Infoblätter auf Deutsch oder können Audioguides nutzen.




Belvedere (Zámeček Belveder): Das Lustschloss Belvedere ist ein charmantes Empire-Bauwerk und gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe der Kulturlandschaft Lednice-Valtice. Es wurde zwischen 1804 und 1806 errichtet. Neben der Funktion als repräsentativer Ort für Feste und der Verschönerung der Landschaft diente die Anlage ganz praktisch als Zentrum einer Fasanerie. Die angrenzenden Wirtschaftsflügel beherbergten die Zuchtgebäude. Außer das Gebäude selbst gibt es nicht viel zu sehen, da das Innere ist für klassische touristische Führungen regulär nicht zugänglich ist. Will man eine Kaffeepause einlegen, kann man das hier aber gut im „Cafe Belveder“. Das Café bietet sowohl Sitzplätze im historischen Innensaal des Schlosses als auch einen wunderschönen, weitläufigen Gastgarten direkt auf der Wiese vor dem Belvedere. Wir haben unser Auto übrigens am Parkplatz vom „Hřbitov Valtice“ abgestellt, auch dort gibt es eine Parkuhr, bei der man ein Ticket ziehen kann.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Drei-Grazien-Tempel (Chrám Tří Grácií): ein weiteres neoklassizistisches Juwel im UNESCO-Welterbe der Kulturlandschaft Lednice-Valtice und liegt genau zwischen den beiden Orten
- Apollo-Tempel (Apollónův chrám): ein prächtiges Bauwerk im Empire-Stil und befindet sich in auf einer Anhöhe direkt am Ufer des Mühlenteichs (Mlýnský rybník), rund drei Kilometer südöstlich von Lednice, ebenfalls Bestandteil des UNESCO-Welterbes
Sehenswürdigkeiten in Lednice und Umgebung:
Schloss Eisgrub (Státní zámek Lednice): Schloss Lednice ist das wohl meistbesuchte Schloss der Tschechischen Republik und gilt als eines der schönsten Ensembles der Romantik in Europa. Zusammen mit Schloss Valtice bildet es das Herzstück der UNESCO-Welterbestätte. Unser Auto parkten wir ungefähr 300 Meter entfernt und bezahlten dort für das Tagesticket € 3,-. Diesen Parkplatz fanden wir, als wir links am Schloss vorbeifuhren und dem offiziell aussehenden Schild folgten. Hier gab es wieder eine Parkuhr, die ein Ticket ausdruckte, das wir gut sichtbar innen an der Windschutzscheibe anbrachten. Auch hier wieder der Tipp: Schreibe zusätzlich mit Kugelschreiber gut lesbar dein Kennzeichen auf das Ticket. Angeblich wurden Tickets öfter weitergegeben und um dem vorzubeugen wird erwartet, dass das Kennzeichen darauf vermerkt ist. Das Tagesticket ist ziemlich klug, weil man aufgrund der Größe des Schlossareals hier mehrere Stunden verbringen kann. Während das nahe Schloss Valtice der Hauptwohnsitz des Hauses Liechtenstein war, diente Schloss Lednice als repräsentative Sommerresidenz für Feste und zur Erholung. Neben dem neugotischen Stil des Schlosses ist besonders die Innenausstattung weltberühmt. Die monumentale Wendeltreppe in der Bibliothek wurde aus einem einzigen Stamm einer Eiche geschnitzt – komplett ohne Nägel. Um die Räume des Schlosses zu sehen, ist es notwendig sich einer geführten Tour anzuschließen, die ebenfalls fast ausschließlich auf Tschechisch angeboten werden. Deutschsprachigen Gästen wird aber beim Buchen einer Führung eine deutschsprachige Übersetzungsmappe ausgehändigt, in der mitgelesen werden kann, während man mit der Gruppe die Räume betritt. Der riesige Schlossgarten ist wunderschön und lädt zu einem entspannten Spaziergang ein. Zu Fuß kann man dabei in ca. 20 Minuten zum ca. 1,7 km entfernten Minarett gehen, von dem aus man einen tollen Ausblick haben soll (kostenpflichtig). Wer den ca. 60 m hohen Aussichtsturm nicht zu Fuß besuchen will, kann ihn auch per Boot erreichen. Diese legen in der Nähe des Schlosses ab und eine Fahrt soll tolle Perspektiven auf den Park bieten. Weißstörche haben im Schlosspark von Lednice übrigens einen ganz besonderen und geschützten Lebensraum und bilden eine beliebte Naturattraktion dort.







Sehenswürdigkeiten in Mikulov und Umgebung:
Pulverturm am Gaisberg (Kozí hrádek): Beim Pulverturm am Gaisberg handelt es sich um eine spätgotische Turmruine, die auf ca. 288 Metern Höhe auf der felsigen Kalkklippe des Gaisbergs thront. Die Herren von Liechtenstein ließen den zweistöckigen Artillerieturm im 15. Jahrhundert errichten. Er diente als vorgelagerte Bastion, um die Verteidigung der Hauptburg zu stärken. Die Bezeichnung „Pulverturm“ rührt von seiner späteren Nutzung als sicheres Lager für Schießpulver her. Heute ist die restaurierte Ruine ein beliebter Aussichtspunkt in Mikulov, der von seiner Plattform einen 360-Grad-Blick ermöglicht. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Schloss Mikulov und die roten Dächer der historischen Altstadt. Der Aufstieg vom Stadtzentrum aus ist etwas steil, aber sehr kurz. Der Eintritt auf die Aussichtsplattform des Turmes ist kostenpflichtig, aber mit einer kleinen Gebühr von 30 Kronen pro Person (= ca. € 1,25) sehr günstig. Übrigens parkten wir unser Auto unten im Ort direkt vor dem Kino Mikulov. Dort gab es eine Parkuhr, in der wir unser Kennzeichen eintippten und dann eine Stunde gratis stehen durften (es war bis 18 Uhr kostenpflichtig und wir waren kurz vor 17 Uhr dort). Es wurde ein Ticket ausgedruckt, das wir wieder innen unter die Windschutzscheibe legten. Dann spazierten wir durch den Ort, was sehr empfehlenswert ist, da es sich um viele verwinkelte, nette Gassen in der hübschen Altstadt handelt.







Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Chapel of St. Sebastian (Kaple svatého Šebestiána): ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Mikulov, angeblich etwas anstrengender Aufstieg in ca. 30 Min.
- Gruftkirche der Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg (Dietrichsteinská hrobka): ist eines der markantesten und architektonisch ungewöhnlichsten Gebäude direkt am historischen Marktplatz von Mikulov
- Schloss Mikulov (Zámek Mikulov): thront majestätisch auf einem markanten Kalkfelsen direkt über der Altstadt von Mikulov
- Turold-Höhle (Jeskyně Na Turoldu): ist eine faszinierende Natursehenswürdigkeit am nördlichen Stadtrand von Mikulov
- Dreifaltigkeitssäule (Sousoší Nejsvětější trojice): ist ein monumentales Barock-Meisterwerk im unteren Teil des historischen Marktplatzes von Mikulov
- Aqualand Moravia: ist der größte und modernste Wasserpark in der Tschechischen Republik und liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Mikulov
Tag 2 & 3: Brünn (Brno)
Für alle Informationen zu unserem Aufenthalt in Brünn lies meinen Blogbeitrag dazu hier.
Tag 4: Brünn (Brno) – Austerlitz (Slavkov u Brna) – Kiritein (Křtiny) - Willimowitz (Vilémovice u Macochy) – Plumenau (Plumlov) – Proßnitz (Prostějov) – Olmütz (Olomouc)
Unsere Route führte uns weiter zuerst auf die Spuren Napoleon Bonapartes. Südöstlich von Brünn fand 1805 nämlich die berühmte „Dreikaiserschlacht“ statt. In Slavkov u Brna sahen wir das barocke Schloss Austerlitz, in dem damals der Waffelstillstand unterzeichnet wurde. Weiter ging es mitten in die tiefen Wälder des Mährischen Karsts, wo die monumentale Wallfahrtskirche im Namen der Jungfrau Maria, ein absolutes Meisterwerk und oft als „Perle Mährens“ bezeichnet, in Křtiny zu finden war. Den nächsten geplanten Stopp in Vilémovice u Macochy mussten wir aufgrund des Wetters und der maßlos überteuerten Parkkosten, die dafür angefallen wären, auslassen, auch wenn wir damit auf die berühmte Stiefmutterschlucht verzichten mussten. Eine entspannte Pause am Wasser (und bei glücklicherweise wieder besserem Wetter) legten wir dafür in Plumlov ein. Die dramatische Kulisse des unvollendeten Schlosses auf dem Felsen am Stausee lädt hier ein, sich in Gedanken in Märchen-Geschichten zu verlieren. Mit Prostějov erreichten wir die fruchtbare Hanna-Region und begutachteten die Stadt des Jugendstils und der Moderne. In den gemütlichen Gassen der Stadt lässt sich hervorragend Kaffee genießen. Schließlich kehrten wir am Tagesziel ein: Olomouc, die stolze, alte Hauptstadt Mährens, in der wir für weitere zwei Nächte unser Quartier bezogen.
Sehenswürdigkeiten in Slavkov u Brna und Umgebung:
Žuráň: Ungefähr 10 Kilometer östlich von Brünn erreicht man Žuráň, einen ca. 286 Meter hohen, geschichtsträchtigen Hügel. Für Geschichtsinteressierte mag dieser unscheinbare Hügel ein absoluter Pflichtstopp auf Ihrem Roadtrip sein, da er einer der zentralen Schauplätze der europäischen Militärgeschichte ist. Weltweite Berühmtheit erlangte der Hügel durch die „Schlacht bei Austerlitz“ (oder auch: „Dreikaiserschlacht“) am 2. Dezember 1805. Napoleon Bonaparte wählte den Žuráň wegen seiner hervorragenden strategischen Lage als seinen Hauptgefechtsstand. Von hier aus beobachtete der französische Kaiser im Morgengrauen den dichten Nebel im Tal. Als die rote Morgensonne den Nebel durchschnitt, gab er den Befehl zum entscheidenden Angriff auf die Pratzenhochebene. Dieser Moment ging als das sprichwörtliche Phänomen der „Sonne von Austerlitz“ in die Geschichte ein. Heute erinnert dort ein Denkmal an dieses Ereignis. Es handelt sich um einen steinernen Quader, auf dem eine bronzene Landkarte mit den Truppenaufstellungen der Schlacht angebracht ist. Da der Hügel direkt an der Straße liegt, ist er sehr gut mit dem Auto erreichbar und kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es ebenfalls ausreichend.




Schloss Austerlitz (Zámek Slavkov): Nach seinem Triumph in der Schlacht bei Austerlitz schlug Kaiser Napoleon Bonaparte sein Hauptquartier im Schloss auf. Am 6. Dezember 1805 wurde im ovalen „Historischen Saal“ des Schlosses der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet. Das Kaisertum Österreich musste durch die Niederlage unter anderem weite Teile seines Territoriums abtreten. Der Schlosspark ist ganzjährig frei und kostenlos zugänglich. Die klassischen Führungen durch die historischen Repräsentationsräume finden primär auf Tschechisch statt, aber deutschsprachige Teilnehmer*innen erhalten auch hier eine detaillierte gedruckte Broschüre auf Deutsch zum Mitlesen. Audioguides sollen ebenfalls verfügbar sein. Der offizielle und bequemste Parkplatz liegt direkt an der Straße nur 100 Meter vom Haupteingang entfernt. Auch hier gibt es einen Automaten, an dem man sein Parkticket bezahlt und drucken lässt. Wir fuhren ein Stückchen weiter und bogen in die erste Straße links ein, wo wir einen weiteren Parkplatz fanden, auf den wir uns stellten. Dort gab es den gleichen Automaten für Parktickets. Wir bezahlten für 30 Minuten hier 20 Tschechische Kronen (= ca. € 0,85). Die kurze Parkdauer reichte uns aus, da wir an keiner Führung teilnehmen, sondern nur einem Blick auf das Schloss und in den Garten werfen wollten.







Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- The Cairn of Peace (Mohyla míru): ist das weltweit erste Friedensdenkmal auf einem Schlachtfeld und befindet sich auf dem Pratzenberg, rund 15 Kilometer südöstlich von Brünn
Sehenswürdigkeiten in Křtiny und Umgebung:
Wallfahrtskirche Křtiny (Kostel Jména Panny Marie): Die Wallfahrtskirche im Namen der Jungfrau Maria ist mitten in den dichten Wäldern des Mährischen Karsts gelegen. Der monumentale Komplex wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Schönheit auch als „Perle Mährens“ bezeichnet. Das Gebäude ist 65 Meter lang sowie jeweils 35 Meter breit und hoch. Der markante Hauptturm ragt 73 Meter in die Höhe. Wir fuhren gefühlt im Nirgendwo und plötzlich stand diese gewaltige Kirche vor uns – in einem ca. 820-Seelen-Ort. Wir fanden das zugegebenermaßen ziemlich eindrucksvoll.



Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Výpustek (Jeskyně Výpustek): faszinierende Höhle, liegt im Křtiny-Tal, nur knapp fünf Kilometer von der Wallfahrtskirche Křtiny entfernt
Sehenswürdigkeiten in Vilémovice u Macochy und Umgebung:
Stiefmutterschlucht/Macocha-Schlucht (Propast Macocha): Die Macocha-Schlucht ist die berühmteste geologische Formation in der Tschechischen Republik. Die Schlucht ist kein tektonischer Graben, sondern entstand durch den Einsturz der Decke einer gigantischen unterirdischen Höhlenhalle, durch die der Fluss Punkva floss. Der Krater hat an der Oberseite eine beachtliche Länge von rund 174 Metern und eine Breite von 76 Metern. Es gibt Aussichtsplattformen, von denen aus man kostenlos in die Schlucht sehen kann. Das war auch unser Plan. Als wir ankamen begann es leicht zu regnen und als wir zum Parkplatz kamen und dort 200 Tschechische Kronen (= ca. € 8,30) für das Parken bezahlen sollten, beschlossen wir kurzerhand umzukehren und diesen Stopp auszulassen. Für uns standen die Parkgebühren in keinem Verhältnis zu dem kurzen Aufenthalt, den wir dort nur geplant hatten. Wenn man seinen Besuch mit einer Führung durch die Punkva-Höhlen plant, dann sind die Parkgebühren vielleicht noch eher zu verkraften. Hierbei nur unbedingt beachten, dass die Tickets bereits Wochen oder Monate vorher bereits ausgebucht sein können.
Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Punkva-Höhlen (Punkevní jeskyně): sind das unumstrittene Highlight des Mährischen Karsts und eine der meistbesuchten Naturattraktionen Tschechiens – bei Interesse unbedingt rechtzeitig online buchen
Sehenswürdigkeiten in Plumlov und Umgebung:
Schloss Plumlov (Zámek Plumlov): Glücklicherweise wurde das Wetter wieder besser, als wir Schloss Plumlov erreichten. Dieses liegt ziemlich dramatisch auf einem Felssporn an einem Stausee. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss von einem der reichsten Männer seiner Zeit in Auftrag gegeben. Es sollte ein monumentaler, vierflügeliger Repräsentationssitz des Hauses Liechtenstein werden. Geplant war ein gewaltiges Quadrat mit einem prunkvollen Innenhof, das selbst das Wiener Schloss Schönbrunn in den Schatten stellen sollte. Nach dem Tod des Bauherrn und aufgrund von massivem Geldmangel wurden die Arbeiten aber im Jahr 1688 abrupt eingestellt. Von der gigantischen Vierflügelanlage wurde nur ein einziger, extrem schmaler Flügel gebaut. Das Gebäude wirkt dadurch bizarr hoch und wie eine freistehende Kulisse. Einen optimalen Blick auf das Schlösschen vor dem See bekommt man, wenn man in der Google Maps-App „Fotopoint“ in der Nähe von „Pláž Podhradského rybníku“ eingibt. Dort konnten wir unser Auto kurz abstellen und ein paar märchenhafte Fotos schießen.



Sehenswürdigkeiten in Prostějov und Umgebung:
Neues Rathaus (Nová radnice): Gleich vornweg: unser Auto stellten wir an diesem Parkplatz ab – „Placené parkoviště Školní ul.“ (Name in der Google Maps App). Das Parken war hier dank Parkticket-Automat sehr einfach und mit 20 Tschechischen Kronen (= ca. € 0,85) auch günstig. Von hier aus konnten wir gut zu Fuß in die Fußgängerzone der Stadt spazieren und das Neue Rathaus bewundern. Unübersehbar dominiert es den Hauptplatz mit seinem 66 Meter hohen, viereckigen Turm. In den Sommermonaten soll der Turm auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein und einen tollen Ausblick bieten. Als wir ankamen, war direkt davor eine Bühne aufgebaut und ein größerer Bereich abgezäunt. Vermutlich wurde hier ein Fest vorbereitet, daher betrachteten wir das Gebäude aus der Entfernung.


Schloss Prostějov (Zámek Prostějov): Am Rande der Altstadt, nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt, befindet sich das Schloss Prostějov. Seine kunstvollen Fassadenverzierungen machen es zu einem wichtigen Denkmal der Renaissance in Mähren. Im Jahr 1599 fiel das Schloss dem Hause Liechtenstein zu. Es verlor jedoch im Laufe der Jahrhunderte seine Funktion als Adelssitz und diente als Kaserne, Getreidespeicher, Textilfabrik und sogar als herrschaftliches Gefängnis.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Kaffee trinken bei Džungle: zentral in der Altstadt, eine absolute Top-Adresse für Specialty Coffee und angeblich gibt es auch vegane Dessertoptionen
Tag 5: Olmütz (Olomouc)
Für alle Informationen zu unserem Aufenthalt in Olmütz lies meinen Blogbeitrag dazu hier.
Tag 6: Olmütz (Olomouc) – Znaim (Znojmo) – Österreich
Das Finale unseres Roadtrips bildete das mittelalterliche Znojmo. Die gut erhaltene Altstadt thront dramatisch auf einem Felsen über dem Fluss Thaya und lädt zu einem Spaziergang über die kopfsteingepflasterten Gassen und zu kulinarischen Genüssen in den Bistros und Cafés ein.
Für alle Informationen zu unserem Aufenthalt in Znaim lies meinen Blogbeitrag dazu hier.
Das war unser Abenteuer in Mähren in Tschechien. Was sagst du dazu? Kannst du dir ebenfalls einen Roadtrip dieser Art vorstellen? Warst du vielleicht sogar bereits in dieser Gegend und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe einfach einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
