Tissamaharama & Yala

Tissamaharama - Safari im Yala Nationalpark:

Tissamaharama, auch „Tissa“ genannt, ist eine sehr kleine Stadt mit ungefähr 15.000 Einwohnern im Südosten Sri Lankas. Die Stadt gehört zu den 16 heiligen buddhistischen Plätzen des Landes, an denen Buddha persönlich gewesen sein soll. Sie dient außerdem als Ausgangspunkt für Safaris im in der Nähe gelegenen Yala Nationalpark.

Der Yala Nationalpark ist das älteste und bekannteste Naturschutzgebiet Sri Lankas. In dem 1500km² großen Park können über 30 Säugetier- und über 130 Vogelarten beobachtet werden.  In einem Bereich leben ungefähr 30 Leoparden, auf die man, wenn man Glück hat, einen oft nur flüchtigen Blick erhaschen kann.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Tissamaharama:

Wir verbachten 3 Nächte bei Nalin und seiner Familie in seinem Homestay „Black Panther Yala“. Wir hatten ein sauberes Zimmer mit eigenem Bad und Abendessen im Preis von umgerechnet € 11,50 pro Nacht inkludiert. Nalin war sehr zuvorkommend und hat es sich zur Aufgabe gemacht uns viel zu erzählen und zu zeigen. Von sich aus schlug er vor uns (kostenlos) einen Fruitbat Viewpoint und eine Stupa zu zeigen. Wir hatten eine so gute Zeit mit ihm und seinem Freund, die uns auf ihren Motorrädern herumfuhren. Außerdem wollte er uns mitnehmen in sein Meditationcenter und uns dort eine einstündige Unterhaltung mit einem Mönch über das Meditieren ermöglichen. Leider mussten wir das aber absagen, da es mir an dem Tag nicht gut ging und ich die Zeit im Bett verbrachte.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Tissamaharama:

Fruitbat Viewpoint: In der Nähe des Tissa Lakes gibt es einen Ort, an dem zur Dämmerungszeit unzählige Flughunde zu sehen sind. Wir wussten davon nichts, aber unser Host Nalin hat uns kurzerhand mit dem Motorrad hingebracht, damit wir dieses Naturschauspiel sehen konnten. Niemals hätte ich mir so einen Anblick erträumt. Im orangefarbenen Himmel waren gleichzeitig hunderte dieser riesigen Flattermänner zu sehen. Flughunde leben im Gegensatz zu Fledermäusen vegan, denn sie ernähren sich nur von Früchten und Blütennektar. Ziemlich sympathisch, wie ich finde. Es war jedenfalls ein unbeschreibliches Gefühl dort zu stehen und dieses Spektakel zu beobachten. Im Tissa Lake kann man außerdem einige Vogelarten und manchmal sogar Krokodile entdecken.

Tissamaharama Stupa: Im Anschluss brachte uns Nalin noch zu einer Stupa, um uns zu zeigen, wie er als Buddhist hier meditiert und Opfer darbringt. Wir gingen einmal um die Stupa herum, während er uns einige Informationen zum Buddhismus gab, weil wir sehr daran interessiert waren. Dann saßen wir in der Wiese und meditierten ein paar Minuten gemeinsam. Es fühlte sich so friedlich an, dort zu verweilen. Wir sollten uns alle Zeit der Welt nehmen und ich hätte vermutlich noch ewig dort einfach nur sitzen und atmen können. Ich wollte aber auch sehen, was es noch zu entdecken gab und Nalin kaufte ein paar Blumen und Räucherstäbchen und zeigte uns, wie wir sie als Opfergaben richtig positionieren sollten. Die Blüten wurden erst sorgfältig vom Stängel getrennt und dann liebevoll auf dem kleinen Altar vor der Buddhastatue aufgelegt. Die Räucherstäbchen wurden entzündet und in eine große mit Sand gefüllte Schale gesteckt. Ein Mönch leerte uns danach noch Wasser aus einer silberfarbenen Kanne in unsere Hände. Damit sollten wir unseren Kopf bzw. das Gesicht waschen. Ich vermute es handelte sich um geweihtes Wasser. Nalin meinte, dass viele Gläubige das Wasser auch trinken würden, aber das war uns persönlich etwas zu unsicher in dem Moment. Unser Darm-Mikrobiom wäre darauf eventuell nicht wirklich vorbereitet gewesen. Man kann als Tourist natürlich diese heiligen Orte auch mühelos auf eigene Faust erkunden, aber es war für uns ein ganz besonderes Extra so eine detaillierte Einweisung von einem einheimischen Buddhisten zu bekommen. Wir sind Nalin sehr dankbar für seine Gastfreundschaft.

Safari im Yala Nationalpark: Da es unsere allererste Safari überhaupt war und wir sehr gespannt darauf waren, buchten wir gleich das volle Programm – eine 12-hours-private-Jeep-Tour. Es gab auch die Möglichkeit für etwas weniger Geld nur eine Halbtagestour (6 Stunden) und/oder auch mit anderen Gästen zusammen (insgesamt 6 Personen pro Jeep) zu machen. Wir hörten, dass die Chance einen Leoparden zu sehen natürlich bei einer Ganztagestour größer sei und man auch eine entspanntere Fahrt hätte, wenn man privat mit eigenem Jeep unterwegs sei, daher entschieden wir uns dafür. Insgesamt bezahlten wir für das teuerste Paket umgerechnet ca. € 104,- pro Person. Die Tour startete um 04:30, jedenfalls wurden wir um diese Zeit mit dem Jeep von der Unterkunft abgeholt. Wir bekamen Essen für den ganzen Tag in mehreren Körben und mehr als ausreichend Wasser mit. Dann fuhren wir zum Nationalpark und der Guide kümmerte sich um den Eintritt. In der Schlange warteten wir mit einigen anderen Jeeps bis die Tore des Parks um 06:00 geöffnet wurden. Da die vielen Jeeps aber alle unterschiedliche Wege befuhren, verlief es sich innerhalb der ersten Minuten bereits. Die meiste Zeit waren wir allein unterwegs. Ab und zu trafen wir auf andere Jeeps und die Fahrer tauschten sich kurz aus, wo was gesehen wurde, um allen eine möglichst gute Erfahrung zu ermöglichen. Das Praktische an der privaten Tour war, dass wir ständig die Sitzplätze wechseln konnten, um so bessere Sicht zu haben und auch, dass der Guide nach unseren Wünschen stehen bleiben oder weiterfahren konnte. Wir konnten einige Tiere sehen, wie z.B. Wasserbüffel, Schakale, Affen, Warane, Rehe, Krokodile, Wildschweine, Pfaue und unzählige andere Vogelarten, unter anderem sogar einen Nashornvogel. Unser Guide war ständig auf der Suche nach Leoparden und wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, doch konnten dann doch noch einen ziemlich großen und sogar relativ nahe schnell wieder im Busch verschwinden sehen. In der zweiten Hälfte, nach der Mittagspause, fuhren wir noch tiefer in den Park hinein und sahen viele Elefanten. Junge Männchen, die alleine unterwegs waren beobachteten wir in der Ferne durch den Ferngucker und aber auch große Elefantenkühe mit ihren Babys ganz nah, als sie direkt am Jeep vorbei gingen. Für uns war das ein wirklich spannendes Erlebnis und wir bereuen nicht, die Safari gemacht zu haben.

Noch ein Tipp: Unbedingt noch vor der Safari auf die Toilette gehen, denn bis zur Mittagspause gibt es im Park eigentlich keine Gelegenheit dafür. Wir mussten so dringend und hätten es nicht mehr ausgehalten. Unser Guide sagte, er würde seine Lizenz verlieren, wenn er uns im Park aussteigen ließe. Ist ja klarerweise auch ziemlich gefährlich, nachdem es dort Leoparden gibt. Da wir die Weiterfahrt aber kaum hätten genießen können, ließ er sich etwas einfallen. Er schob erst rückwärts in einen dichten Weg hinein, den man von außen kaum einsehen konnte. Dann bewaffnete er sich mit einem großen Schraubenschlüssel und öffnete die Motorhaube. Er sagte, wir sollen schnell hinterm Auto verschwinden und vorsichtig sein. Sollte jemand kommen, würde er sagen, dass wir gerade eine Autopanne hätten. Wir waren sehr erleichtert, auch wenn es ein eigenartiges Gefühl war so in der Hocke auf jedes Rascheln im Busch zu achten. Es ging aber alles gut und wir konnten unsere Fahrt unbeschadet fortsetzen.

Lokale und Restaurants in Tissamaharama:

Da wir Abendessen im Preis der Unterkunft inkludiert hatten, haben wir keine Restaurants ausprobiert und können demnach auch keine empfehlen. Nalins Frau hat uns abwechslungsreich und ausgezeichnet bekocht. Wir durften unterschiedliche Speisen probieren und wurden immer genau aufgeklärt, worum es sich jeweils handelte. Für diesen kleinen Preis buchten wir also nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit sondern ein ganzes Package an positiven Erfahrungen und tollen Gesprächen mit.

Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:

Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir von Tissamaharama ca. 2 Stunden nach Tangalle. Die Fahrt kostete wieder umgerechnet ungefähr € 1,- pro Person und verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Das war unser Abenteuer in Tissamaharama und im Yala Nationalpark. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Tissamaharama zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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