Anuradhapura - Sri Lankas erste Hauptstadt:
Anuradhapura ist die Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz Sri Lankas und war über 1000 Jahre lang Zentrum verschiedener singhalesischer Königsdynastien. Die Stadt wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war die erste Hauptstadt Sri Lankas. Der historische Teil Anuradhapuras ist bis heute Pilgerziel vieler Buddhisten und eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. 1982 wurde die „Sacred City of Anurahapura“ zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Dieser Teil der Stadt befindet sich einige Kilometer vom modernen Stadtteil entfernt und um ihn zu besichtigen, ist ein Fahrzeug ratsam, da sich die Anlage über ca. 25 Quadratkilometer erstreckt. Der Eintrittspreis in den historischen Teil soll sich auf ca. 25 USD belaufen, aber es gibt auch ein paar wenige Sehenswürdigkeiten, die man kostenlos besichtigen darf.
Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Anuradhapura:
Wir haben 3 Nächte bei einem Einheimischen (Mohamed) in seinem Homestay (Meera Homestay) verbracht. Für das Zimmer mit eigenem Bad haben wir umgerechnet € 12,72 inkl. Frühstück pro Nacht bezahlt. Die Lage war für uns ganz gut, da es etwas außerhalb der Stadt und dort sehr ruhig war. In einem ca. 5-minütigen Fußmarsch konnten wir dennoch zur Stadt und ihren Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants gelangen. Das Zimmer an sich war sehr simple. Hier darf man wirklich nicht zu viel erwarten. Ein Bett, ein kleiner Tisch, eine Art Vorraum vor dem Badezimmer mit Ablageflächen und dann das Bad. Dieses war einfach eine Nasszelle und man hat sich nicht besonders gerne lang darin aufgehalten. Aber es gab warmes Wasser und einen guten Duschstrahl – was will man also mehr? Viel Komfort darf man nicht erwarten – man schläft hier bei Einheimischen, wie Einheimische, würde ich sagen. Das große Plus war allerdings Mohamed selbst – ein freundlicher, hilfsbereiter Mann, der sich auch gerne unterhalten hat. Am letzten Abend unseres Aufenthaltes sind wir noch auf der gemeinsamen Terrasse zusammengesessen, haben Karten gespielt und Bier getrunken. Er hat uns ein singhalesisches Kartenspiel beigebracht und alleine diese wirklich lustige Erfahrung hat für uns alles andere aufgewogen. Außerdem hat seine Mutter für uns zu einem fairen Preis gekocht und Mohamed hat sich um die Organisation unserer Ausflugswünsche gekümmert.
Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Anuradhapura:
Historischer Teil Anuradhapuras: Wie oben bereits erwähnt ist Anuradhapura bekannt für seine „Sacred City“, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Unser Host Mohamed hat uns einen Tuk Tuk-Fahrer für mehrere Stunden organisiert, welcher uns der Reihe nach zu den kostenfreien Sehenswürdigkeiten dort gefahren hat und immer im Tuk Tuk auf uns gewartet hat. Ein- oder zweimal gab es einen minimalen Eintritt von ca. 500 Rupien (= € 1,65) und einer noch kleineren Gebühr dafür seine Schuhe dort abzugeben, da man die meisten Anlagen barfuß betreten muss. Für den Fahrer haben wir am Ende 5000 Rupien bezahlt (= € 16,40). Wir waren zwischen zwei und drei Stunden unterwegs und für uns hat das an Tempel-Input gut ausgereicht. Will man auch die kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten dort besichtigen, bezahlt man angeblich um die 25 USD pro Tag und braucht möglicherweise aber mehr als einen Tag, um wirklich alles zu sehen.
Was sich für uns wunderbar getroffen hat, war, dass wir an einem Feiertag, einem Poya-Day (= Vollmondtag), dort waren. Denn so hatten wir die Möglichkeit die unzähligen weißgekleideten Einheimischen zu beobachten, die extra für diesen Tag angereist waren, um gemeinsam in den Tempeln zu beten und Opfer darzubringen. Für uns war dieses Gewusel unheimlich spannend zu beobachten und alle Menschen haben uns freundlich angelächelt. Wir haben uns zu keiner Sekunde fehl am Platz gefühlt, auch wenn wir sicherlich ziemlich rausgestochen sind.
Kleiner Tipp am Rande: Socken im Gepäck zu haben ist eine gute Idee, da man die meisten Orte nur ohne Schuhe betreten darf und die Steinböden in der Sonne extrem heiß werden können. Jedenfalls zu heiß für ungeübte Europäer-Füße. Achtet außerdem auf angemessene Kleidung – man muss wie immer in Tempeln die Schultern bedeckt haben und Hosen bzw. Röcke müssen ein gutes Stück unter den Knien enden.
Mihintale: Ungefähr 7 km östlich von Anuradhapura liegt Mihintale, eine der ältesten Anlagen des Buddhismus in Sri Lanka. Unser Host Mohamed hat uns wieder einen Tuk Tuk-Fahrer organisiert, der uns für 5000 Rupien (= € 16,40) dorthin gebracht hat, dort so lange auf uns gewartet hat, wie wir wollten und uns im Anschluss wieder nach Hause gefahren ist. Am Hinweg machte er außerdem einen kurzen Stopp bei einem uralten, riesigen und verwurzelten Banyan-Baum. Da wir sowas zuvor noch nie gesehen haben, hat uns das ziemlich beeindruckt. Der Eintritt in Mihintale war 1000 Rupien (= € 3,30) pro Person und hat sich für uns absolut ausgezahlt. Man geht erst viele Stufen hinauf und dann ohne Schuhe weiter. Oben gibt es mehrere kleine Aufstiege und von allen hat man einen wunderbaren Ausblick. Wir waren am späteren Nachmittag dort und konnten den traumhaften Sonnenuntergang dort sehen.
Die restliche Zeit unseres Aufenthaltes spazierten wir wieder durch die Straßen und Gassen der neuen Stadt Anuradhapura, einfach um ein bisschen Leben zu beobachten und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Kaffee zu trinken und gut zu essen.
Lokale und Restaurants in Anuradhapura:
Hier können wir nicht viel berichten, da wir fast ausschließlich bei Mohamed zu Hause gegessen haben. Seine Mama hat richtig gutes vegetarisches Kottu (aber auch Reis oder Nudeln) zu einem sehr fairen Preis gemacht. Die Portionen waren sehr groß und wir haben immer noch mehr ohne Aufpreis nachbekommen. So haben wir hier z.B. für einmal vegetarisches Kottu, einmal vegetarische gebratene Nudeln und eine große Flasche Wasser insgesamt umgerechnet € 5,60 bezahlt.
An einem Nachmittag waren wir in der Stadt und haben dort im „Kafe“ einen Saft getrunken und einen vegetarischen Wrap gegessen. Das Ambiente ist ganz nett und wir fanden gut, dass wir vorher gefragt wurden, ob wir unsere Fruchtsäfte mit oder ohne Zucker haben wollen. Für die zwei zuckerfreien, frischen Fruchtsäfte und die zwei Wraps haben wir dann umgerechnet € 9,70 bezahlt. Das war jetzt aber nichts Besonderes und auch nicht sonderlich günstig, daher war es für uns einfach der bessere Deal bei Mohamed zu Hause zu essen.
Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:
Von Anuradhapura gab es eine direkte Busverbindung nach Trincomalee, die angeblich zweimal täglich abfahren soll, einmal vormittags und einmal nachmittags. Früh am Busbahnhof zu sein lohnt sich, da man in Ruhe sein Gepäck verstauen kann und einen guten Platz im Bus, z.B. in der Nähe der offenen Türe (Fahrtwind!) finden kann. Die Busfahrt hat ungefähr 3 Stunden gedauert und uns umgerechnet ca. € 1,20 pro Person gekostet. Wir sind dabei durch wunderschöne Landschaft gefahren, was die Fahrt für uns sehr kurzweilig gemacht hat.
Das war unser Abenteuer in Anuradhapura. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Anuradhapura zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
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