Agonda – Ruhiger Strandort in Goa
Agonda ist ein Dorf im Süden des Bundesstaates Goa, der sich an der Westküste Indiens befindet. Berühmt ist der ruhige Badeort für seinen schönen 3 Kilometer langen Strand und weil er einer der wenigen Strände ist, die als Nistplätze für Schildkröten ausgewiesen sind. Goa war 451 Jahre durch die portugiesische Kolonialmacht vom Rest des Landes isoliert, was den Bundesstaat heute mit seiner einzigartigen Mischung von portugiesischer und indischer Kultur von anderen deutlich unterscheidet. Diese Spuren zeigen sich überwiegend in der Architektur, den Kirchen und Kathedralen. Während unserer Indien-Reiseplanung war schnell klar, dass wir lieber einen Ort im Süden Goas besuchen wollen, da es dort ruhiger und entspannter zugehen soll als im Norden Goas, dessen Orte eher bei Partytouristen beliebt sind. Der Ort Agonda stellte sich als optimale Wahl für uns heraus. Ein langer, schöner Sandstrand, gesäumt von Kokospalmen, ein ruhiges Dorfleben mit einladenden Restaurants und netten Unterkünften, sogar fast ein wenig „Island Vibes“ sind hier zu spüren – was will man mehr? Klarerweise ist der Anteil an westlich aussehenden Touristen deutlich höher als in anderen Teilen des Landes, aber wir hörten, dass auch Inder hier gerne ihren Urlaub verbringen und an Goas Stränden entspannen. In Agonda beobachteten wir eine bunte Mischung aus Yoga & Spirit Traveler, die man in Leggings und mit Yogamatte unterm Arm vorbeigehen sieht, verliebte Paare, die miteinander am Strand liegen und ältere Menschen, die als treue Stammgäste immer wiederkehren.




Unsere Anreise nach Goa:
Ursprünglich hätten wir eigentlich geplant von Mumbai nach Goa in ca. 15 Stunden mit dem Zug zu fahren. Leider bekamen wir für diese Strecke auch vier Wochen vorher schon keine Tickets mehr, da sie wohl sehr beliebt zu sein scheint. Daher beschlossen wir wieder einen Inlandsflug zu buchen. Für die Tickets bei der Fluggesellschaft „IndiGo“ bezahlten wir diesmal ca. € 46,20 pro Person und brauchten dann nur ca. eine Flugstunde bis zum Zielort. Wir landeten sehr zeitig am Flughafen Dabolim (Goa International Airport), welcher sich aber über 60 Kilometer von Agonda entfernt befindet. Während man für den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen drei und vier Stunden benötigt, um Agonda zu erreichen, und dabei auch mehrmals umsteigen muss, fährt man die Strecke mit dem Taxi in ungefähr eineinhalb Stunden. Das Taxi war unsere Wahl und dieses organisierten wir bereits im Vorfeld über unsere gebuchte Unterkunft, da wir ja bereits sehr früh landeten. Wir bezahlten (inklusive Trinkgeld) umgerechnet ca. € 27,- für die Fahrt. Als wir ankamen, stand der Fahrer schon lächelnd bereit und empfing uns herzlich.
Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Agonda:
Dalia Guest House: Das Dalia Guest House, war ein Ort, an dem wir uns von der ersten Minute an sehr wohl gefühlt haben. Obwohl wir lange vor unserer Check-in-Zeit ankamen, wurden wir freundlich begrüßt und weil unser gebuchtes Zimmer noch nicht für uns bereitstand, bekamen wir vorerst ein anderes, in dem wir ein paar Stunden schlafen durften. Ein Service, der absolut nicht selbstverständlich ist und den wir dankend annahmen, da wir bereits um die 24 Stunden ohne Schlaf auf den Beinen waren. Danach durften wir in unser Zimmer wechseln, das im Vergleich zu unseren sonstigen Low-Budget-Unterkünften groß und gut ausgestattet war. Neben dem Bett, in dem wir sehr gut schliefen, gab es Kästen, um seine Kleidung aufzuhängen, einen kleinen Tisch, an dem man sitzen konnte und einen Kühlschrank. Besonders positiv fand ich, dass es auch ein Fenster im Badezimmer gab, da wir das auf unserer Reise äußerst selten hatten und Badezimmer dann schnell modrig riechen können, wenn sie nicht gut belüftet sind. In Goa sind die Preise etwas höher, als man das von anderen Teilen Indiens gewohnt ist und wir zahlten für unsere Unterkunft ungefähr € 28,- pro Nacht. Die Lage hat ebenfalls gut gepasst. Das Dorf ist klein und man ist zu Fuß schnell überall, weshalb es für uns auch nicht zwingend notwendig war eine Unterkunft direkt am Strand zu haben. Neben Dalia Guest House befindet sich zwar eine Bar, aber die Musik war in unserem Fall eigentlich immer spätestens um Mitternacht vorbei und es handelte sich auch nicht um Partymusik mit lautem und schnellem Bass, sondern es gab meistens Livemusik. Für uns hat das alles gut gepasst. Der Besitzer Hussain ist ein sehr zuvorkommender, junger Mann, der uns überall half, wo es nötig war. Zum Beispiel hat er uns, wie schon erwähnt, im Vorfeld ein Taxi organisiert, das uns vom Flughafen abgeholt und zur Unterkunft gebracht hat. Außerdem hat er über sein indisches Konto unsere Sim-Karte, die nach 30 Tagen ablief, wieder aufgeladen und wir konnten ihm den Betrag in Bar geben und am Abreisetag durften wir den ganzen Tag nach dem Check-Out noch unser Gepäck in der Unterkunft lagern und auch selbst in der Unterkunft sein bis uns ein Fahrer – den nebenbei bemerkt auch Hussain für uns organisierte – abholte. Er hätte uns sogar noch kostenlos ein freies Zimmer angeboten, weil wir erst spät in der Nacht abgeholt wurden, aber wir wollten keine Umstände machen und verbrachten die Zeit auch wunderbar auf der hübschen Gemeinschafts-Terrasse im oberen Stock. Dort konnten wir gemütlich sitzen und es gab sogar Steckdosen. Eines der dortigen Zimmer öffnete er uns noch, falls wir auf die Toilette mussten. Für uns war die Erfahrung im Dalia Guest House eine ganz wunderbare und wir würden dort sehr gerne wieder wohnen, wenn wir noch einmal nach Agonda kommen. Einen vermutlich noch besseren Preis für das Zimmer bekommt man übrigens, wenn man nicht über die booking-App, sondern über WhatsApp bucht. Ich habe Hussains WhatsApp-Nummer und darf die gerne weitergeben, wenn hier jemand über meinen Blogartikel stolpert und interessiert ist. Schreibt mich in dem Fall gerne an.







Fortbewegung in Agonda und Umgebung:
Agonda ist ein nicht allzu großes Dorf und man kommt dort gut zu Fuß zurecht. Will man auch die umliegende Gegend etwas erkunden, dann bietet es sich an einen Roller zu mieten, was jedenfalls in Agonda für uns ziemlich einfach war. Am Straßenrand stand ein Werbeschild und ein paar Roller daneben. Die Roller (Yamaha Fino, 125ccm) sahen gut und noch relativ neu aus und die Dame, die sofort aus dem Haus kam, als wir die Motorräder näher ansehen, wollte nur ein Foto von unserem Führerschein machen, als Absicherung. Wir mieteten dort einen Roller für umgerechnet ca. € 6,80 und bekamen von ihr auch gleich einen Liter Sprit für ca. € 1,35 eingefüllt. Den Treibstoff hätten wir auch bei jemand anderem an der Straße kaufen können, aber uns schien es so einfacher. Helm bekamen wir nur einen, aber die Dame erklärte, dass dort angeblich auch nur der Fahrer einen haben müsse. Polizei haben wir während unseres Aufenthaltes keine gesehen.
Es wäre übrigens auch möglich gewesen bei Hussain im Dalia Guest House einen Roller zu mieten, aber in unserem Fall war es eine spontane Entscheidung, als wir an der Straße daran vorbei gingen.


Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Agonda und Umgebung:
Agonda Beach: Der ca. 3 Kilometer lange Sandstrand lädt für Spaziergänge und zum Verweilen ein. Dort kann man auf einer der Liegen, die häufig von Lokalen angeboten werden, oder auch einfach im Sand Platz nehmen, sich sonnen, auf das Meer sehen, die Zebus (Kühe) und Hunde im Sand beobachten und einfach tief entspannen. Außerdem werden verschiedenste Möglichkeiten zur Aktivität angeboten, wie Surfen, Kajak, Yoga oder Massagen. Zu unserer Reisezeit Anfang Februar 2025 war wenig los und es gab kaum Liegen und Sonnenschirme im Sand, um die Nistplätze der Schildkröten zu schützen, die einmal jährlich zwischen November und April an den Strand kommen, um ihre Eier abzulegen. Wir durften uns aber gegen eine Gebühr einen Sonnenschirm ausleihen, da wir gerne im Sand liegen und damit am Strand auch etwas Schatten bekommen konnten. Wenn man am Strand spaziert kommt man früher oder später an den mit Netzen eingezäunten Nistgruben vorbei, die von lokalen Freiwilligen beobachtet wurden, um sicherzustellen, dass beispielsweise streunende Tiere die Eier nicht schädigen. Wenn man also Glück hat, kann man während seines Besuches dort sogar Schildkröten entdecken, da die Paarungszeit der Tiere während der Hochsaison für Touristen ist. Wichtig ist natürlich dabei, dass die Schildkröten keinesfalls gestört werden und daher ist es gut, ein paar Regeln einzuhalten. Lichtverschmutzung, Lagerfeuer an Stränden und Fotoaufnahmen mit Blitz können Babyschildkröten beispielsweise irritieren. Natürlich gilt, wie überall in der Natur, einen respektvollen Abstand einzuhalten und die stille Beobachterrolle einzunehmen. Während unseres Aufenthaltes konnten wir leider keine Schildkrötenbabys schlüpfen sehen, aber es war interessant dank der Nistgruben und Informationsschilder etwas mehr über das Thema zu erfahren.









St. Anne’s Church: Auf Portugiesisch wird sie „Santa Ana Igreja em Agonda, Goa“ genannt und es handelt sich um eine hübsche blau-weiße Kirche, die auch schlicht als „Agonda Kirche“ bekannt ist. Angeblich besuchen um die 2500 Katholiken die Kirche regelmäßig. Wenn man durch den Ort spaziert, kann man sie kaum übersehen.


Palolem Beach: Um die 10 Kilometer entfernt vom Agonda Beach befindet sich der sehr bekannte Palolem Beach. Dorthin gelangt man gut mit einem geliehenen Motorroller, den man dann am kostenpflichtigen Parkplatz stehen lassen kann. In unserem Fall waren das umgerechnet ca. € 0,60 Parkgebühr für die Nachmittagsstunden. In Palolem und am halbmondförmigen Strand geht es etwas quirliger zu, als im Ruhepol Agonda. Es sind überall mehr Menschen und es fließt auch merkbar häufig Alkohol. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten dort am Strand liegend, oder bei Yoga und Massage zu entspannen oder auch verschiedene Aktivitäten auszuprobieren, wie Wassersport, eine Bootsfahrt durch die Mangroven-Backwaters zu machen, oder sich einem Kochkurs anzuschließen. Wir haben zwei Liegen und einen Schirm bei der Strandbar „Royal Castle“ genutzt und mussten dafür nur etwas aus der Karte bestellen. Für einen Wassermelonen-, einen Ananassaft und ein Wasser haben wir dort umgerechnet ca. € 4,- bezahlt. Palolem ist bekannt für sein Nachtleben. Dabei sollen zum Beispiel auch Silent Discos angeboten werden, bei denen die Partygäste Kopfhörer tragen, über die Musik abgespielt wird. Unser Ausflug zum Palolem Beach hat uns gut gefallen, aber wir waren auch froh über die Entscheidung unsere Unterkunft im ruhigeren Agonda gebucht zu haben.


Lokale und Restaurants in Agonda (und Umgebung):
Zest Vegan and Vegetarian Restaurant: Das Zest ist ein Wohlfühl-Lokal mit hübschem „Boho-Bali-Style“-Ambiente. Die Preise sind definitiv höher, aber im Europa-Vergleich wohl immer noch günstig. Wir haben uns mehrmals hinreißen lassen dort zu frühstücken und auch zu Abend zu essen, weil die Gerichte ausgezeichnet waren und wir dort gerne Zeit verbracht haben. Ab und zu schaut eine Kuh bei der Tür herein, die dann von den Angestellten liebevoll hinauskomplimentiert wird.
- Für 1x Smoothie Bowl, 1x Granola, 1x Cappuccino mit Kokosmilch, 1x Long Black bezahlten wir umgerechnet ca. € 14,70.
- Für 1x Bulletproof Espresso, 1x Kakao, 1x Raw Beetroot Ravioli, 1x Mushroom-Fettuccine bezahlten wir umgerechnet ca. € 19,20.






Agonda Corner: Der Agonda Corner ist sehr beliebt und man braucht etwas Glück um einen der wenigen Plätze zu ergattern. Wenn man aber ein wenig vor bzw. nach den Stoßzeiten kommt, ist das aber gar kein Problem. Wir haben zweimal dort gegessen und es war ausgezeichnet und die Preise wirklich günstig im Vergleich.
- Für 1x Pumpkin Masala Curry, 2x Chapati, 1x Pasta, 1x Wasser, 1x Americano, 1x Soja-Cappuccino, 1x Vegan Bliss Balls bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,-.
Taste of Tamil: Im Taste of Tamil haben wir einmal indisch gefrühstückt und mochten es sehr. Außer uns waren kaum Gäste dort und die Mitarbeiter kümmerten sich sehr freundlich um uns.
- Für 1x Masala Dosa, 1x Butter Masala Dosa, 1x Samba Idli, 1x Dal Wada, 1x Wassermelonesaft, 1x Soda-Zitron bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,-.




Ram G. Bakery & Romya Restaurant: Direkt neben unserer Unterkunft verbrachten wir auch mehrmals Zeit in diesem Restaurant. Hier gibt es Frühstück und süßes Gebäck, Kaffee auch mit pflanzlicher Milch und viele Gerichte für Mittag- und Abendessen. Plätze gibt es mehr als genug und an manchen Tischen am Rand findet man sogar Steckdosen, sodass man dort auch gut mal einige Zeit am Laptop sitzen kann.
- Für 1x Breakfast-Set, 1x Chocolate Bracket, 1x Soja-Cappuccino, 1x Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 8,50.




Little Plantain Leaf: Super Essen, liebe Familie, gute Preise – was soll ich mehr sagen?
- Für 1x Coconut Masala Dosa, 1x Veg. Noodles, 1x Pineapple Juice, 1x Kingfisher large, 1x Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 8,70.

The Mill (Palolem): Bei unserem Ausflug nach Palolem machten wir Halt in diesem Café und mochten das Ambiente dort auch sehr gerne. Als wir dort waren, war es ziemlich gut besucht und wir ergatterten glücklicherweise den letzten freien Zweiertisch.
- Für 1x Americano, 1x Cappuccino mit Kokosmilch, 1x Fruit Platter bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,70.





Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:
Zu unserem nächsten Stopp fuhren wir mit dem Zug, also brachte uns erst ein persönlicher Fahrer (den uns, wie schon erwähnt Hussain, unser Host, organisierte) von unserer Unterkunft in Agonda zum ca. 36 Kilometer entfernten Bahnhof „Madgaon“. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde und wir bezahlten umgerechnet ungefähr € 22,60 dafür. Von dort aus fuhren wir mit dem Nachtzug ca. 12 Stunden nach Kochi (Station: Ernakulam Town North) im indischen Bundesstaat Kerala. Wir buchten für den Zug wieder die „2A-AC Zweier-Hochbett-Schlafwagen“-Klasse, konnten aber nur noch zwei Schlafbetten in unterschiedlichen Waggons ergattern. Für uns war das kein Problem und die Fahrt verlief sehr ruhig und problemlos.



Das war unser sehr entspanntes Abenteuer in Goa. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Agonda zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
