Kolkata

Kolkata – Das kulturelle Herz Ostindiens:

Kolkata ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen. Bis 1911 war Kolkata die Hauptstadt Britisch-Indiens und hieß noch bis 2001 „Calcutta“ bzw. „Kalkutta“. Heute ist sie für ihre großartige Kolonialarchitektur, ihre Kunstgalerien und Kulturfestivals bekannt. Die Stadt liegt am Hooghly-Fluss, einem Nebenfluss des Ganges. Es herrscht tropisch-feuchtes Monsunklima mit heißem Sommer und mildem Winter. Wir fanden heraus, dass es von Kolkata relativ günstige Flüge nach Thailand gibt, weshalb wir die Stadt für den letzten Stopp unserer Indien-Rundreise festlegten.

Unsere Anreise nach Kolkata:

Da die Strecke von Chennai nach Kolkata laut Google Maps ca. 1670 Kilometer beträgt und das für eine Zugfahrt zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde, entschlossen wir uns per Inlandsflug anzureisen. Unser Flug mit der Fluggesellschaft „IndiGo“ kostete € 57,16 pro Person und dauerte ca. 2 Stunden, bis wir am Zielort ankamen. Am Flughafen in Kolkata angekommen, findet man bei Verlassen des Gebäudes viele Taxi-Stände von unterschiedlichen Organisationen. Hier gibt es die Möglichkeit über eine Transport-App, wie Uber, Ola, InDrive, Rapido etc. ein Taxi zu rufen, das dich dann von einem der Abholstände einsammelt. Wir haben uns die Preise über die Apps angesehen und dann über Rapido gebucht. Der Preis ist vorher über die App fixiert, somit weiß man auch, welcher Preis fair ist und fühlt sich damit sicherer. Der Fahrer kam in einem ziemlich klapprigen Auto an und der Kofferraum ließ sich erst nicht richtig schließen, bis der Fahrer mit etwas eingesetzter Gewalt doch schaffte. Für den Preis von umgerechnet ca. € 6,50 waren wir aber froh, zu unserem Hotel gebracht zu werden. Leider folgte beim Aussteigen eine unangenehme Szene, denn der Fahrer verlangte plötzlich mehr Geld als in der App ausgemacht war. Wir verwiesen auf den Fixpreis, der in der App zu sehen war, aber er sprach von irgendwelchen Parkgebühren, die er angeblich hätte bezahlen müssen. Nach längerer Diskussion zog er erbost ab. Wir hatten ihm ja sogar ein Trinkgeld gegeben, aber scheinbar war ihm das nicht genug. Oft sind wir westlichen Touristen in den Augen mancher Inder reich und deshalb fänden sie es vermutlich angebracht, wenn man mehr Geld abgibt. Auch, wenn wir natürlich privilegiert sind und reisen können, müssen wir aber leider trotzdem mit unserem angesparten Vermögen haushalten, wenn wir noch etwas mehr von der Welt sehen möchten. Jedenfalls solange wir von unserem Ersparten leben.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Kolkata:

Red Arrow Residency: Unsere Unterkunft wählten wir aufgrund der Lage und bezahlten hier für ein Doppelzimmer inklusive Frühstück € 30,55 pro Nacht. Wir blieben für 3 Nächte. Es war erst nicht einfach das Hotel zu finden, da man erst durch einen Innenhof und dann durch eine Garage gehen musste, um den Eingang zu erreichen. Mit einem Aufzug fuhren wir zur Rezeption und meldeten uns an. Der Aufbau der Unterkunft ist außergewöhnlich, da es sich um Wohnungen in mehreren Stockwerken handelt. Pro Wohnung gab es immer mehrere Zimmer (inkl. eigenem Badezimmer im Zimmer), eine Küche und einen Mann (Housekeeper), der als Ansprechperson durchgehend anwesend war, das Frühstück in der Küche vorbereitete und im Gemeinschafts-Speisezimmer servierte. Man hätte auch Abendessen beim Housekeeper bestellen können, musste das aber schon am Vortag anmelden. Da wir diesen Zeitpunkt verabsäumten, durften wir aber auch einmal Essen über einen Lieferdienst (Zomato) bestellen und im Esszimmer verspeisen. Die Lage war für uns gut, da wir zu Fuß zu manchen Sehenswürdigkeiten gehen konnten und sich auch die Metro in unmittelbarer Nähe befand.

Fortbewegung in Kolkata:

Die „Metro Kolkata“ war die erste U-Bahn Indiens. Von ihrer Eröffnung im Jahr 1984 bis zur Eröffnung der Delhi Metro 2002 war sie zudem die einzige ihrer Art im Land. Mit ihr kann man die Stadt sehr günstig auf eigene Faust erkunden. Wir sind beispielsweise von unserer Unterkunft bei der Station „Rabindra Sadan“ für € 0,05 eine Station zur Park Street gefahren. Sonst sind wir überall auch gut zu Fuß zurechtgekommen.

Übrigens ist Kolkata bekannt für seine gelben Taxis, die seit 1962 ein fester Bestandteil des Stadtbildes sind und auch als ein Wahrzeichen der Stadt gelten. Wegen veralteter Motoren und überschrittener Emissionsgrenzen müssen sie allerdings bis spätestens 2027 durch moderne, CNG-betriebene „Yellow Heritage Cabs“ ersetzt werden.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Kolkata:

St. Paul’s Cathedral: Die St. Pauls Kathedrale ist eine anglikanische Kirche im neugotischen Stil, deren Grundstein 1839 gelegt wurde und Fertigstellung dann im Jahr 1847 erfolgte. Beim Betreten des Areals bezahlten wir eine geringe Gebühr von umgerechnet ca. € 0,10 pro Person als Eintritt. Kirchen sind ja nicht unbedingt mein vorrangiges Interessensgebiet, aber ich muss zugeben, dass ich ein wenig Gänsehaut beim Eintritt in das Gebäude hatte. Die hohen Räume und alten Statuen faszinierten mich. Im linken Bereich nahmen wir auf den Holzbänken, auf denen Männer und Freuen getrennt saßen, Platz und lauschten dem Pianisten vorne neben dem Altarbereich. Wir fanden diesen Moment so schön, dass wir eine Zeit lang einfach nur dasaßen und die ganze Szenerie auf uns wirken ließen.

Queen Victoria Memorial & Garden: Unweit der St. Pauls Cathedral befindet sich das Queen Victoria Memorial & Garden. Wir spazierten also zu Fuß dorthin und beschlossen aber den Eintritt nur für den Garten zu bezahlen und das Gebäude dort nur von außen zu bewundern. Der Garten ist gepflegt und bietet sich für einen Spaziergang an bzw. lädt durch seine Parkbänke auch zum Verweilen ein. Für den Eintritt in den Garten bezahlten wir umgerechnet € 0,34 pro Person. Das Victoria Memorial ist ein zu Ehren von Königin Victoria von Großbritannien errichtetes Denkmal, das 1921 fertiggestellt wurde und in dem sich heute ein Museum befindet. Der Stil des Gebäudes wurde als indo-sarazenisch beschrieben, da er Elemente der indisch-islamischen Architektur beinhaltet. Außerdem enthält es Anspielungen auf das Taj Mahal, da es ebenfalls in weißem Makrana-Marmor erbaut wurde. Wir spazierten sehr entspannt durch die schöne Gartenanlage und kamen dort mit zwei jungen Indern ins Gespräch.

Park Street & Mutter Teresa Statue: Die Park Street ist eine berühmte Durchgangsstraße in der Innenstadt. Sie ist auch bekannt als „Straße, die niemals schläft“, denn hier gibt es unzählige Restaurants und Pubs. Viele Hotels, Geschäfte und Einkaufszentren finden man hier ebenfalls, was sie wohl zu einer der meistbesuchten Orte Kolkatas macht. Geht man die Straße entlang kommt man früher oder später an einer Mutter Teresa Statue vorbei. Auf einem 3,5 Meter hohen Granitsockel ist die 200 Kilogramm schwere Statue platziert, die Mutter Teresa zeigt, die ihre Hände zum traditionellen indischen Gruß gefaltet hat. Mutter Teresa war eine indische römisch-katholische Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft. Sie gründete den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Weltweit bekannt wurde sie durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt. Neben vielen Bewunderern gibt es allerdings auch einige Kritiker, die ihre Arbeit nicht als selbstlos bezeichnen.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Fort William: Die Festung soll eine der größten militärischen Anlagen der Britischen Ära in Indien sein und erstreckt sich über ein Gebiet von 70,9 Hektar. Nur bestimmte Bereiche des Forts William sind zu speziellen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich.
  • Marble Palace: Der Marmorpalast ist ein Herrenhaus, das 1835 errichtet wurde.
  • M.p. Birla Planetarium: Dies soll Asiens größtes Planetarium sein und täglich Aufführungen über das Universum in Hindi, Englisch und Bengali bieten.
  • Kalighat-Tempel: Der schlichte, typisch bengalische Tempel ist wohl Kolkatas wichtigster Tempel. Er wurde 1809 errichtet und der schwarzen Göttin Kali geweiht.
  • South Park Street Cemetery: Hierbei soll es sich um einen der größten christlichen Friedhöfe außerhalb Europas und Amerikas handeln. Der Friedhof beherbergt die Gräber und Denkmäler vieler britischer Kolonialbeamter, Soldaten, Kaufleute und ihrer Familien und ist heute ein Ort der Ruhe und Geschichte Er vereint Stile wie Gotik, Neoklassik und Indo-Sarazenische Architektur.
  • Dakshineshwar-Tempel: Der Dakshineshwar-Tempel ist eine historische hinduistische Tempelanlage am Ufer des Flusses Hooghly. Die Tempelanlage ist eine wichtige Pilgerstätte für Hindus und ein bedeutendes kulturelles Erbe Bengalens.
  • New Market Area: Der New Market ist ein historisches und geschäftiges Einkaufszentrum mit über 2.000 Ständen, das eine große Vielfalt an Waren wie Kleidung, Schmuck, Gewürze und Kunsthandwerk anbietet.
  • Eden Gardens: Die Eden Gardens sind ein internationales Cricketstadion in Kolkata, das 1864 erbaut wurde und als ältestes Cricketstadion Indiens gilt.
  • Indian Museum: Das Indian Museum gilt noch vor dem Nationalmuseum in Neu-Delhi als größtes und ältestes Museum des Landes.
  • Birla Mandir: Birla Mandir bezieht sich auf eine Reihe moderner hinduistischer Tempel, die in ganz Indien von der Birla-Familie erbaut wurden. Es gibt sie beispielsweise auch in Delhi, Jaipur und Hyderabad. Sie sind bekannt für weißen Marmor, detaillierte Schnitzereien und Rajasthani-Architektur.
  • Howrah Bridge: Der offizielle Name dieser 85 Meter hohen und 670 Meter langen Stahlfachwerkbrücke lautet „Rabindra Setu“. Sie soll mit einer Spannweite von 457,5 Metern eine der längsten Auslegerbrücken der Welt sein. Sie wird täglich von Millionen Fahrzeugen und Fußgängern genutzt.
  • Thomas Church: Die St. Thomas Church in Kalkutta ist eine historische anglikanische Kirche im Kolonialstil, die 1833 gegründet wurde und sich in der Nähe des Victoria Memorial und der Park Street befindet.
  • Grave of Mother Teresa: Das Grab von Mutter Teresa befindet sich im „Mother House“, dem Hauptsitz der von ihr gegründeten Ordensgemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe.

Lokale und Restaurants in Kolkata:

Black Brick Cafe: Dieses Restaurant befand sich in der Nähe unserer Unterkunft, weshalb wir entschieden an unserem Ankunftstag dort zu Abend zu essen. Vegane Speisen gab es nicht, aber vegetarische Pizza. 

  • Für 1x Pizza, 1x 1l Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 7,90.

Uncle Peter’s Pancakes: Für einen kleinen Zuckerschock, sind Uncle Peter’s Pancakes die richtige Wahl. Natürlich ungesund, aber eine sehr leckere Sünde.

  • Für 2x Americano, 1x Tiramisu-Pancake, 2x Cookie-Pancakes bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,60.

Le Coffee Creme: Hier machten wir eine Kaffee- und Brownie-Pause vom Spaziergang durch die Stadt. Kann man machen, muss man natürlich nicht.

  • Für 2x Americano, 1x Sizzling Brownie bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,-.

Teekha: Hier gab es günstiges Essen, allerdings Fast-Food, wie wir dort feststellten. Ob es noch geöffnet ist, ist unklar, da es auf Google Maps mittlerweile als „dauerhaft geschlossen“ eingetragen ist.

  • Für 1x Vada Pav, 1x Tandoori Roll, 1x Tawa Pulau, 1x Wasser 0,5l bezahlten wir umgerechnet ca. € 4,50.

Little Roti: Das Little Roti ist ein rein vegetarisches Restaurant, in dem gute indische Küche serviert wird. Wir kamen gerade rechtzeitig, als der Tandoori-Ofen angeheizt wurde. Naan aus dem Tandoori-Ofen ist immer die beste Wahl!

  • Für 1x Dal Makhani, 1x Pindi Chana, 1x Plain Naan, 1x Garlic Naan bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,-.

Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:

Kolkata war der letzte Stopp unserer sechswöchigen Indien-Rundreise. Im Anschluss flogen wir von Kolkata nach Thailand weiter. Für unseren Direktflug mit der Fluggesellschaft „Air Asia“ bezahlten wir € 122,- pro Person und der Flug dauerte ungefähr 2,5 Stunden bis wir in Bangkok landeten.

Das war unser Abenteuer in Kolkata. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Kolkata zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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