Can Tho

Can Tho – Hauptstadt des Mekong-Delta

Can Tho ist die größte Stadt im Mekong-Delta und besonders bekannt für die „schwimmenden Märkte“. Die Stadt ist ein wichtiges Handelszentrum dieser Region und bietet Besuchern authentische Einblicke in das Leben am Fluss. Can Tho verfügt außerdem über einen eigenen Flughafen mit Verbindungen zu größeren vietnamesischen Städten. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie groß die Stadt sein würde. Zuvor hatte ich mich allerdings auch noch kaum mit dem Mekong-Delta beschäftigt, aber irgendwie stellte ich es mir wohl so vor, wie es vor langer Zeit einmal ausgesehen haben könnte. Der erste Kontakt war dann klarerweise augenöffnend. Große Straßen mit viel Verkehr, sich bewegende Reklame-Tafeln an den großen Bankgebäuden und verhältnismäßig hohe Hotels prägten das Stadtbild. Bei einem Spaziergang durch die Straßen, konnten wir dann aber noch näher hinsehen und kleine, dampfende Garküchen entdecken, um die herum die Vietnamesen und Vietnamesinnen mit ihren Kindern auf kleinen Plastikhockern saßen, den an ihnen vorbeiziehenden Verkehr beobachteten, aßen und sich unterhielten. Einmal wurden wir auf der Straße von einer kleinen Gruppe Schüler angesprochen, die uns für ein Unterrichtsprojekt auf Englisch interviewen wollten. Von der ursprünglichen, traditionellen Lebensweise spürt man in der Großstadt kaum mehr etwas. Aber es gibt sie noch und um sie zu beobachten muss man einfach ein bisschen tiefer hinein in die Kultur und mit einem Boot in die ruhigen Seitenarme des Mekong.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Can Tho:

  • 14.10. – 16.10.2025 (2 Nächte)

Unsere Anreise nach Can Tho:

Über die App „12go Asia“ buchten wir Tickets von Rach Gia nach Can Tho und zwar mit der Busgesellschaft „FUTA“. Uns wurde dieser Bus sehr von unserer Gastgeberin aus Can Tho empfohlen und sie schickte uns auch die Adresse des Büros, in dem wir die Tickets in Rach Gia vor Ort kaufen hätten können. Wir wählten aber den gemütlichen Weg und buchten online, anstatt über 20 Minuten in der Hitze dorthin zu gehen. Der große Vorteil bei dieser Busgesellschaft ist, dass auch ein Shuttle-Bus von und zum Hotel inkludiert ist. Das heißt, wir wurden in Rach Gia ohne Aufpreis vom Hotel abgeholt und zum Bus gebracht und in Can Tho dann mit dem Shuttle wieder ohne Aufpreis zur Unterkunft befördert. Ein super Angebot! Für die Tickets bezahlten wir über die App am Ende ca. € 6,70 pro Person. Kauft man die Tickets im Ticket-Office, kann man ein bisschen sparen, denn dort kosten sie offenbar 155.000 Dong p.P. (= ca. € 5,15). Die Fahrt war mit 3 Stunden angegeben, was auch in etwa gestimmt hat. Bei der Hälfte der Fahrtzeit wurde an einem Ort eine ca. 25-minütige Pause gemacht, an dem man auch etwas zu essen und trinken bestellen konnte. Die vegetarischen Optionen waren dort allerdings überschaubar, also kauften wir einfach zwei Stück Kuchen und einen Kaffee. Als wir in Can Tho am Busbahnhof ankamen, standen dort etliche Shuttlebusse bereit. Achtung, hier kann es passieren, dass man von Taxifahrern angesprochen wird, die einem erklären, dass es kein gratis Shuttle gibt und eine dann für viel Geld zur Unterkunft bringen wollen. Die muss man in jedem Fall ignorieren und einfach direkt in das Gebäude rein, um bei dem Mitarbeiter am Schalter zu erfragen in welchen der vielen Shuttlebusse man einsteigen soll. Dabei sollte man übrigens nicht allzu viel Zeit vertrödeln, denn als wir mit der Info „Bus Nr. 21“ wieder aus dem Gebäude rauskamen, sahen wir den Shuttlebus gerade langsam vom Parkplatz rollen. Schnell deuteten wir ihm, dass wir auch noch mitwollen und er nahm uns mit, nachdem wir ihm die Adresse gezeigt hatten. Das alles war ein wenig stressig, also ist es ratsam die Adresse der Unterkunft schon am Handy offen zu haben, wenn man ins Büro hineingeht, um sie dem Mann am Schalter zu zeigen und die Adresse nicht zu schließen bevor man im Shuttle sitzt. Am Ende hat alles geklappt und das Angebot ist für den Preis wirklich toll. Gut zu wissen ist vielleicht noch, dass man nicht erwarten darf, dass jemand Englisch spricht. Die Durchsagen im Bus sind auf Vietnamesisch (z.B. für die Pause) und mit allen Mitarbeitern konnten wir uns nur mit den Händen deutend verständigen. Wenn man also eine dringende Frage hat, dann hilft „Google Translate“ oder ein anderes Übersetzungsprogramm hier vielleicht besser weiter.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Can Tho:

Thanh Ha Guesthouse: Ich wählte dieses Guesthouse, weil ich viel zu Ms. Ha und ihren authentischen Mekong-Delta-Touren gelesen hatte. Man kann ihre Tour zwar auch buchen, wenn man nicht in ihrem Guesthouse nächtigt, aber so kam mir das am einfachsten vor und die Zimmer ihres Guesthouses sind auch in einer guten Low-Budget-Preisklasse. Wir bezahlten beispielsweise für unser Doppelzimmer € 11,40 pro Nacht. Als wir gegen 16 Uhr ankamen, war Ms. Ha gerade mit Touristen bei einer Tour unterwegs, daher nahm uns ihre Mitarbeiterin in Empfang, deren einziges englisches Wort „hello“ war. Es war total witzig, sie deutete uns zu setzen, begleitet mit einem „hello“. Dann stellte sie uns einen Teller mit Ananas- und Wassermelonenstücken, der schon im Kühlschrank vorbereitet wartete, und einen Tee auf den Tisch, begleitet mit den Worten „hello, ham ham“. Sie rief Ms. Ha per Videocall an, die uns dann auf Englisch willkommen hieß und erklärte, wann sie zurück sei, um alles Weitere zu besprechen. Nach dem Telefonat überreichte die Mitarbeiterin uns eine ausgedruckte Karte der Umgebung, auf der Geldautomaten und ein Restaurant eingezeichnet waren mit den Worten „hello, ATM“ & „hello, ham ham“ und führte uns ins Zimmer. Dort zeigte sie uns jeden einzelnen Schalter, jedes Mal begleitet mit dem Wort „hello“. Man muss sich das so vorstellen: Sie sagte „hello“, drückte einen Schalter, ein Licht ging im Bad an, dann machte sie es wieder aus. Sie sagte wieder „hello“, drückte den nächsten Schalter, die Lüftung im Bad ging an, dann schaltete sie sie wieder aus. Und so ging das mit allen sechs Schaltern, bevor wir noch eine Vorführung bekamen, wie man das heiße Wasser in der Dusche ein- und wieder ausschaltet. Das Grande Finale war dann am Ende der Zettel an der Tür auf den sie zeigte. Dieses Mal sagte sie aber nicht wie üblich „hello“, sondern „Wifi“ und als wir näher hinsahen, war das Passwort „hellohello“. Wir mussten erstmal laut lachen, so skurril war diese ganze Showeinlage. Das Zimmer war sehr basic und roch auch ein bisschen komisch, aber es war sauber und völlig ausreichend für die zwei Nächte. Es gab ein Bett, einen kleinen Tisch mit zwei Sesseln und eine Klimaanlage. Im Eingangsbereich der Unterkunft stand ein großer Kühlschrank mit Getränken, die man käuflich erwerben konnte. Die Preise waren in Ordnung und wir kauften zwei 1,5l Wasserflaschen um 30.000 Dong (= ca. € 1,-). Ms. Ha bietet drei verschiedene Touren an, wobei wir die Wahl hatten eine oder zwei zu machen, da wir ja nur einen vollen Tag in Can Tho waren. Die Vormittagstour, meinte sie, würde von 05:15 bis ca. 11 Uhr dauern und 1 Mio. Dong p.P. kosten (= ca. € 33,-) und die Nachmittagstour von 13 Uhr bis ca. 18 Uhr würde nochmal 1,5 Mio. Dong p.P. (= ca. € 50,-). Wir haben nicht ganz verstanden, was es bei der Nachmittagstour zu sehen gibt, aber es war uns ohnehin zu teuer, weshalb wir uns direkt für die Vormittagstour entschieden. Sie gab uns dann noch einen kleinen Rabatt, da noch eine weitere Person angemeldet war und wir zu dritt im Boot sein würden, also bezahlten wir am Ende 800.000 Dong pro Person (= ca. € 26,-), was auch eigentlich der Preis war, mit dem wir ursprünglich (auf Rezensionen beruhend) gerechnet hatten.

Fortbewegung in Can Tho:

Taxi (über Grab): In Can Tho gibt es die Möglichkeit ein Taxi über die Grab-App zu buchen, was wir auch einmal gemacht haben, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Funktioniert einwandfrei.

Zu Fuß: Da wir hauptsächlich für die Tour mit Ms. Ha in Can Tho waren und sonst keine Sehenswürdigkeiten am Plan standen, reichte es völlig aus uns zu Fuß in der Umgebung zu bewegen. Geldautomaten, Restaurants – alles in der Umgebung zu Fuß erreichbar.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Can Tho:

Mekong-Delta-Vormittagstour mit Ms. Ha (vom Thanh Ha Guesthouse): Die Tour mit Ms. Ha war für uns ein Highlight. Wir bezahlten umgerechnet ca. € 26,- pro Person (waren 3 Teilnehmer insgesamt) und hatten auch Verpflegung an diesem Tag inklusive. Unsere Tour startete um 05:15 beim Guesthouse und endete gegen 11 Uhr auch dort. Vom Guesthouse spazierten wir noch im Dunklen durch die langsam erwachende Stadt bis zur Boot-Anlegestelle. Dort stiegen wir ein und fuhren auf dem Mekong bei Sonnenaufgang ca. 7 Kilometer bis zum Cai Rang Floating Market. Während der Fahrt verspeisten wir das von Frau Ha mitgebrachte Frühstück, was in unserem Fall vegetarisch war, da wir das zuvor angefragt hatten. Es gab süßes Sesambrot, Eiskaffee und Früchte. Außerdem noch den Coconut-Stickyrice, den sie vor dem Einsteigen aufs Boot noch an der Straße für uns gekauft hatte. Dann fuhren wir langsam zwischen den großen und kleineren Verkaufsbooten am Floating Market vorbei, sodass wir Zeit hatten zu beobachten und viele Fotos zu schießen. Ms. Ha gab uns während der Fahrt einige Informationen und wir konnten jederzeit Fragen stellen. Außerdem stand bei der Tour auch noch ein Spaziergang über einen Markt an Land am Plan. Dort waren wir die einzigen Touristen und durften zusehen, wie Tofu hergestellt wurde. Ms. Ha kaufte auch dort wieder einige Früchte und Snacks für uns ein, die wir danach am Boot bekamen. Mit diesem fuhren wir auch in kleineren Seitenarmen des Mekong und konnten die Ruhe dort und üppigere Vegetation genießen. Dort bekamen wir auch einen Einblick in das traditionelle Leben und sahen die Hütten aus Holz und Blech auf Stelzen am Ufer stehen. Zum Abschluss durften wir an Land noch in einige Handwerksbetrieben bei der täglichen Arbeit zusehen. Wir sahen wie Reisnudeln in allen Varianten auf unterschiedliche Arten hergestellt wurden und durften auch selbst ab und zu Hand anlegen. Fast überall waren wir die einzigen Touristen und Ms. Ha hat alles für uns perfekt organisiert. Die Menschen waren freundlich und offen und wir fühlten uns wie Gäste und nicht wie Zuschauer einer Showeinlage. Essen brauchten wir übrigens an dem Tag nicht mehr wirklich, da es so viele Snacks auf dem Boot gab und wir sogar noch welche mitnehmen konnten.

Can Tho Love Bridge: Die Love Bridge ist eine hübsche Fußgänger-Brücke, die abends bunt beleuchtet ist. Man spaziert am Ufer des Mekong entlang und erreicht sie so bald. Abends ist dort immer was los.

Ho Chi Minh Monument: Dieses Denkmal sieht man ebenfalls wenn man hier am Ufer des Mekong entlang spaziert. Hier treffen sich viele Einheimische abends, um ihre Freizeit zusammen zu verbringen.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Night Food Market: Es gibt eine Markthalle am Ufer und davor soll abends angeblich ein kleiner Food Night Market aufgebaut werden.
  • Phong Dien Floating Market: Ein weiterer Floating Market, an dem laut Ms. Ha mittlerweile nicht mehr viel los ist, weshalb sie ihn aus ihrer Tour gestrichen hat. Früher fing ihre Tour schon gegen 03:30 an und man fuhr erst zu diesem Floating Market, da er weiter entfernt ist und am Rückweg dann zum Cai Rang Floating Market.

Lokale und Restaurants in Can Tho:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

Ngon Vegan Bistro & Cafe: Das Ngon ist ein nettes kleines Bistro mit sehr freundlichen Mitarbeitern. Das Essen fanden wir sehr gut und das Ambiente mit den einheitlichen Keramikschälchen und -löffel echt schön. Es gibt auch eine Dachterrasse zu der man mit einem kleinen Aufzug fahren kann. Von unserer Unterkunft war es ein ca. 10-minütiger Spaziergang bis zum Bistro.

  • Für 2x Eiskaffee mit Nussmilch, 1x kl. Wasser, 2x Reis, 1x Tofu Chili Basil, 1x Young Jackfruit braised in Coconutmilk bezahlten wir umgerechnet ca. € 8,50.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Can Tho wollten wir weiter nach Tra Vinh. Hier war es aber nicht möglich über die App „12go Asia“ zu buchen, also baten wir unsere Gastgeberin in Can Tho, Ms. Ha, um Hilfe. Sie fuhr kurzerhand mit Consti auf ihrem Scooter zur Bushaltestelle und zeigte ihm genau, von welcher Stelle der richtige Bus abfahren würde. Ms. Ha kannte dort alle Mitarbeiter, da sie offenbar selbst dort eine Zeitlang gearbeitet hatte. Der Einstieg war bei „Phuong Trang FUTA Express Cai Rang“ (= Name auf Google Maps) – wir gingen rechts am Gebäude vorbei und nach ganz hinten bis Nummer 15. Ticket mussten wir im Vorfeld keines besorgen und wir konnten einfach ohne in den dort schon wartenden Bus einsteigen. Der Bus fuhr hier um 11:50 los und war dann bei der zweiten Station um ziemlich genau 12 Uhr, wo auch noch einige Menschen zustiegen. Das Ticket kostete 120.000 Dong pro Person, welches wir im Bus während der Fahrt (erst bei der zweiten Station) bezahlten. Die Fahrt bis Tra Vinh dauerte ca. 2 Std. und 45 Min.

Das war unser Abenteuer in Can Tho. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Can Tho zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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