Chiang Dao – Untouristischer Ort im Norden
Chiang Dao ist ein kleiner Ort im Norden Thailands, der bekannt ist für seine beeindruckende Natur und kulturelle Vielfalt. Die Region ist von eindrucksvollen Bergen umgeben, darunter der „Doi Chiang Dao“, der dritthöchste Berg Thailands. Besonders beliebt ist die Chiang Dao Höhle, die viele Besucher mit seinen prachtvollen Stalaktiten und Stalagmiten anzieht. Die Gegend bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Vogelbeobachtung und den Besuch von Wasserfällen. Der Ort ist das ruhige Gegenstück zu Pai und Reisende, denen Pai mit seinen westlichen Restaurants und hippen Cafés bereits zu touristisch ist, besuchen Chiang Dao, um ein bisschen authentisches Nord-Thailand zu erleben.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Chiang Dao:
- 09.04.-10.04.2025 (1 Nacht)
Unsere Anreise nach Chiang Dao:
Unsere Anreise nach Chiang Dao erfolgte mit dem gemieteten Roller aus Chiang Mai. Für die Strecke brauchten wir insgesamt ca. 1,5 Stunden (ohne Pause) und fuhren dabei die meiste Zeit auf dicht befahrenen, breiten Autostraßen. Umso weiter man nach Chiang Dao kommt, desto ländlicher wird die Gegend und man hat auch manchmal die Möglichkeit Einheimische bei ihrem Alltag in kleineren Dörfern zu beobachten. Auf dem Weg raus aus der Stadt Chiang Mai wurden wir übrigens von Polizisten angehalten. Dabei wurden unsere internationalen Führerscheine kontrolliert. Weil alles gepasst hat, durften wir unsere Fahrt ohne Weiteres fortsetzen. Der Polizist war freundlich, fragte uns noch wohin wir wollten und wünschte uns einen schönen Ausflug.


Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Chiang Dao:
Chiang Dao Hostel: Da wir nur eine Übernachtung in Chiang Dao geplant hatten und gleichzeitig das Zimmer in Chiang Mai, in welchem unser Gepäck blieb, weiterzahlten, wollten wir nur eine ganz günstige Unterkunft buchen. Diese haben wir im Chiang Dao Hostel gefunden. Hier haben wir für eine Übernachtung im kleinen Doppelzimmer nur umgerechnet € 10,10 bezahlt. Allerdings haben wir diese Entscheidung recht bald nach Ankunft dort ziemlich bereut. Das Zimmer war das schmutzigste, das wir in unseren bis dahin sechs Monaten auf Reisen erlebt hatten. Und wir waren in der Zeit davor sogar in Nepal und Indien, also war das schon eine Leistung. Im Zimmer waren lebende und tote Ameisen überall am Boden und ich wollte dort lieber nicht ohne Schuhe gehen. Das Bett war sauber und die Handtücher rochen auch frisch gewaschen. Das Badezimmer war im Außenbereich, wenn man zum Balkon hinausging. Dort war direkt das Waschbecken mit einem Spiegel und hinter einer Tür das WC und die Dusche. In diesem Raum waren unzählige tote Insekten am ganzen Boden verteilt und schwammen im WC. Da ich diesen Raum niemals ohne Schuhe betreten hätte, war zu duschen leider nicht möglich. Positiv war, dass es zum Balkon hinaus auch eine Tür mit Fliegengitter gab und deshalb keine Moskitos im Zimmer waren. Dennoch war die Nacht dort keine angenehme für uns und wir würden wohl das nächste Mal doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um ruhig schlafen und auch duschen zu können.









Fortbewegung in Chiang Dao:
Motorroller: Wir reisten mit unserem 125 ccm Roller an, den wir in Chiang Mai gemietet hatten. Ohne Moped ist es schwierig sich dort fortzubewegen. Durch den Ort geht eine große, gut befahrene Straße und alle Sehenswürdigkeiten sind im Umkreis von mehreren Kilometern verstreut.
Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Chiang Dao:
Geplant war eigentlich all die untenstehenden Aktivitäten zu machen, aber nach unserer Nacht im Hostel, in dem wir auch nicht richtig duschen konnten, hatten wir am nächsten Morgen keine Lust noch herumzufahren und fuhren deswegen auf direktem Weg nach Chiang Mai zurück. Die Dusche im Hotel war dann göttlich und auch die Croissants von unserer Lieblingsbäckerei mit Kaffee als Brunch in Chiang Mai. Naja, was soll ich dazu noch sagen. Ich liste die Aktivitäten aber dennoch auf. Sollten wir nochmal in die Gegend kommen, wären das ein paar Ausflugsideen, die wir wohl nachholen würden.
Chiang Dao Cave: Um die Höhle herum befindet sich eine Tempelanlage, nämlich der „Wat Tham Chiang Dao“, mit hübschen Statuen und einigen Mönchen, die sich dort aufhalten. Die Bänke am Fischteich laden zum Verweilen ein, um die Atmosphäre des Ortes auf sich wirken zu lassen. Die „Thum Phra Non“ Höhle, die sich dort im Chiang Dao Nationalpark befindet ist auch bekannt als „Schlafende Buddha-Höhle“. Sie ist bekannt für ihre beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten sowie für die Statue eines schlafenden Buddha, die unter anderen Statuen in der 360m langen Höhle zu finden ist. Die Höhle hat sowohl religiöse als auch kulturelle Bedeutung und zieht sowohl Touristen als auch Pilger an. Besucher können die Höhle erkunden und die faszinierenden Formationen bewundern, die über Jahrtausende durch Wasser- und Mineralablagerungen entstanden sind. Am Eingang ist eine Gebühr von 40 Baht (= ca. € 1,-) pro Person fällig und wenn man dann die ersten Stufen hinuntergeht, steht man bald in einer größeren Kammer, wo bereits mehrere Thais darauf warten eine Tour zu verkaufen. Was man nämlich dann drinnen erst erfährt ist, dass man nur einen kleinen Teil der Höhle auf eigene Faust erkunden darf. Dieser Bereich ist beleuchtet. Den größeren Teil darf man aus Sicherheitsgründen nur mit einem Guide besichtigen. Die freundliche Dame meinte, es würde 200 Baht (= ca. € 5,30) für uns beide kosten. Nachdem wir das bezahlt hatten, ergänzte sie noch, dass das aber nur der Eintritt für den Tempel ist und der Guide ein Trinkgeld erwarten würde, da er das ehrenamtlich macht und dafür nicht bezahlt wird. Das Ganze gibt einem also ein bisschen Gefühle einer Touristen-Abzocke, aber hat sich für uns im Endeffekt dennoch ausgezahlt, denn die Höhle ist aus unserer Sicht wirklich sehenswert. Unser Guide war eine junge Thai, die mit einer Gaslampe voranging und uns alle möglichen Felsformationen und schlafende Fledermäuse zeigte. Außerdem mussten wir an manchen Stellen durch enge Gänge klettern, was richtig abenteuerlich war. Am Ende geht man 20 Meter über Stufen hinunter zurück und kann dann ohne Guide noch den Teil der Höhle mit dem schlafenden Buddha besichtigen. Ob man die Tour mit dem Guide wirklich machen möchte, muss man einfach selbst vorher gut überlegen. Hat man bereits viele Höhlen erkundet, wird das nichts Neues und eher langweilig sein. Die Führungen durch Höhlen laufen unseren Erfahrungen nach immer ähnlich ab: „Hier – diese Felsformation sieht aus wie ein schlafender Elefant. Die da drüben, wie ein großer Vorhang. Hier kann man einen Löwenkopf erkennen.“ Ja, alles mit viel Fantasie und eigentlich sind diese Interpretationen total nebensächlich, denn die Stalaktiten und Stalagmiten sind beeindruckend – so wie sie sind.












Giant Trees Alley: Das hier soll ein beliebter Fotospot sein. Es handelt sich um eine Straße, die wir auf dem Weg von unserem Hostel zur Höhle und wieder retour ohnehin gefahren sind und auf der rechts und links große Bäume stehen. Ungewöhnlich groß kamen sie uns jetzt nicht vor, aber es sah schon ganz hübsch aus. Als Beifahrer auf dem Roller war es ein schönes Bild, den Kopf in den Nacken zu legen und die vorbeiziehenden Baumkronen zu sehen.


Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Wat Tham Pha Plong: Nach einem Aufstieg von um die 500 Stufen gelangt man angeblich zu diesem besonderen Tempel mitten in der Wildnis. Er befindet sich in der Nähe der Chiang Dao Cave.
- Wat Tham Pak Piang: stimmungsvoller Höhlentempel
- Doi Luang Chiang Dao Viewpoint: Ausblick auf den Berg, Eintritt für den Nationalpark
- Chiang Dao Hot Springs: warme Betonbecken, angeblich immer noch kostenlos
Lokale und Restaurants in Chiang Dao:
Ganz anders als in Pai und Chiang Mai sind die Restaurants in Chiang Dao, vor allem für Vegetarier und Veganer, mehr als überschaubar. Es lohnt sich jedenfalls ein paar Restaurants vorab rauszusuchen, da die auf Google Maps angegebenen Öffnungszeiten in unserem Fall oft nicht gestimmt haben. Unser Eindruck war, dass sehr viele Restaurants hauptsächlich Gerichte mit Fleisch anbieten.
Kao Man Kai Jay Vegan Food: Dieses Restaurant wäre unser Favorit gewesen und ich hätte es gerne getestet. Leider waren die Rollläden bei unserer Ankunft unten und es sah nicht so aus, als wäre das Restaurant an dem Tag überhaupt geöffnet gewesen. Aus dem Grund musste schnell eine Alternative her und die zweite, aber noch nicht letzte Wahl fiel auf das folgende Lokal.
Nest 1 & Nest 2: Wir haben gelesen, dass Nest 1 hervorragende westliche und Nest 2 gehobene Thai-Küche anbietet. Nest 1 war laut Google Maps geschlossen, also suchten wir direkt weiter und fanden das folgende Restaurant, in dem wir dann auch endlich essen konnten.
Nakara Cafe and Restaurant: Dieses Restaurant befindet sich in der Anlage zum „Yatika Boutique“, einem wunderschönen Hotel mit Bungalows mitten in den Reisfeldern mit Blick auf den Berg. Die Nacht in der günstigsten Zimmerkategorie dort hätte umgerechnet um die € 150,- gekostet. Das Restaurant kann aber auch unabhängig von einer Buchung im Hotel besucht werden. Als wir ankamen, waren wir erst unsicher ob es geöffnet hat, da gerade Bauarbeiten in der Hotelanlage im Gange waren. Aber ein Sicherheitsbeamter führte uns direkt mit einem kleinen Golfwagen zum Restaurant und wir wurden freundlich empfangen. Der Ausblick vom Restaurant aus ist ebenso wunderbar. Wir waren die einzigen Gäste und das Essen war ganz in Ordnung. Es gab zwei oder drei vegane Optionen in der Karte. Der Kaffee war aus unserer Sicht leider nicht besonders genießbar und glich eher einem Tee.
- Für 1x Wasser, 2x Americano, 1x Nudeln mit Pesto, 1x Reis mit Tofu bezahlten wir umgerechnet ca. € 14,15.





Weiterreise zum nächsten Stopp:
Wir sind nach Anreise mit dem in Chiang Mai gemieteten Roller auch wieder selbst zurück nach Chiang Mai gefahren. Man fährt dabei die meiste Zeit auf dicht befahrenen, sehr breiten Autostraßen neben Autos und LKW und kommt durch einige kleine Ortschaften. Für die Fahrt von Chiang Dao bis zu unserem Hotel in Chiang Mai haben wir gute eineinhalb Stunden gebraucht (ohne Pause). In den Orten steht man ab und zu mal etwas länger an den Ampeln bei den größeren Kreuzungen. Die Natur der Umgebung ist natürlich trotzdem toll und umso schöner, desto weiter man Richtung Chiang Dao kommt. Wir fanden es auch sehr interessant durch die Ortschaften zu fahren, in denen man die Einheimischen ein wenig bei ihrem alltäglichen Leben beobachten und sich wie der einzige Tourist weit und breit fühlen kann.

Das war unser Abenteuer in Chiang Dao. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Chiang Dao zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
