Ho-Chi-Minh-City

Ho-Chi-Minh-City– Ehemalige Hauptstadt Südvietnams: Saigon

Ho-Chi-Minh-City war früher bekannt als Saigon und ist mit ihren ca. 9,8 Mio. Einwohnern nicht nur die größte Stadt Vietnams, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Sie ist bekannt für ihre zentrale Rolle im Vietnamkrieg (der in Vietnam übrigens „American War“ genannt wird) und auch für ihre wunderschönen Bauwerke aus der französischen Kolonialzeit. Wir mochten die Stadt auf Anhieb, auch wenn es ein krasser Kontrast zu unseren vorhergehenden Stopps im Mekong-Delta war. Die Stadt hat viel zu bieten und einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind ganz einfach zu Fuß erreichbar. Kulinarisch kamen wir voll auf unsere veganen/vegetarischen Kosten und auch, wenn man hier verhältnismäßig teurere Restaurants findet, kann man wann immer man will super günstig und authentisch Banh Mi auf kleinen Plastikhockern an der Straße essen. Ho-Chi-Minh-City, oder Saigon, wie es häufig immer noch von Süd-Vietnamesen genannt wird, ist perfekt geeignet, um sich intensiv mit der vietnamesischen (Kriegs-)Geschichte auseinanderzusetzen. Wir waren froh, genügend Tage eingeplant zu haben, um auch einfach mal einen Tag komplett in Saigons Kaffeehäusern zu verbringen, dort ein wenig zu schreiben und das geschäftige Treiben auf der Straße durchs Fenster zu beobachten.

Unsere bisherigen Aufenthalte in Ho-Chi-Minh-City:

  • 20.10. – 25.10.2025 (5 Nächte)

Unsere Anreise nach Ho-Chi-Minh-City:

Von Ben Tre im Mekong-Delta fuhren wir weiter nach Ho-Chi-Minh-City. Wir bezahlten ca. € 3,- pro Person für die die Fahrt mit dem Bus, die ungefähr 2,5 Stunden bis Ho-Chi-Minh-City dauerte. Die Busse (keine Sleeper, sondern mit Sitzplätzen) fahren angeblich alle halben Stunden von Ben Tre in die Großstadt. Von der Endstation in der Stadt buchten wir ganz einfach ein Grab zu unserer Unterkunft.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Ho-Chi-Minh-City:

Ann Home: Von unserem Zimmer im Ann Home waren wir sehr begeistert! Um es zu erreichen, muss man unten durch einen Massagesalon (An Spa) durchgehen und die Stufen hinten hinauf. Wir haben auch von Leuten gelesen, die mitten in der Nacht ankamen und dann Probleme hatten einzutreten, da der Massagesalon bereits geschlossen war. Soweit ich informiert bin, gab es aber einen Code, mit dem man die Tür hätte öffnen können. Genau kann ich das aber nicht berichten, da zu den Uhrzeiten, in denen wir das Haus erreichten oder verließen die Türe unten nie verschlossen war. Unsere Vermieter lernten wir dennoch nie kennen, da es sich um ein Appartement mit Self-Check-in handelt und es keine Rezeption oder andere Angestellte vor Ort gibt. Neben der Tür des Zimmers gibt es eine kleine Schlüsselbox, die mit einem Code gesichert ist, der einem bei Buchung am Tag der Anreise zugesandt wird. Alles hat bei unserem Aufenthalt wunderbar funktioniert und, wie schon erwähnt, liebten wir das Zimmer. Es war groß, hell, sauber und es gab sogar einen Beamer, mit dem man – wie im Heimkino – sein Handy oder seinen Laptop verbinden konnte, um Filme auf der dem Bett gegenüberliegenden Wand zu sehen. Wir blieben insgesamt fünf Nächte und bezahlten umgerechnet ungefähr € 19,- pro Nacht. Die Lage konnte optimaler nicht sein, da sich das Hotel ganz in der Nähe des Ben-Thanh-Markts befindet, also super zentral. Von hier aus konnten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt zu Fuß besuchen. Mit dem Vermieter waren wir per WhatsApp in Kontakt und sie/er schrieb uns, wann wir den Schlüssel in der Schlüsselbox lassen sollten, damit auch einmal das Zimmer sauber gemacht und die Handtücher ausgetauscht werden konnten. Wir waren sehr zufrieden und fanden das Preis-Leistungs-Verhältnis super!

Fortbewegung in Ho-Chi-Minh-City:

Taxi (über Grab): Die Taxi-App Grab funktioniert natürlich einwandfrei, allerdings ist die Fortbewegung mit einem Auto in der Stadt manchmal ein wenig stauanfällig, dafür aber relativ kostengünstig.

Zu Fuß: Viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Märkte sind in der Innenstadt gut zu Fuß erreichbar.

HCMC Metro: Seit Dezember 2024 gibt es nun eine Metro in Ho-Chi-Minh-City. Zwar erst eine Linie (Linie 1), aber an Linie 2 wird bereits gebaut und geplant sind noch einige mehr. Hier wird sich das öffentliche U-Bahn-Netz in den nächsten Jahren also noch sehr ausbauen. Das höchste Gebäude Vietnams, der Landmark 81, ist beispielsweise bereits gut von der Innenstadt mit der Metro erreichbar. Und das zu einem wirklich günstigen Preis.

Wäsche waschen in Ho-Chi-Minh-City:

T&H Laundry: Diese Wäscherei befand sich in der Nähe unserer Unterkunft in einem Innenhof, den man über eine schmale Seitengasse erreichte. Für unsere knapp 2 Kilogramm Wäsche bezahlten wir ca. € 2,95 und bekamen alles fein säuberlich zusammengelegt, verpackt und gut duftend zurück. Wir brachten die Wäsche direkt dorthin und holten sie am nächsten Tag auch selbst wieder ab, aber ich habe gelesen, dass sie die Wäsche bei Bedarf auch ins Hotel liefern. Wir empfanden den Service als sehr professionell.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Ho-Chi-Minh-City:

Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.

Hinweis: Aktivitäten mit Tieren (auch Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.

Wiedervereinigungspalast (Hội trường Thống Nhất/Dinh Độc Lập): Von 1955 bis 1975 hieß dieses Gebäude „Unabhängigkeitspalast“ und war die Residenz und auch der Arbeitsplatz des Präsidenten von Südvietnam während des Vietnamkrieges. Nach dem Fall von Saigon wurde hier am 30. April 1975 das Ende des Vietnamkrieges besiegelt, nachdem ein Panzer der Vietnamesischen Volksarmee die Tore durchbrach. Das Gebäude wurde auf dem Platz des aus der französischen Kolonialzeit stammenden Norodom-Palastes erbaut, welcher aufgrund einer Bombardierung im Zuge eines Attentates abgerissen werden musste. Heute dient der Wiedervereinigungspalast als Wahrzeichen, Museum und ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ho-Chi-Minh-Stadt. Für den Eintritt bezahlten wir (ohne Exhibition) 40.000 Dong (= ca. € 1,30) pro Person. Da wir immer gerne auch ein paar geschichtliche Informationen hören, leisteten wir uns für unseren Besuch auch einen Audioguide für 90.000 pro Gerät (= ca. € 2,95). Aber Achtung: der Audioguide kann nur mit Karte bezahlt werden und es wird eine Kaution verlangt. Als Pfand muss man entweder einen Ausweis (z.B. Führerschein), oder den Hotelzimmer-Schlüssel dort lassen. Da wir unsere Ausweise nicht dabeihatten, fragten wir, ob auch eine Geld-Kaution möglich wäre, aber die wäre 2 Mio. Dong pro Person gewesen und so viel Geld hatten wir nun auch nicht mit, also ließen wir den Hotelschlüssel dort. Dafür gab es auch einen Audioguide in deutscher Sprache. Das war ganz angenehm, auch wenn der Sprecher nicht meine erste Wahl für diesen Job gewesen wäre. Gut zu wissen ist vielleicht noch, dass die Kopfhörer beim Audioguide mit einem ganz normalen „Mini-Klinkenstecker“ angeschlossen sind. Das bedeutet, man kann sich eventuell einen Audioguide teilen, wenn man eigene „In-Ear-Kopfhörer“ mit diesem Stecker dabeihat.

Der Palast kann dann in Reihenfolge der Audioguide-Stopps auf 3 Stockwerken besichtigt werden. Man sieht die Räume und geht dann am Ende auch noch hinunter in den Bunker, was für uns schon ziemlich eindrucksvoll war. Man fühlte sich ein wenig wie auf dem Filmset eines alten James-Bond-Films.

Kathedrale Notre Dame von Saigon (Nhà thờ Đức Bà Sài Gòn): Diese römisch-katholische Kirche im neoromanischen Still wird auch „Kathedralbasilika der Unbefleckten Empfängnis“ genannt und wurde für die französischen Kolonialisten im damaligen Saigon erbaut. Am 7. Oktober 1877 wurde der Grundstein zum Bau der Kirche gelegt. Dieser dauerte in Summe 3 Jahre und wurde ausschließlich mit aus Frankreich stammendem Baumaterial durchgeführt. Die Kathedrale bietet Platz für insgesamt 1200 Personen. Leider wurde sie an unserem Besuch gerade renoviert und die komplette Vorderseite der Kirche war mit einem Baugerüst verhüllt. Natürlich war sie aus dem Grund auch geschlossen und wir konnten keinen Blick hineinwerfen.

Altes Postamt von Saigon (Bưu điện trung tâm Sài Gòn): Dieses eindrucksvolle Kolonialgebäude wurde vom französischen Ingenieur Gustave Eiffel, dem Erbauer des Eiffelturms in Paris, entworfen. Es dient bis heute als funktionales Postamt und viele Touristen ergreifen die Chance hier eine Postkarte zu versenden. Im Inneren sieht es beinahe aus wie auf einem kleinen Marktplatz, denn es gibt einige Stände mit Souvenirs und die große Eingangshalle ist immer gut gefüllt. Wer eine Postkarte versenden möchte, kann diese hier direkt kaufen, beschriften und auch die passende Briefmarke dafür erwerben.

Ho Chi Minh City Book Street (Đường sách Thành phố Hồ Chí Minh): Diese kleine Straße, die sich über 144 Meter erstreckt bietet eine große Auswahl an Büchern und eine angenehme Atmosphäre. Ob man einfach hindurchschlendert oder in einem der Cafés Platz nimmt, um ein bisschen zu beobachten, bleibt jedem selbst überlassen. Sie befindet sich jedenfalls direkt hinter dem Alten Postamt, also ist es leicht ihr einen Besuch abzustatten.

Ho Chí Minh City People’s Committee: Das Volkskomitee von Ho-Chi-Minh-Stadt ist die Regierungsorganisation der Stadt, die sich um die Verwaltung, Politik und die lokalen Angelegenheiten kümmert. Man kann das Gebäude nur von außen begutachten, aber es ist ein herausragendes Beispiel für die französische Kolonialarchitektur in der Stadt. Auf dem Platz davor befindet sich eine Statue zu Ehren von Ho Chi Minh, dem nordvietnamesischen Führer und Revolutionär.

Saigon Opera House (Nhà hát Thành phố Hồ Chí Minh): Das Operngebäude wurde 1897 erbaut und im prachtvollen Stil der 3. Französischen Republik entworfen. Das Gebäude darf nur mit einem Ticket zu einer Vorstellung betreten werden, aber ist auch von außen hübsch anzusehen.

Nguyen Hue Walking Street (Nguyễn Huệ): Hierbei handelt es sich um eine bedeutende Straße vor dem People’s Committee, die nachts zur lebhaften Fußgängerzone wird und viele Einheimische und Touristen anzieht.

Bach Dang Quay Park (Công viên Bến Bạch Đằng): Dieser 23.400 m² große Park am Saigon-Fluss soll sich als grüne Oase hervorragend zum Spazierengehen, Joggen oder Entspannen eignen. Bei unserem Besuch war leider eine Sichtschutz-Wand außen herum, da an der Uferpromenade scheinbar gerade gearbeitet wurde.

Saigon Skydeck: Die Aussichtsplattform „Saigon Skydeck“ befindet sich im 49. Stock des 262 Meter hohen Bitexo Financial Tower. Für den Eintritt bezahlten wir 240.000 Dong p. P. (= ca. € 7,80). Wir waren kurz vor Sonnenuntergang oben und konnten so beobachten, wie das Tageslicht immer weniger wurde und langsam die Lichter der Stadt eingeschaltet wurden. Die 360°-Plattform befindet sich ausschließlich indoor und man hat den Blick auf die Stadt durch Glasscheiben, in denen sich manchmal das Licht beim Fotografieren ein wenig spiegelt. Auch ein paar Fingerabdrücke sind auf der Scheibe sichtbar, aber dennoch konnten wir ein paar ganz schöne Fotos von der beleuchteten Stadt machen.

Ben-Thanh-Markt (Chợ Bến Thành): Der Ben-Thanh-Markt ist ein historisches Wahrzeichen der Stadt und wurde 1912 erbaut. Er ist ein beliebtes Anlaufziel für Touristen, da man hier so gut wie alles erwerben kann. Es gibt eine vielfältige Auswahl an Kleidung, Kunsthandwerk, Souvenirs und lokalen Lebensmitteln. Aber Achtung: die Preise sind verhältnismäßig sehr teuer und man sollte unbedingt gut handeln, bevor man bei den angebotenen Waren zuschlägt. Der Markt ist für seine sehr lebendige Atmosphäre bekannt und nachts soll es viel Streetfood am Nachtmarkt rund um die Halle geben.

Tunnel von Củ Chi (Khu di tích lịch sử Địa đạo Củ Chi): Bei den Tunneln von Củ Chi handelt es sich um ein unterirdisches Tunnelsystem, das von den Widerstandskämpfern (Vietcong) und deren Familien genutzt wurde, um sich zu verstecken. Anfangs waren die Tunnel als Zuflucht vor den französischen Besatzern angelegt worden und wurden später massiv ausgebaut. Das Tunnelsystem soll am Ende 200 bis 250 Kilometer und drei Ebenen mit verschiedenen Räumen für Krankenhäuser, Wohnbereiche, Schulen und Lager umfasst haben. Der bei Touristen sehr beliebte Besichtigungsort liegt in einer ungefähr 1,5-stündigen Autofahrt von Ho-Chi-Minh-City entfernt. Wie wohl die meisten andere Touristen auch, buchten wir eine Tour dorthin, die die Hin- und Retourfahrt, einen englischsprachigen Guide, zwei kleine Wasserflaschen und eine Kostprobe von Cassava beinhaltete. Cassava war die Hauptnahrung der Menschen, während sie im Tunnelsystem lebten, wobei es sich um Tapioka handelt. Da wir vor Ort allerdings Tafeln mit Nummern für einen Audioguide sahen, ist es sicherlich möglich den Ort auch auf eigene Faust zu erkunden. Im Nachhinein betrachtet hätten wir das wohl auch lieber gemacht, da das Englisch unseres Guides für uns eher schwer verständlich war und wir auch das Gefühl hatten, dass er uns nur einen Bruchteil des Areals zeigte. Ist man alleine unterwegs kann man selbst entscheiden wo man wieviel Zeit verbringen möchte und kann auch Pausen selbst gestalten. Immerhin war aber die An- und Abreise für uns abgedeckt, denn da es an dem Tag immer wieder regnete, wäre eine so lange Rollerfahrt vermutlich unangenehm gewesen. Unser Touranbieter war „An Travel“ und den Rezensionen zu urteilen wäre eine gebuchte Tour mit der Organisation „Ace Travels“ wohl empfehlenswerter. Aber egal wie auch immer man seinen Besuch dort plant, muss man sich auf viele Reisegruppen und Touristen vor Ort einstellen. Da die Tunnel wirklich sehenswert sind, ist das auch nicht verwunderlich. Vor Ort wird übrigens die Möglichkeit angeboten an einem Schießplatz mit AK-47 zu schießen. Teil unserer Tour war leider auch dorthin zu gehen. Leider, weil es mir erstens nach ziemlicher Abzocke schien und zweitens wir dort eine gefühlte Ewigkeit Pause machten und die abgegebenen Schüsse wirklich sehr, sehr laut sind. Natürlich klingt das ja erstmal spannend, dass man hier selbst eine Schusswaffe ausprobieren kann, aber kommt man dann an, sieht man recht schnell, dass die zuvor beworbenen Kosten von 60.000 Dong (= ca. € 2,-) für nur eine einzige Patrone gelten. Außerdem muss eine Mindestmenge von 10 Patronen gekauft werden und die Schuss (und somit auch Kosten) dürfen dann nicht mit jemand anderem geteilt werden. Man muss für dieses Abenteuer also mindestens 600.000 Dong pro Person bezahlen (= ca. € 20,-), was es uns absolut nicht wert war. Zusätzlich ist es ein irgendwie eigenartiges Gefühl in diesem Wald mit einem derartigen geschichtlichen Hintergrund zu sein und permanent die Waffenschüsse zu hören. Irgendwie makaber diese Attraktion.

Kriegsreste-Museum (Bảo tàng Chứng tích Chiến tranh): Das Kriegsreste-Museum ist definitiv einen Besuch wert, wenn man tiefer in die Geschichte des Vietnam-Krieges eintauchen will. Hier wird ein Audio-Guide angeboten, der empfehlenswert ist, um Informationen zu bekommen während man die Bilder betrachtet und dazu nicht nebenbei noch alle englischen Info-Tafeln lesen muss. Allerdings bekommt man hier so viele Informationen, dass wir manchmal Nummern auslassen mussten, um überhaupt noch aufnahmefähig zu sein und es auch rechtzeitig vor Ende der Öffnungszeit bis ganz hinunter zu schaffen. Wir waren am Nachmittag nach unserem Halbtages-Besuch bei den Tunneln von Củ Chi noch hier und haben die Zeit etwas unterschätzt, die man benötigt, um alles anzuhören. Für den Eintritt bezahlten wir 40.000 Dong pro Person (= ca. € 1,30) und pro (deutschen) Audioguide noch 80.000 Dong (= ca. € 2,60). Dieser kann hier bar bezahlt werden, aber man muss wieder eine Kaution in Form eines Ausweises oder Hotel-Schlüssels dort lassen. Man beginnt im Museum ganz oben im 2. Stock und arbeitet sich langsam nach unten, bis man draußen im Eingangsbereich am Ende noch die Panzer, Flugzeuge und „Tiger-Käfige“ für politische Gefangene besichtigen kann. Die ganze Ausstellung beinhaltet viele Fotografien der damaligen Kriegsberichterstatter und ist sehr eindrücklich.

Saigon Japan Town (Phố Nhật Sài Gòn): Hierbei handelt es sich um ein Viertel, in dem einige japanische Restaurants, Bars und Geschäfte angesiedelt sind und damit eine japanische Atmosphäre schaffen soll. Eigentlich haben wir von einer lebendigen Gegend gelesen, die aber bei unserem Besuch recht ausgestorben schien.

Jade Emperor Pagoda (CHÙA NGỌC HOÀNG): Hierbei handelt es sich um einen taoistischen Tempel, der dem Jadekaiser (Ngoc Hoang) gewidmet ist. Er wurde 1894 erbaut und im Inneren findet man einige imposante Statuen von Gottheiten und Helden. Der Eintritt ist frei, allerdings dürfen im Inneren des Tempels keine Fotos gemacht werden. Wenn man dort ist, sollte man unbedingt auch in die schmalen Gänge rechts und links eintreten, um weitere Räume zu entdecken.

Bùi Viện: Das lebhafte Nachtleben auf dieser Walking Street muss man einmal selbst erlebt haben. Wichtig ist, sich vorher gut auf die absolute Reizüberflutung einzustellen, denn die Straße hält, was sie verspricht: viele bunte Lichter, laute Musik, eine Bar neben der anderen und Mitarbeiter, die dich mit aller Kraft versuchen in ihre Bar zu locken. Hier ist definitiv einiges los und wenn man Lust auf Party hat, ist man hier wohl an der richtigen Adresse. Prost!

Landmark 81: Hierbei handelt es sich um Vietnams derzeit höchstes Gebäude. Der Turm hat 81 Stockwerke und ist insgesamt 461,2 Meter hoch. Zutritt erhält man über das Vincom-Shoppingcenter, wenn man dort den Wegweisern zum Skydeck folgt. Der Eintritt liegt unter der Woche bei 300.000 Dong pro Person (= ca. € 10,-) und kann ausschließlich mit Karte entrichtet werden. Am Samstag und Sonntag erhöht sich der Eintrittspreis auf 500.000 Dong pro Person (= ca. € 15,-). Mit einem Aufzug fährt man dann in den 79. Stock und geht dann zu Fuß bis in den 81. weiter hinauf. Die Aussicht ist atemberaubend! Im 81. Stock gibt es die Möglichkeit auf ein kleines Außenplateau zu gehen. Hier wird man mit einem Sicherheitsgurt am Geländer befestigt, allerdings ist der Blick hinunter auch hier durch hohe Fensterscheiben. Es gibt auch die Möglichkeit für eine VR-Erfahrung und ein Kombiticket dafür. Außerdem hat man die Möglichkeit einen Drink in einem Restaurant dort einzunehmen und ein paar Souvenirs zu shoppen.

Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:

  • Turtle Lake (Hồ Con Rùa): Der Name ist ein bisschen irreführend, da es hier keine Schildkröten zu sehen gibt. Es soll sich um einen kleinen Teich handeln, an dem einheimische Jugendliche sich gerne treffen.
  • Church of St. Jeanne D‘ Arc (Nhà thờ Thánh nữ Jeanne d’Arc): Eine markante, rosafarbene katholische Kirche in Ho-Chi-Minh-City.
  • Thien Hau Pagoda (Miếu Bà Thiên Hậu – Hội Quán Tuệ Thành): Angeblich einer der ältesten und meistbesuchten chinesischen Tempel der Stadt, der um 1760 erbaut wurde.
  • Saigon Chinatown & Binh Tay Market (Chợ Bình Tây): bekannt als Cholon, chinesische Architektur und Märkte
  • Church of the Epiphany (Nhà Thờ Chúa Hiển Linh): An dieser Kirche fuhren wir mit dem Bus vorbei und ich fand sie außergewöhnlich. Da sie aber vom Zentrum weiter entfernt lag, schafften wir es nicht mehr dorthin.
  • Starlight Bridge (Cầu Ánh Sao): eine beleuchtete Fußgängerbrücke, die für ihre Sternenlicht-Effekte bekannt ist, gehobenere Gegend namens Phu My Hung, führt über einen See
  • Cao Dai Temple Thu Thiem – An Phu: ein farbenprächtiges architektonisches Meisterwerk des Cao-Dai-Glaubens
  • Coffee Workshop z.B. bei Lacàph Coffee Experiences Space: die Workshops richten sich an Einsteiger und vermitteln angeblich auf einfache und unterhaltsame Weise Wissen über vietnamesischen Kaffee

Lokale und Restaurants in Ho-Chi-Minh-City:

Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv. 

Trung Nguyên Legend Café: Hierbei handelt es sich um eine Kaffeehaus-Kette mit teurem, aber gutem Kaffee. Sogar einen Cappuccino mit Hafermilch konnte ich hier bestellen. Außerdem findet man in der Vitrine an der Kassa auch immer Croissants und verschiedene Tortenstücke für den süßen Hunger.

  • Für 1x Drip Coffee, 1x Oat-Cappuccino, 1x Chocolate-Croissant, 1x plain Croissant bezahlten wir umgerechnet ca. € 7,90.

Bánh Mì Hồng Hoa: Ein Straßenstand mit ein paar Plastikstühlen und Klapptischen davor und sehr preiswerten Sandwiches. Es gibt auch ein vegetarisches Banh Mi. Hat uns geschmeckt und war super günstig!

  • Für 2x Vegetarian Banh Mi, 1x kl. Bier, 1x Eistee bezahlten wir umgerechnet ca. € 2,95.

Roots Plant-based Cafe – Health Conscious restaurant: In diesem fancy Brunchlokal waren wir einmal zum Frühstück. Ganz günstig ist es natürlich nicht, aber die Auswahl echt top!

  • Für 1x Oat-Cappuccino, 1x Americano, 1x Pesto-Sandwich, 1x Hummus-Falafel-Bowl bezahlten wir umgerechnet ca. € 15,80.

The Workshop Coffee: Das Workshop Coffee ist bekannt für guten Kaffee und auch als beliebtester Working Space in der Stadt. In einem eigenen Raum sahen wir einige Leute an Laptops arbeiten. Über eine sehr schmale Wendeltreppe kann man auch in den offenen oberen Stock. Wir machten an unserem Sightseeing-Tag hier nur eine Pause und probierten den Kaffee. Für den Preis fanden wir die Menge des Kaffees im Vergleich etwas zu wenig (zu viele Eiswürfel).

  • Für 1x Iced-Oat-Cappuccino, 1x hot Oat-Cappuccino bezahlten wir umgerechnet ca. € 6,20.

Bon’s Vegan Bistro – Bánh Mì & Coffee: Bevor wir abends zur Aussichtsplattform des Bitexo Financial Tower „Sky Deck“ wollten, aßen wir hier noch zu Abend. Es ist nur ein paar Minuten zu Fuß vom Turm entfernt und wir waren mehr als begeistert. Das Essen war ausgezeichnet. Die Banh Mi waren eine Geschmacksexplosion und unsere besten bis dato auf der Reise. Auch die Preise waren ziemlich fair – hier bekommt man was für sein Geld.

  • Für 2x Fried Tofu Barley Banh Mi, 1x Whole Wheat Dumpling, 2x Ice-Tea, 1x Pure Homemade Kombucha, 1x Cocoa Dates Cashewmilk bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,45.

Hai’s Restaurant: Das Hai’s ist ein Restaurant mit eher höheren Preisen, aber dafür sehr sympathischen Kellnern und angenehmer Atmosphäre. Hier bekommt man den berühmten Vietnamese Pancake in einer vegetarischen Version und auch gleich eine Erklärung und Vorführung, wie man ihn isst. Optimal also, wenn man das bisher noch nicht probiert hat und lernen möchte. Wir waren begeistert.

  • Für 1x vegan Chicken Cashewnut with Rice, 1x Vietnamese Pancake, 1x Fresh Coconut, 1x Bier bezahlten wir umgerechnet ca. € 15,50.

IVegan Supershop Ben Thanh – Healthy Plant based Cafe: Auch hier waren wir einmal zum Frühstück und mochten das Essen sehr. Das Lokal sieht fancy aus, der kleine Raum mit nur wenigen Tischen wirkte auf uns allerdings ein wenig kühl. Es lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein, aber die Speisen waren sehr gut. Der Tee wurde leider nur in einem ziemlich kleinen Häferl serviert. An unserem Abreisetag verbrachten wir viele Stunden mit unserem Laptop hier, da wir entdeckten, dass es auch noch einen größeren Raum im Obergeschoß gab. Essen und der Kaffee ist richtig gut. In Vietnam gibt es laut Website insgesamt vier IVegan Supershop-Lokale (HCMC, Hanoi, Da Nang, Nha Trang) und es soll auch einen eigenen „Co-Working-Space“ geben.

  • Für 1x Tempeh-Bagel, 1x Vedic-Bowl, 1x Coconut-Coffee, 1x Earl Grey bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,60.

Highlands Coffee Nguyen Thai Hoc: Hier verbrachten wir ein paar Stunden mit unseren Laptops. Es handelt sich um eine Kaffeehaus-Kette, die im ganzen Land verbreitet ist. In dieser Filiale gibt einen oberen Stock, in dem fast ausschließlich Menschen an ihren Laptops saßen. Die Musik ist angenehm und man muss auch nicht unbedingt sehr oft nachbestellen, da aufgrund des Bestellbereichs an der Kassa keine Kellner durchgehen.

  • Für 1x Iced Americano (s), 1x Iced Coffee with Condensmilk (m) bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,10.

Fingerprint Chay: Dies ist ein kleines veganes Restaurant zu dem wir von der Jade Emperor Pagode in 15 Minuten zu Fuß spazierten. Es gibt neben einigen Banh Mi-Variationen auch Speisen mit Nudeln und Reis. Wir fanden es super. Achtung nur bei den Getränken. Wir bestellten „Lemon Lemongrass Water“ und hatten uns auf ein eher saures Getränk eingestellt. Leider war wohl ziemlich viel Zucker zugesetzt. Wenn man das nicht möchte, ist es also gut es dazuzusagen.

  • Für 1x Lemongrass Tofu Banh Mi, 1x Olive-Noodles, 2x Lemon Lemongrass Water bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,-.

Bánh Mì XANH: Hier gibt es fünf verschiedene vegane Banh Mi zur Auswahl und auch eine Handvoll Getränke. Es handelt sich um eine Kette und man findet mehrere dieser kleinen Straßenlokale in der Stadt. Vor dem Lokal gibt es ein paar Sitzgelegenheiten und kleine Tische, um die Speisen auch vor Ort zu konsumieren.

  • Für 2x Spicy Tofu Banh Mi, 1x Black Coffee, 1x Nutmilk Coffee bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,40.

Weiterreise zum nächsten Stopp:

Von Ho-Chi-Minh-Stadt fuhren wir mit dem Nachtbus weiter nach Da Lat. Die Fahrt war mit 8 Stunden angeschrieben und startete gegen 23:00 Uhr. Die Tickets für den Sleeper-Bus (FUTA) buchten wir über die Plattform „12go Asia“ und bezahlten € 14,45 pro Person. Auf den Tickets sahen wir nachher, dass die Fahrt im Futa-Büro wohl 290.000 Dong pro Person gekostet hätte, was umgerechnet ca. € 9,60 sind. Hier kann man also sparen, wenn man vor Ort kauft und nicht über die App. Die geplante Ankunft in Da Lat war für 06:30 Uhr am nächsten Tag angesetzt. Wir waren pünktlich am Treffpunkt und checkten mit unseren Online-Tickets am Schalter ein. Dann warteten wir, bis wir von einem Futa-Shuttle abgeholt wurden und an einen anderen Ort, an einer breiten, vielbefahrenen Straße gebracht wurden. Dort warteten wir wieder mit unzähligen anderen Touristen und Einheimischen. Immer wieder hielten große Futa-Sleeper-Busse an, aber es dauerte etwas, bis unserer dabei war. Auf unseren ausgedruckten Tickets, die wir im Futa-Büro nach dem Einchecken bekamen, stand das Kennzeichen des Busses, was es einfacher machte zu erkennen, in welchen Bus wir einzusteigen hatten. Die Busfahrt verlief gut und es wurde ein paar Mal gehalten, um Menschen ein- und aussteigen zu lassen. Eine 20-minütige Pause wurde auch gemacht. Die restliche Zeit wurde das Licht abgedreht und alle versuchten zu schlafen. Mir geling das leider nicht, da die Straße relativ kurvenreich war, der Bus ein ziemliches Tempo draufhatte und die Schlaf-Koje unbequem war. Die Fahrtzeit war deutlich kürzer als angegeben und wir stiegen bereits gegen 5 Uhr morgens in Da Lat aus. Dort zeigten wir die Adresse unserer Unterkunft einem Mitarbeiter, der uns dann zeigte in welches Shuttle wir einsteigen sollten. Dieses brachte uns dann kostenfrei zur Unterkunft. Hier empfiehlt es sich definitiv einen Early-Check-In im Hotel mitzubuchen. Wir hatten das leider verabsäumt und um 5 Uhr morgens sind die Möglichkeiten in der Stadt noch etwas begrenzt.

Das war unser Abenteuer in Ho-Chi-Minh-City. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Ho-Chi-Minh-City zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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