Trà Vinh – Khmer-Ort im Mekong-Delta
Trà Vinh ist eine Provinz und Stadt im Mekong-Delta und als hübscher „Khmer-Ort“ bekannt. Im Schnitt besteht die Gesamtbevölkerung in der Provinz zu einem Drittel aus Khmer. Es gibt zahlreiche sehenswerte Tempel in der Umgebung und die Stadt selbst ist von kolonialer Architektur geprägt. Ursprünglich gehörte das Mekong-Delta zum Khmer-Königreich und wurde erst später an Vietnam angegliedert. Deshalb wird es angeblich noch heute von der kambodschanischen Bevölkerung „Unteres Kambodscha“ genannt. Die Roten Khmer beanspruchten das Mekong-Delta und griffen Vietnam damals vermehrt an der Grenze an und verschleppten und ermordeten Vietnamesen, was den Einmarsch der Vietnamesen in Kambodscha und den Sturz der Roten Khmer zur Folge hatte. Heute sind Khmer in Vietnam vor allem in der Provinz Trà Vinh zu finden. Die Khmer-Tempel in Vietnam und ihr geschichtlicher Hintergrund, vermutlich besonders, da wir ein paar Monate zuvor Kambodscha besuchten, interessierte mich, weshalb wir Trà Vinh auf unserer Route einplanten, auch wenn es noch ein eher touristenuntypischer Stopp ist. Hierhin verirren sich nur wenige westliche Touristen und mit Englisch kommt man kaum weiter, was einen Besuch auch ein bisschen abenteuerlich gestaltet. Es ist ein interessantes Gefühl auf Menschen zu treffen, mit denen man sich absolut nicht austauschen kann. Häufig wollten Einheimische mit uns in Kontakt treten und haben Vietnamesisch mit uns gesprochen. Wir konnten nur lächeln und mit den Schultern zucken. Besonders lustig waren manche Begegnungen mit Kindern, die ziemlich interessiert an unserem Technikequipment waren und alle gerne selbst einmal fotografieren und filmen wollten. Sie hatten einen riesengroßen Spaß dabei, sich selbst in den kleinen Bildschirmen zu sehen und wir dabei sie zu beobachten.




Unsere bisherigen Aufenthalte in Trà Vinh:
16.10. – 18.10.2025 (2 Nächte)
Unsere Anreise nach Trà Vinh:
Von Can Tho fuhren wir mit einem Local-Sleeper-Bus nach Trà Vinh. Das Ticket kostete 120.000 Dong (= ca. € 4,-) pro Person, welches wir im Bus während der Fahrt bezahlten. Die Fahrt bis Trà Vinh dauerte ca. 2 Std. und 45 Min. Als wir rausgelassen wurden, standen direkt ein paar willige Taxifahrer um uns herum. Ein älterer Mann wollte uns mit seinem Motorroller, auf dem er auf der hinteren Sitzfläche eine Holzplatte montiert hatte, fahren. Da mussten wir mit unseren 4 Rucksäcken und zwei Taschen etwas schmunzeln. Ein junger Fahrer mit Auto erklärte sich aber dann bereit uns mitsamt Gepäck für 50.000 Dong (= ca. € 1,60) zu unserer Unterkunft zu bringen. Auch, wenn man in Trà Vinh ja wirklich kein Englisch erwarten darf, kann man sich mit Hilfsmittel ein wenig verständigen. Internet am Handy hat sich hier jedenfalls wieder bewährt.


Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Trà Vinh:
Nhà nghỉ Thế Phú: Die Lage der Unterkunft war neben den Kosten für unsere Buchung ausschlaggebend und auch, dass ich zuvor gelesen hatte, dass man sehr einfach einen Roller über die Unterkunft mieten kann. Pro Nacht bezahlten wir für unser Doppelzimmer nur umgerechnet ca. € 8,20 und den Roller konnte der junge Mitarbeiter für umgerechnet € 5,20 pro Tag organisieren. Dieser wurde zur Unterkunft gebracht und auch dort wieder abgeholt. Das Zimmer war sehr einfach. Für uns war der größte Minuspunkt, dass es kein Fenster gab, denn das macht uns das Aufstehen in der Früh immer besonders schwer. Die europäische Sauberkeit darf man mit der im Großteil Asiens ja nicht vergleichen, aber für zwei Nächte war das für uns schon aushaltbar, denn die Bettwäsche roch zumindest frisch gewaschen. Der Preis war dafür wirklich unschlagbar und der junge Mitarbeiter – auch, wenn er erst ein bisschen unwillig schien – war am Ende kooperativ und half uns sehr damit den Bus für unsere Weiterfahrt zu finden. Ohne seine Hilfe hätten wir wohl ein Grab-Taxi nehmen müssen, das uns ungefähr den doppelten Preis gekostet hätte. Zu Fuß konnte man in wenigen Minuten an der großen Straße sein, direkt am Vincom Plaza, einem kleinen Einkaufscenter mit Cafés, Modegeschäften und einem Supermarkt.





Fortbewegung in Trà Vinh:
Taxi (über Grab): Ein Taxi über die Grab-App zu buchen ist auch in Trà Vinh möglich, haben wir allerdings während unseres Aufenthaltes nicht genutzt.
Zu Fuß: Von unserer Unterkunft aus war einiges gut zu Fuß erreichbar. Wir konnten ein vegetarisches Restaurant ausfindig machen und im Vincom Plaza Kaffee trinken und dort auch Snacks im Supermarkt kaufen.
Motorroller: Will man die Khmer-Tempel besuchen, dann ist ein Motorroller unerlässlich (außer man lässt sich mit dem Taxi fahren). Es gibt einen kleineren und einen größeren Loop, den man mit dem Roller fahren kann und dabei sehr viele Tempel zu sehen bekommt. Wir hatten aufgrund des Wetters nur einen halben Tag Zeit und haben auf dem kleineren Loop insgesamt 12 Tempel besucht. Es wären aber noch eine Menge mehr gewesen, wenn wir nicht nur bei ein paar ausgewählten stehengeblieben wären.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Trà Vinh:
Motorrad-Loop zu den Khmer-Tempel: Für die unzähligen Khmer-Tempel in Trà Vinh kann man wahrscheinlich locker um die 3 Tage einrechnen, wenn man so lange die Aufmerksamkeit für Tempelbesichtigungen aufrecht halten kann. Wir haben uns nur einen vollen Tag für Sightseeing Zeit genommen, aber da es vormittags viel regnete, reduzierte die sich auf einen halben Tag. Für uns reichte das auch und war in Ordnung so, allerdings haben wir bestimmt nur einen Bruchteil der Tempel ansehen können. Trotzdem waren wir nach 12 Stopps auf der Route auch ziemlich müde und hätten nicht noch weiterfahren wollen. Will man die Tempelbesichtigungen intensiver betreiben, ist es also vermutlich besser ein oder zwei Nächte länger zu bleiben. Insgesamt gibt es zwei Loops, die sich anbieten sie mit dem Motorroller zu fahren. Man kann die Straßen in der App Google Maps ganz gut erkennen. Wir fuhren aus erwähnten Zeitgründen den kleineren Loop und waren mit unseren 12 Stopps dazwischen dann ca. von 12 Uhr Mittag bis zum Sonnenuntergang gegen 18 Uhr unterwegs. Manche Tempel waren geschlossen, also machten wir nur von außen ein Foto und fuhren direkt weiter. Bei anderen blieben wir länger, da es viel zu sehen gab, oder wir auf Kinder trafen, mit denen wir ein bisschen witzelten. Ich liste hier die Tempel auf, die wir abfuhren, aber es ist auch wirklich ganz einfach sich seine eigene Tempelroute mit Google Maps zusammenzustellen. Für ein bisschen Inspiration gibt es aber unsere Route und Fotos für dich:
1.Wat Chambork-meas: Khmer-Anlage – War leider geschlossen, aber hatte ein imposantes Khmer-Tor.



2.Thap Hoa Tang: eine Art Pagode – coole Farben, inmitten von hohen Bäumen


3.Wat Somrong-ek: Khmer-Anlage – Ein schöner Tempel und einige bunte Figuren auf dem Areal.






4.Chua Khmer chua Ang: Khmer-Anlage – War bei unserer Ankunft leider geschlossen, sah aber schon von außen vielversprechend aus und befindet sich neben einem hübschen kleinen See.


5.Chua Nhu Thanh: chinesischer Tempel – Hier trafen wir auf drei Kinder, mit denen wir ziemlich viel Spaß hatten. Im Inneren des Tempels waren wir nicht, da dort ein Hund war, der uns ziemlich anbellte, aber der Tempel war auch von außen recht hübsch.



6.Wat Krapum Chhouk: Khmer-Anlage – Wir trafen dort auf eine Gruppe junger Mönche, die total freundlich waren. Einer von ihnen konnte etwas Englisch und war ebenfalls interessiert an unserer Kamera.






7.Chua Long Hoa: chinesischer Tempel – Der Weg dorthin war schon total schön. Auf dem kleinen Gelände waren wir dann ganz allein.





8.Chua Leng: Khmer-Tempel – War bei unserer Ankunft leider geschlossen.
9.Wat Sleng Meanchey old Sleng: Khmer-Tempel – Ein hübscher Tempel, ganz in grau gehalten.




10.Wat Chong Pray: Khmer-Tempel-Anlage – Als wir ankamen wurden die Fische im Teich gerade von den Mönchen gefüttert und einige Einheimische standen dort, um zuzusehen. Im Tempel gab es schöne Wandmalerei.







11.Chua Thanh Quang: chinesischer Tempel – Hier trafen wir auf einige Kinder mit ihren Fahrrädern. Mit der Zeit kamen immer mehr Kinder an und wir haben uns gut verstanden, auch ohne Worte.



12.Cave Pagoda: Khmer-Tempelanlage – Der Eintritt durch den alten Rundbogen war cool, drinnen wurde gerade einiges renoviert, aber wir durften uns überall umsehen. Ein älterer Mönch war interessiert und wollte sich gerne mit uns unterhalten. Er suchte nach englischen Wörtern und soweit wir verstanden haben, ist er einmal nach Amerika gereist, worauf er sehr stolz zu sein schien. Er deutete uns einen Raum, mit mehreren Holz-Figuren anzusehen. Verständigen konnten wir uns nicht richtig, aber alle waren sehr freundlich.







Lokale und Restaurants in Trà Vinh:
Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv.
Lẩu Chay QUÊ NHÀ (Vegetarisches Restaurant): Ursprünglich suchten wir das „Lac Hiên Vegetarian & Coffee“, aber stattdessen fanden wir an der Stelle dann dieses Restaurant. Da es sich aber auch dabei um ein vegetarisches Restaurant handelte, war es für uns auch gut. Die Speisekarte ist nur auf Vietnamesisch, also ist eine Übersetzer-App ratsam. Die Mitarbeiter konnten aber ein kleines bisschen Englisch und waren sehr freundlich. Es gibt hier hauptsächlich Hot Pot, aber wir vermuteten dabei wieder viel vegetarischen Fleischersatz, auf den wir wenig Lust hatten, also bestellten wir ganz klassisch gebratene Nudeln mit Gemüse. Der Preis war unschlagbar und unser unten angegebener Endpreis beinhaltet sogar schon Trinkgeld.
- Für 2x Veg. Fried Noodles, 2x Eistee, 1x kl. Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,70.



Bếp Chay Nhà Ruma (vegetarisches Restaurant): Dies ist ein sehr nettes Lokal mit angenehmer Atmosphäre. Es gibt mehrere Tische und die Mitarbeiterinnen waren sehr freundlich. Die Speisekarte war auf Vietnamesisch, was Google Translate (oder eine andere Übersetzungs-App) notwendig macht. Die Speisen schienen uns ziemlich günstig, also dachten wir, dass die Portionen wohl klein sein müssen. Da wir recht hungrig waren und gerne unterschiedliche Speisen ausprobieren wollten, bestellten wir gleich vier verschiedene. Als sie zum Tisch gebracht wurden, sahen wir, dass die Portionen gar nicht so klein waren. Leider war fast überall auch wieder vegetarischer Fleischersatz, der wie Wurst und Fleisch aussah, darin, was wir persönlich nicht so gerne mögen, aber das ist eben Geschmacksache.
- Für 1x Tofu mit Lemongras, 1x Reis mit Lotussamen, 1x Nudeln mit Wasserspinat, 1x Stirfried Pilzgemüse bezahlten wir umgerechnet ca. € 6,50.




Highland Coffee im Vincom Plaza: Das Highland Coffee ist quasi der Starbucks von Vietnam und man findet Cafés dieser Kette an sehr vielen Ecken. Meistens kann man hier auch sehr gut mit dem Laptop sitzen.
- Für 2x medium Americano bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,20.



Trung Nguyên Legend Vincom Trà Vinh: Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Kaffeehauskette – aber im Vergleich zu Highland Coffee eher gehobener und ziemlich schick.
- Für 1x Americano, 1x Energy of Discovery-Coffee, 1x Tiramisu, 1x Croissant bezahlten wir umgerechnet ca. € 5,70.





Weiterreise zum nächsten Stopp:
Von Trà Vinh wollten wir weiter nach Ben Tre. Hier hat die App „12go Asia“ sogar ein paar Busverbindungen nach Ben Tre vorgeschlagen, allerdings waren die Stationen sehr undurchsichtig und wir wollten keinesfalls Tickets online bezahlen und dann vielleicht die richtige Haltestelle nicht finden. Wir fragten bei unseren Gastgebern in Trà Vinh um Hilfe, welche erst meinten, dass es keinen Bus gibt und man mit dem Taxi fahren muss. Ein Grab-Taxi hätte uns wohl um die 700.000 Dong (= ca. € 22,80) gekostet, was wir im Notfall eben gebucht hätten. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass es keinen einzigen öffentlichen Bus in die Nachbarprovinz gibt, also beschlossen wir bei der einzigen Bushaltestelle in Trà Vinh, die wir auf Google Maps finden konnten, nachzufragen. Dort war schon alles zu, aber wir sahen uns einfach mal die Schilder an, die dort hingen. Es dauerte nicht lange, da kam jemand und fragte vorsichtig nach. Was er genau sagte, weiß ich nicht, war ja Vietnamesisch. Mit Google Translate versuchten wir unser Anliegen zu erklären. Dabei muss man möglichst wenige Worte verwenden, da die Übersetzung oft fehlerhaft ist und natürlich anfälliger, umso längere Sätze man eintippt. Wir bekamen eine Telefonnummer, die wir laut dem Herrn am Tag unserer Weiterreise anrufen sollten. Wenn wir es richtig verstanden haben, soll wohl stündlich eine Möglichkeit bestehen von Trà Vinh nach Ben Tre zu gelangen. Am nächsten Tag war der Junge von unserem Guesthouse so lieb und organisierte uns die Weiterfahrt für 12 Uhr, indem er diese Telefonnummer anrief. Ein Shuttle holte uns oben von der großen Straße ab und brachte uns zum Abfahrtsort. Dort war – siehe da – ein kleines FUTA Bus-Büro und wir konnten dort direkt die Tickets für den Futa-Sleeper-Bus bezahlen. Die Tickets waren mit ca. € 3,30 pro Person wieder äußerst günstig und die Fahrt dauerte ungefähr 1,5 Stunden. Die Endstation dieses Busses war eigentlich Ho-Chi-Minh-City, aber an der Autobahn bei Ben Tre wurde eine Pause gemacht und dort stiegen alle aus, die nur bis hierhin wollten. Um weiter in die Stadt zu gelangen, gibt es dort dann Shuttles, die im Preis inkludiert sind, wenn man innerhalb ihrer Route aussteigen möchte.




Das war unser Abenteuer in Trà Vinh. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Trà Vinh zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
