Pattaya – Küstenstadt mit eindeutigem Ruf
Pattaya befindet sich ungefähr 130 Kilometer südöstlich von Bangkok und ist eine pulsierende Küstenstadt. Wenn man über die Stadt im Internet liest, dann stolpert man relativ schnell über ihren Ruf als reines Party- und Sex-Tourismusziel. Die Vorurteile und Klischees sind wohl nicht ganz falsch, aber auch sicherlich nicht die einzige Wahrheit. Wir machen uns immer gerne ein eigenes Bild und konnten bisher jedem Ort auch immer etwas abgewinnen. Das Leben ist eben nicht nur schwarz oder weiß, sondern hat unzählige Schattierungen, die man wahrnehmen kann, wenn man möchte. Als wir schwitzend und von allen Seiten mit Rucksäcken bepackt durch die Straßen auf der Suche nach unserer Unterkunft irrten, begegneten wir einer fast zahnlosen älteren Thai-Lady, die uns schon von Weitem aufgeregt und freudig zuwinkte. Mit ein paar Worten gebrochenem Englisch unterhielten wir uns kurz und fühlten uns direkt willkommen. Sie umschloss meine Hand mit ihre beiden und bedankte sich so liebevoll bei uns dafür, dass wir unsere Zeit in ihrem Pattaya verbringen. Ihr Lächeln war ansteckend und hallte noch den restlichen Tag nach. Einen vollen Tag widmeten wir dann den Sehenswürdigkeiten in und um Pattaya und hatten eine richtig gute Zeit hier. Ganz egal an welchem Ort der Welt, können wir Menschen sehr unterschiedliche Erfahrungen machen – je nachdem worauf unser Blick sich eben richtet.


Unsere bisherigen Aufenthalte in Pattaya:
- 12.06. – 14.06.2025 (2 Nächte)
Unsere Anreise nach Pattaya:
Wir reisten von Kambodscha aus über den Landweg nach Thailand ein. Dazu buchten wir über die App „12go Asia“ einen Transfer von Siem Reap (Kambodscha) nach Pattaya (Thailand) per Minibus. Für die komplette Fahrt (inklusive aller Abwicklungen an der Grenze, Wartezeiten etc.) bezahlten wir ca. € 31,40 pro Person. In Siem Reap stiegen wir in einen Minibus ein, der uns an die Grenze „Poipet“ brachte. Da das gerade zu der Zeit war, in der kurz zuvor die Unruhen an der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand begannen, startete der Minibus früh morgens, um die Chance über die Grenze zu kommen zu maximieren. An der Grenze war viel los, aber wir wurden glücklicherweise vorgelassen und konnten auch problemlos passieren. Auf der thailändischen Seite wurden wir zu einem anderen Minibus gebracht, der uns dann bis nach Pattaya brachte. In Pattaya angekommen, hätten wir gerne ein Taxi per Grab-App gebucht, das uns zu unserer Unterkunft bringen sollte. Leider hatten wir aber noch keine Mobilen Daten auf unserer Thai-Sim-Karte, also beschlossen wir in die Richtung unserer Unterkunft zu gehen, mit dem Plan im nächsten 7eleven einzukehren, die es bekanntlich ja an jeder Ecke gibt. Die Kassiererin des ersten allerdings wusste nicht, was wir von ihr wollten und als wir es beim zweiten Markt endlich schafften ein Top-Up zu bekommen, waren wir schon so nah an unserer Unterkunft, dass wir den Rest auch noch selbst gingen.
Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Pattaya:
Smart Place Pattaya: Wir buchten die Unterkunft, da uns die Lage gefiel und auch der Preis top war. Klarerweise muss einem vorher bewusst sein, dass es sich hier um kein Luxus-Hotel handelt, zahlt man für ein Doppelzimmer auch nur ungefähr € 15,75 pro Nacht. Die Mitarbeiterinnen konnten wenig Englisch, waren aber überaus freundlich und hilfsbereit. Das Zimmer war im Grunde für zwei Nächte auch in Ordnung und für Thai-Verhältnisse recht sauber. Leider waren die Gerüche besonders im Badezimmer vom Abfluss kaum auszuhalten. Zweimal verirrte sich sogar eine kleine Kakerlake ins Zimmer, die dann in einer Lücke der Fußbodenleiste verschwand. Wir stopften das Loch mit Taschentüchern aus und hatten dann aber unsere Ruhe. Für den kurzen Aufenthalt hat das Zimmer für uns auf jeden Fall gut ausgereicht. Es war nicht zu klein, gab ein paar Ablageflächen und Sitzgelegenheiten, sogar einen kleinen Balkon. Direkt gegenüber befand sich ein 7eleven und nebenan ein veganes Restaurant (nicht westlich, sondern thai). An der ersten Ecke konnte man guten Kaffee trinken und ein Motorrad-Verleih war nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt. Da wir noch mehrere Stunden Zeit hatten, durften wir nach dem Check-out unsere Rucksäcke kostenlos in verschließbaren Kästen lassen so lange wir wollten. Wir bekamen die Schlüssel der Kästen mit und durften dann auch noch dort auf dem Sofa im Eingangsbereich auf den Minivan warten, der uns abholen sollte.



Fortbewegung in Pattaya:
Zu Fuß: Pattaya ist recht groß und will man auch die Sehenswürdigkeiten im Umkreis ansehen, dann ist man zu Fuß etwas verloren. Hierfür mietet man am besten einen Roller oder fährt mit dem Taxi (Grab). Natürlich ist auch immer die Lage der Unterkunft ausschlaggebend dafür, ob man zu Fuß gute Restaurants und Supermärkte erreichen kann.
Motorroller: Bei AMA pattaya scooter trading mieteten wir sehr unkompliziert einen Roller für einen Tag. Es wurde dabei gar nicht genau auf die Uhrzeit geachtet, sondern „bringt ihn bis spätestens morgen 19 Uhr zurück“ gesagt. Wir hinterließen 1000 Baht Kaution und bekamen diese nach Retournierung des Rollers anstandslos zurück.
Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Pattaya:
Bevor wir an einen Ort kommen, suche ich immer mögliche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Internet zusammen, um dann vor Ort spontan einfacher entscheiden zu können, was gerade passt, oder worauf wir Lust haben. Das Pensum hierbei ist nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern oft auch sehr tagesabhängig. Es gibt Tage, an denen hat man einfach mehr Energie und andere wiederum, an denen braucht man etwas Pause. Auch das Wetter spielt bei uns hin und wieder eine nicht unwichtige Rolle. Wir haben das besonders bei unserem Langzeitreisen beobachtet, dass wir an manchen Tagen auch einfach dankbar über ein bisschen Pause von den vielen Eindrücken waren. Generell reisen wir sehr gerne langsamer und gemütlicher und mögen vollgepackte 10-Stunden-Sightseeing-Tage nicht unbedingt. Wir sitzen zwischendurch gerne mal im Kaffeehaus oder am Laptop, um z.B. an den Inhalten für diesen Blog zu arbeiten. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die wir selbst gesehen und erlebt haben, beschreibe ich hier ausführlicher und weitere, die noch auf unserer Liste waren, führe ich ebenso an. Vielleicht sparst du dir dann ein bisschen Zeit für die Recherche.
Hinweis: Aktivitäten mit Tieren (auch Zoos, Aquarien etc.) sparen wir bewusst aus, da wir diese Orte nicht unterstützen wollen und daher in den meisten Fällen auch gar nicht erst besuchen.
The Sanctuary of Truth: Beim „Heiligtum der Wahrheit“ handelt es sich um eine Art Tempel, allerdings nicht im religiösen Sinn. Es ist eher ein Schloss, komplett aus Teakholz gebaut. Dabei wurden auch keine Nägel oder Schrauben verwendet, sondern alles hält in einer Art Stecksystem zusammen. Seit bereits über 40 Jahren wird daran gearbeitet und weil es sich immer noch im Bau befindet, bekommt man Schutzhelme, ohne die man den Ort nicht betreten soll. Ebenso ist der Eintritt nur mit Tourguide möglich. Für Tagestouren bezahlt man umgerechnet ca. € 15,- pro Person und abends zum Sonnenuntergang werden sogar stolze € 20,- pro Person fällig. Eine Stunde ungefähr dauert die Führung und im Anschluss darf man sich noch so lange frei bewegen, wie man möchte oder bis das Museum schließt. Die vielen Details im Inneren und auch außen an der Fassade sind gewaltig und wunderschön anzusehen.









Pattaya Floating Market: Bei diesem schwimmenden Markt handelt es sich aus unserer Sicht um eine typische Touristenattraktion, die man vermutlich kein zweites Mal besucht. Schon der Fakt, dass man 200 Baht (ca. € 5,40; ohne Bootfahrt) pro Person bezahlen muss, nur um den Markt überhaupt betreten zu dürfen, lässt eine eher unauthentische Erfahrung erahnen. Der Markt selbst ist relativ klein und alles ist zu Fuß über Brücken und Holzwege gut erreichbar. Auf dem Wasser gibt es keine Verkaufsboote, nur Boote, die Touristen für viel Geld von einem Steg zum nächsten führen. Die angebotenen Produkte sind hübsch, aber nichts Neues.




Wat Nong Chap Tao: Etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich dieser weiße buddhistische Tempel. Auf der Anlage gibt es auch einige bunte Figuren zu bewundern.




Khao Chi Chan: In einer ca. 30-minütigen Rollerfahrt erreichten wir diese beliebte Sehenswürdigkeit. Das Bild des Buddha wurde hier mit einem Laser in den Berg graviert und gold ausgemalt. Mit 130m Höhe und 70m Breite soll es zu den größten Buddhadarstellungen weltweit gehören.


Pattaya Park Night Market: Der Park Night Market ist ein Nachtmarkt, an dem kaum etwas los war, als wir ankamen. Es gab viele Stände mit Kleidung und Souvenirs, aber kaum Gäste. Ein paar wenige saßen in der Mitte an den Tischen und aßen Streetfood.


Pattaya Night Bazaar: Hier war im Gegensatz zum Park Night Market schon um einiges mehr los. Der Night Bazaar ist ein Nachtmarkt in einer großen Halle und uns viel auf, dass sehr viele Stände von indischen Menschen betreut wurden.


Pattaya View Point (Phra Tamnak): Der Pattaya Viewpoint auf dem Khao Phra Tamnak (Pratumnak Hill) ist der angeblich beste Aussichtspunkt der Stadt und bietet einen Panorama-Blick auf die halbmondförmige Bucht. Er ist kostenlos zugänglich.


Wat Phra Yai: Ganz in der Nähe des Viewpoints befindet sich der „Big Buddha“. Die goldene Statue soll 18m hoch sein und man erreicht sie über einige Stufen, die von bunten Naga-Statuen (buddhistische Schlangenwesen) bewacht werden. Der Eintritt ist frei und die Anlage angeblich täglich geöffnet.





Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Walking Street: 500m lange Fußgängerzone (ab 18 Uhr autofrei), berühmt für exzessives Nachtleben, laute Musik, Go-Go-Bars etc.
- Buakhao Markt: großer, belebter Markt, bekannt für günstige Kleidung, Souvenirs und Streetfood
- Baan Sukhawadee: pastellfarbener privater Palastkomplex
- Pattaya Waterpark: gilt als einer der größten und besten Wasserparks in Thailand
- Pattaya Beach: etwa 3 km langer, belebter Stadtstrand im Zentrum von Pattaya
- Wat Yannasangwararam: weitläufiger buddhistischer Tempelkomplex
- Coffee War: alte (Militär-)Flugzeuge in Kaffeehäuser umgebaut
Lokale und Restaurants in Pattaya:
Wie bei all meinen Kostenangaben sollen sie der Orientierung dienen und, um das Preislevel der Restaurants miteinander vergleichen zu können. Die Summe ist fast immer schon mit ein bisschen Trinkgeld inklusive angegeben. Hinweis: Wir ernähren uns ausschließlich vegetarisch, vorzugsweise vegan. Das bedeutet, dass in all den angegebenen Lokalen für diese Ernährungsform auch etwas zu finden war. Möglicherweise ist dies ja für den ein oder anderen, der nicht lange suchen möchte, hilfreich. Natürlich sind Erfahrungen und Geschmack immer sehr subjektiv.
The Espresso: Auf der Suche nach Frühstück, blieben wir hier stehen und aßen Croissants zu Kaffee. Für ein schnelles Frühstück vor dem Tagesausflug hat es für uns ganz gut gepasst.
- Für 2x Americano, 2x Croissant bezahlten wir umgerechnet ca. € 4,90.


Curve Coffee: Weil wir noch Zeit hatten, bis wir vom Minivan zur Weiterreise abgeholt wurden, tranken wir hier in der Nähe unserer Unterkunft guten Kaffee.
- Für 2x Americano, 1x 0,6l Wasser bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,25.


Apple Vegan Cafe & Restaurant: Wie praktisch, dass sich ein komplett veganes Restaurant direkt neben unserer Unterkunft befand. Hierbei handelt es sich übrigens nicht um ein „fancy“ westliches Restaurant, sondern um eines, das von einer Thai-Familie geführt wird. So richtig stilecht, wenn die Kinder der Familie am Nebentisch sitzen und gebannt auf den an der Wand montierten Fernseher starren. Das Essen war gut, aber es wurde in allen Gerichten nicht gerade wenig von veganen Wurst-, Fleisch- und Meeresfrüchten-Ersatz verwendet. Das ist leider gar nicht unser Fall, aber natürlich Geschmackssache. Super ist, dass man alle Shakes und auch Cappuccino mit pflanzlicher Milch bekommt und es auch veganes Eis als Dessert gibt.
- Für 1x Red Curry, 1x Fried Vegetables, 2x Reis, 1x Coconut-Oatmilk-Shake, 1x Mango-Shake bezahlten wir umgerechnet ca. € 9,75.







La Boulange French Bakery: Bevor wir unseren Motorroller am Weiterreisetag zurückbrachten, frühstückten wir hier und fanden es preislich auch ok. Lustig war der freundliche Hund, der alle Gäste liebevoll begrüßte und, wie sich dann rausstellte, gar nicht zum Lokal, sondern jemandem aus der Nachbarschaft gehörte.
- Für 2x French Breakfast-Set (Bread, Croissant, Butter, Jam, Coffee/Tea, Orange Juice) bezahlten wir umgerechnet ca. € 7,85.

Weiterreise zum nächsten Stopp:
Da es uns so am einfachsten erschien, buchten wir unsere gesamte Weiterreise über die App „12go Asia“. Das Ticket für ca. € 20,- pro Person beinhaltete eine Fahrt mit einem Mini-Bus, der uns von unserer Unterkunft abholte und uns in ca. 1,5 Stunden bis zum Pier brachte. Ebenfalls im Preis war die darauffolgende Speedboat-Fahrt in ca. 20 Minuten zum Nadan Pier auf der Insel Koh Samet (oder auch Koh Samed). Wie eigentlich immer in Thailand funktionierte der Transport einwandfrei und war gut organisiert.

Das war unser Abenteuer in Pattaya. Was sagst du dazu? Kannst du dir vorstellen nach Pattaya zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
Wo möchtest du jetzt hin?
