Trincomalee

Trincomalee - Hafenstadt an Sri Lankas Nordostküste:

Trincomalee, oft kurz „Trinco“ genannt, ist eine Hafenstadt an der Nordostküste Sri Lankas mit knapp 97.500 Einwohnern (Stand: 2012). Ca. 48% der Einwohner sind Hindus, 21% Buddhisten, 16% Christen und 14% Moslems. Die Hafenstadt liegt in einem Landesteil, der mehrheitlich von Tamilen bewohnt wird. Trincomalee war vom Tsunami in 2004 stark betroffen und große Teile des Hafengebietes wurden damals zerstört.

In Trincomalee gab es im 17. Jahrhundert mehrere Machtwechsel zwischen Holländern, Franzosen, Portugiesen und Briten. Das berühmte Fort Frederick, das 1624 von den Portugiesen fertiggestellt wurde, erinnert heute noch an diese vergangenen Tage.

Die Regenzeit soll hier vorwiegend in den Monaten Oktober bis Dezember sein.

Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Trincomalee:

Für insgesamt 3 Nächte quartierten wir uns im „Blackstar Inn“ ein und hatten ein ganz akzeptables Zimmer mit eigenem Bad um umgerechnet ca. € 13,- pro Nacht. Frühstück war zwar eigentlich nicht inkludiert, aber die zwei Besitzer Terans und Phil – ein Singhalese und ein Franzose – waren so lieb und haben uns täglich etwas vorbeigebracht. Einmal wurden wir mit Kuchen versorgt und dann mit Büffel-Joghurt und Fruchtsalat. Tee und Instant-Kaffee durften wir uns jederzeit selbst machen und Phil machte uns auch, immer wenn wir danach fragten, guten Kaffee in seiner Wohnung im unteren Geschoß. Wir hatten großes Glück, denn da wir in der totalen Off-Season angereist sind, waren wir die einzigen Gäste und hatten so die gemeinsame Terrasse vor unserem Zimmer im oberen Stockwerk ganz für uns alleine. Der Ausblick auf das Meer war traumhaft und wir haben dort sehr gerne Zeit verbracht. In der Unterkunft bei Terans und Phil wohnen außerdem zwei adoptierte Straßenhunde, die unheimlich lieb waren. Da wir Hunde sehr gerne mögen, haben wir uns mit ihnen beschäftigt und von dem Zeitpunkt an, sind sie nicht mehr von unserer Seite gewichen, wenn wir „zuhause“ waren. Es gibt aber auch eine kleine Absperrung zum Obergeschoß, um die Hunde davon zu trennen, wenn man diese Gesellschaft nicht gerne möchte. Wir haben es genossen und uns jeden Tag schon gefreut, wenn wir die Zimmertüre geöffnet und in freudige Hundeaugen geblickt haben. Super praktisch war auch, dass wir die Waschmaschine im Untergeschoß für wenig Geld verwenden durften und uns auch kostenlos Fahrräder ausborgen durften, um die Gegend zu erkunden. Die Fahrräder sind zwar schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber es hat trotzdem gut funktioniert und war hilfreich, um nicht lange gehen oder Tuk Tuks nehmen zu müssen. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und hätten es auf jeden Fall noch ein paar Nächte mehr ausgehalten.

Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Trincomalee:

Fort Frederick & Deer-Park: Mit den ausgeborgten Fahrrädern sind wir durch die Stadt bis zum berühmten Fort Frederick gefahren. Davor kommt man aber noch an einem Deer-Park vorbei, wo man ein paar Rehe sehen und füttern kann. Wir sind auch kurz stehengeblieben und haben die Rehe beobachtet, aber es hat sich für uns nach einer irgendwie eigenartigen Szenerie angefühlt. Die Rehe waren zwar nicht eingesperrt, sondern frei, aber wir fragten uns, wo sie auch sonst hin sollten. Es gibt rundherum keinen Wald, nur Hafengebiet. Interessant wäre zu wissen, wie die Tiere dort überhaupt hingekommen sind. Jedenfalls bezweifeln wir, dass sie die ständigen Streichel-Versuche der vorbeigehenden Leute wirklich genossen haben. Um zum Fort Frederick zu gelangen fährt man weiter durch den kleinen Torbogen hindurch (Achtung: hier gibt es eine Ampel, weil Einspurig!) und kommt an dem verlassenen Gelände mit alten Häusern und Kanonen vorbei. Auch dort liegen überall im Schlamm Rehe herum. Wir fanden auch ein bisschen befremdlich, dass vorbeigehende Menschen ihnen alles Mögliche zu fressen gaben und sie so zu berühren versuchten. So beobachteten wir zum Beispiel wie eine Familie Chips aus einer Plastiktüte fütterte und das Reh die Plastiktüte erwischte und komplett verschlang. Weiter oben soll es noch einen Tempel zu besichtigen geben, aber wir hatten irgendwie genug an dem Tag und sind dann mit dem Fahrrad noch ein bisschen in der Stadt herumgefahren, was durch den Linksverkehr für uns auch ziemlich aufregend war.

Uppuveli Beach: Von unserer Unterkunft aus konnten wir am Strand entlang in ca. 25 Minuten bis zum Uppuveli Beach-Abschnitt gehen. An einer Stelle mussten wir ungefähr knietief durchs Meer waten, was auch etwas abenteuerlich war. Leider liegt am Strand bis zum touristischen Uppuveli-Abschnitt ziemlich viel Müll, der vermutlich Großteils aus dem Meer angeschwemmt wird. Der Uppuveli Beach ist allerdings wunderschön und weil wir in der Off-Season dort waren, hatten wir ihn zeitweise ganz für uns alleine.

Lokale und Restaurants in Trincomalee:

Ein Nachteil in der Off-Season anzureisen ist, dass sehr viele Restaurants, die wir auf Google Maps ausfindig gemacht hatten, geschlossen waren. Mit dem Fahrrad sind wir einige abgefahren, aber fast alle waren zu. Dafür haben wir einmal in einem vegetarischen Lokal gegessen („Lakshmi Cafe“), in dem sonst nur Einheimische waren. Dort gab es keine Auswahl sondern einfach Reis mit vegetable Curry, das an den Tisch gebracht wurde. Die Einheimischen essen ja mit den Händen und wir waren erst nicht sicher, ob es für uns Besteck geben würde. Der Angestellte konnte zwar kaum Englisch, war aber total lieb und hat uns direkt Besteck hingelegt. Für zwei Portionen Reis mit Curry und eine Flasche Wasser haben wir insgesamt umgerechnet € 2,80 bezahlt. Unglaublich! Das war das günstigste Essen unserer ganzen Sri Lanka-Reise. Es war ein bisschen scharf, hat aber super geschmeckt und war eine echt coole Erfahrung.

Restaurants, in denen wir gut gegessen haben:

  • Lakshmi Cafe
  • Yarl Angaadi (indisch)
  • Leo Restaurant & Bakehouse

Weiterreise zu unseren nächsten Stopp:

Von Trincomalee war es einfach mit dem öffentlichen Bus weiterzureisen. Ein Tuk Tuk-Fahrer brachte uns von unserer Unterkunft bis zum Busbahnhof und dort stiegen wir in den Bus Nr. 49 Richtung Colombo ein. Auch die Busse nach Kandy wären für unsere Richtung möglich gewesen. Da unser Ziel in Dambulla natürlich nicht die Endstation war, stellte es uns das erste Mal vor die Herausforderung nicht genau zu wissen wo wir dann aussteigen sollten. Wir standen aber mit dem Host unserer nächsten Unterkunft bereits in Kontakt und er half uns, indem wir ihn im Bus anriefen und er dem Schaffner erklärte, wo wir aussteigen sollten. Der Schaffner gab uns dann rechtzeitig ein Zeichen. Bis zu unserem Ausstieg fuhren wir ca. 3 Stunden und bezahlten umgerechnet ungefähr € 1,20 pro Person für das Ticket.

Das war unser Abenteuer in Trincomalee. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Trincomalee zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.

Alles Liebe

Jasmin

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