Jaipur - "Pink City":
Jaipur ist die Hauptstadt des nordindischen Bundesstaates Rajasthan mit ca. 3 Millionen Einwohnern (Daten aus 2011). Den Spitznamen „Pink City“ erhielt die Stadt aufgrund der einheitlichen Farbe der Gebäude im Altstadtviertel. Im Jahr 1876 ließ nämlich Maharadscha Ram Singh von Jaipur zur Begrüßung des Prinzen von Wales die gesamte Stadt mit Pigmenten aus regionalem Sandstein rosa streichen, da die Farbe Gastfreundschaft symbolisierte. Je nach Lichteinfall wirkten die Häuser auf uns fast schon mehr orange als rosa. Direkt nach unserer Ankunft am Bahnhof nahmen wir die Stadt als viel entspannter wahr, als den Teil, den wir bisher von Indien gesehen hatten. Man hatte sofort das Gefühl, dass die Uhren hier etwas langsamer laufen. Die Metro war zum Zeitpunkt unseres Besuches noch nicht sehr ausgebaut und es gab erst eine Linie, mit der wir aber zumindest ein Stückchen in der Stadt vorankamen. An einer zweiten Linie wird allerdings bereits gearbeitet und ich bin sicher, dass es auch hier irgendwann möglich sein wird die Stadt gut per Metro zu erkunden. Vermutlich haben wir uns hier verhältnismäßig eher wenige Sehenswürdigkeiten angesehen, da wir uns noch nicht so gut frei, also ohne Fahrer, bewegen konnten. An unsere Zeit in Jaipur erinnern wir uns dennoch gerne zurück und empfinden sie als sehr entspannt und ruhig. Wir beobachteten hier große Gegensätze, wie teure, fancy Cafés mit veganen Kuchen und Soja-Cappuccino auf der einen Seite und ein paar Straßen weiter verzweifelt bettelnde Mütter mit Baby am Arm, die für eine Geldspende an deiner Kleidung zupfen. Auch saubere, tierfreie Straßen gesäumt von hübschen Häusern mit großen Einfahrtstoren und auf der anderen Seite Kinder mit zerrissenen Hosen spielend auf Müllbergen an einer Böschung zu einem Bach. Jaipur hat uns viel Material geschenkt, um über das Leben nachzudenken.








Unsere Anreise nach Jaipur:
Von Neu-Delhi nach Jaipur fuhren wir wieder mit dem Zug. Wir hatten Tickets für die CC-AC Sitzklasse und bezahlten für die ca. viereinhalbstündige Fahrt von 309 Kilometern umgerechnet ca. € 12,85 pro Person. Vijay, der Besitzer unserer Unterkunft, war so freundlich uns einen gratis Transfer vom Bahnhof zum Hostel anzubieten, welchen wir natürlich dankend annahmen. Nach einer kurzen Wartezeit am Bahnhof kam dann der freundliche Fahrer Waseem mit seinem Tuk Tuk an und brachte uns kostenlos zum Pachamama Hostel.


Unsere Low(er)-Budget Unterkunft in Jaipur:
Pachamama Hostel: Das Pachamama Hostel hat uns schwer beeindruckt. Nach unserer Ankunft lernten wir die entspannten Mitarbeiter und den Chef Vijay kennen. Vijay hat wohl die liebevollste Ausstrahlung, die ich bei einem Menschen in Indien bisher wahrgenommen habe. Das ganze Team ist jung und freundlich und wir wurden sofort richtig gut in die Pachamama-Familie aufgenommen. Für unser Doppelzimmer bezahlten wir umgerechnet ca. € 12,45 pro Nacht und durften das Gemeinschaftsbad und -WC für den Preis mitbenutzen. Außerdem gab es ein kleines Rooftop-Café mit sehr gutem Kaffee und leckerem Essen. Die Lage war für uns optimal, da es nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt war und man zu Fuß in wenigen Minuten die nächste Metro-Station erreichen konnte. Im Rooftop-Café haben wir häufig gefrühstückt oder auch zu Abend gegessen und richtig gern Zeit im Hostel verbracht. Hier haben wir andere Reisende kennengelernt und konnten sehr leicht ins Gespräch kommen. Hätten wir unsere Route nicht schon vorab geplant und gebucht, hätte es leicht sein können, dass wir hier noch ein paar Tage länger geblieben wären.
Im Rooftop-Café bezahlten wir übrigens:
- Für 1x Banana-Pancakes, 1x Omelette mit Toast, 1x Espresso double, 1x Cinnamon Saffron Tea und 1x Americano umgerechnet ca. € 5,90 und
- für 2x Veg. Burger, 1x Wasser und 1x Bier umgerechnet ca. € 8,-.








Unsere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten in Jaipur:
Hawa Mahal: Der Hawa Mahal, auch bekannt als „Palast der Winde“ ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit in Jaipur. Er wurde im Jahr 1799 von Maharadscha Sawai Pratap Singh erbaut und ist für seine einzigartige Fassade mit vielen kleinen Fenstern bekannt. Das Design sollte den Damen des Hofes ermöglichen, das Stadtleben zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden, was in der damaligen Zeit sehr wichtig war. Durch seine 953 Fenster war eine ständige kühlende Luftzirkulation gewährleistet. Wie die meisten wichtigen Bauten in der Altstadt ist der Hawa Mahal aus rotem bzw. rosa Sandstein gebaut und bietet eine wunderbare Aussicht auf die Stadt. Viele Touristen machen Fotos von der hübschen Fassade vom Kaffeehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Für den Eintritt haben wir umgerechnet ca. € 2,30 pro Person bezahlt.








Nahargarh Fort: Von der nächsten Metro-Station ist das Nahargarh Fort einen ca. 45-minütigen Fußmarsch entfernt. Am Weg bleiben immer wieder Motorradfahrer stehen und wollen dich für ein bisschen Geld hinaufbringen. Wir aber genossen den Spaziergang hinauf sehr. Oben angekommen gibt es einen Palast zu besichtigen, der im Eintrittspreis von umgerechnet ca. € 2,30 pro Person bereits inbegriffen ist. Theoretisch hat man von oben einen tollen Ausblick auf die Stadt und die umliegende Wüste. Bei unserem Besuch war jedoch der Nebel und Smog so dicht, dass man nicht besonders weit sehen konnte.









Albert Hall Museum: Das Gebäude des Albert Hall Museums aus dem Jahr 1876 ist mit seinen kunstvollen Verzierungen und der prächtigen Kuppel bereits eine Sehenswürdigkeit an sich, aber auch der Besuch des Museums zahlt sich aus unserer Sicht aus. Dort findet man eine vielfältige Sammlung von Kunstwerken, Artefakten, Skulpturen, Münzen, Textilien und Waffen, die die reiche Geschichte und Kultur Rajasthans widerspiegeln. Für den Eintritt bezahlten wir umgerechnet ca. € 3,40 pro Person. Auf dem Platz vor dem Museum beobachteten wir einen riesigen Vogel-Schwarm, der in Kreisen über das Dach des Museums zog. Schon allein das war ein richtig cooles Erlebnis. Auch im Inneren gibt es viel zu sehen und wir verbrachten am Ende sogar mehr Zeit dort, als wir ursprünglich dachten.





Central Park: Im Central Park kann man ein wenig Natur in der Stadt genießen. Der Park bietet grüne Flächen, Spazierwege, Sitzgelegenheiten und auch ein paar Bewegungsmöglichkeiten.




Weitere Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste:
- Birla Mandir: Das Birla Mandir ist eine Hindu-Tempelanlage, die auch als Laxmi-Narayan-Tempel bekannt ist. Es wurde im Jahr 1988 erbaut und aus weißem Marmor gefertigt.
- The City Palace: Hier bekommt man einen Einblick in die Geschichte, Kultur und das Leben der königlichen Familie von Jaipur. Der Eintritt ist hier mit umgerechnet fast € 7,- pro Person recht hoch im Vergleich.
- Patrika Gate: Das Patrika Tor ist mit der typischen Rajasthan-Bauweise ein beliebter Fotospot in Jaipur.
- Musical Fountain: Hier gibt es abends eine Wasser- und Lichtshow zu sehen.
- Jal Mahal: Der so genannte „Wasserpalast“ liegt im Man Sagar-See und man kann ihn vom Ufer aus bewundern.
- Jaigarh Fort: Das Jaigarh Fort liegt auf einem Hügel in der Nähe des Amber Fort. Dort kann die bekannte riesige Kanone namens „Jaivana“ besichtigt werden, die einst als die größte bewegliche Kanone der Welt galt.
- Fort Amber: Das Amber-Fort liegt auf einem Hügel etwa 11 Kilometer außerhalb der Stadt. Man braucht also auf jeden Fall einen Fahrer, um dorthin zu gelangen.
- Raj Mandir Cinema: Das Raj Mandir Cinema wurde in den 1970er Jahren eröffnet und ist eines der bekanntesten und beliebtesten Kinos des Landes. Ein Kinobesuch in Indien ist, auch wenn man die Sprache nicht versteht, mit Sicherheit ein sehr spezielles Erlebnis und steht noch ganz oben auf unserer Liste.
Lokale und Restaurants in Jaipur:
Chaat Bistro: Das Chaat Bistro besuchten wir, weil wir schon so lange „Pani Puri“ testen wollten, uns aber das beliebte Streetfood an den Straßenständen was Hygiene betrifft einfach zu unsicher war. Hier konnten wir das beliebte Gericht bestellen und bekamen auch gleich eine Anleitung dazu. Optimal also! Das kleine Bistro ist wirklich nett und ist verbunden mit einer Art Concept Store. „Chaat“ ist übrigens der Überbegriff für würzige/scharfe Snacks.
- Für 1x Pani Puri, 1x Mumbai Bhel, 1x Masala Chai und 1x Turmeric Latte bezahlten wir umgerechnet ca. € 14,70.






Roastery Coffee House: Ein absolut bezauberndes Café mit wunderschöner Einrichtung. Hier könnte ich stundenlang sitzen…
- Für 1x Soja-Cappuccino, 1x Aeropress, 1x Torte und 1x Brownie-Set bezahlten wir umgerechnet ca. € 12,20.





Stepout Cafe: Im Stepout Cafe gibt es viel vegane Auswahl, was mich natürlich besonders gefreut hat. Absolut empfehlenswert! Zu unserer Bestellung gab es übrigens einen kostenlosen kleinen Stadtplan mit Informationen – auch nicht schlecht.
- Für 2x Torte, 1x gr. Cappuccino mit Sojamilch und 1x Tee bezahlten wir umgerechnet ca. € 11,40.


Go with Vegan: In diesem rein veganen Restaurant aßen wir einmal zu Mittag. Da der Eintrag in der Google Maps-App allerdings mittlerweile gelöscht wurde, bin ich unsicher, ob es das Lokal überhaupt noch gibt.
- Für 1x Pizza, 1x Wrap und 2x 0,5l Wasser bezahlten wir jedenfalls umgerechnet ca. € 6,30.




Weiterreise zu unserem nächsten Stopp:
Von Jaipur fuhren wir 378 Kilometer in ca. sechseinhalb Stunden mit dem Zug in der 2A-AC Sleeperklasse nach Jodhpur. Für die Tickets bezahlten wir ca. € 14,80 pro Person. Der Zug hatte diesmal ungefähr eine Stunde Verspätung, was in Indien ja eigentlich nichts Ungewöhnliches ist.






Das war unser Abenteuer in Jaipur. Was sagst du dazu? Könntest du dir vorstellen nach Jaipur zu reisen? Warst du vielleicht sogar bereits dort und hast ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Lass mich gerne an deinen Gedanken oder Erfahrungen teilhaben. Sollten noch Fragen offen sein, schreibe ebenfalls gerne einen Kommentar unten.
Alles Liebe
Jasmin
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